Tanners Interview mit Ron Geese von der Ron Geese Stiftung: Die Menschen sind halt verschieden und die meisten wählen den einfacheren Weg.

erschien schon in der Leipziger Internetzeitung:

 

Eine wirklich humane Welt werden wir erst erreichen, wenn wir die Schwächste und die, die sich nicht lautstark äußern können, mit integrieren. Gemeinschaft ist immer eine Gemeinschaft Aller. Nicht „Die da oben!“ machen diesen Planeten heller, sondern jedermensch, da wo er lebt. Ron Geese hilft jedenfalls. Und hat dazu eine Stiftung gegründet – um auch hinter die Partyhotels zu schauen und Elend zu verhindern. Tanner traf ihn in der Nähe von Zeitz auf einem Rittergut und sprach mit ihm über Verantwortung und Menschlichkeit:

Hallo Ron Geese, schön Sie mal interviewen zu dürfen. Sie sind der Gründer der Ron Geese Stiftung „Das Recht der Tiere“ und haben sich auf die Fahnen geschrieben, eben dieses Recht, vor allem der Hunde, auf artgerechte Behandlung einzufordern und Projekte, die diesem Recht Geltung schaffen zu finanzieren. Wie kam es dazu? Ich meine, was erzeugte den hohen Druck bei Ihnen, Ihr ganzes Leben und ja auch Ihre finanziellen Gewinne in dieses Projekt zu stecken?

Hallo Herr Tanner, ich denke man muss erst einmal die nötige Herzensgüte mitbringen, um sein ganzes Leben den Tieren zu widmen. Angefangen hat alles, als mir vor einiger Zeit von Tierschützern erzählt wurde, dass in Spanien der spanische Windhund „Galgo Espanol“, jedes Jahr Ende Januar, nach Saisonende, wenn er beim Hunderennen oder zur Jagd, seine erwünschten Leistungen nicht erbracht hat, qualvoll getötet wird. Und nun passen sie auf. Den größten Teil dieser Hunde bindet man einen bewusst dünn gewählten Draht um den Hals und hängt ihn genau so an einen Baum auf, dass dieser noch knapp mit seinen Hinterläufen den Boden berührt.

Der Hund soll langsam sterben und sich möglichst lange quälen. Man stelle sich das wirklich einmal vor. Die meisten Hunde hängen dort bis zu acht Tage und Nächte, bis der erlösende Tod eintritt. Was dieses Tier in dieser langen Zeit mitmacht, ist wohl unvorstellbar.

Diese Art von Massentierquälereien kann und darf nirgendwo auf dieser Welt geduldet werden. Aus diesem Grunde sind wir bemüht jeden Menschen davon in Kenntnis zu setzen. Jeder soll es erfahren. Dies ist in Spanien kein Einzelfall. 50.000 Windhunde sterben jedes Jahr und das seit fast 400 Jahren. Der Spanier fühlt sich entweder in seiner Ehre gekränkt, oder ist erbost darüber, dass der Hund beim Wetten nicht das ersehnte Geld eingespielt hat. Dieses grausame immer wiederkehrende Ritual nennt sich „Tradition“. Der Spanienurlauber wird oftmals durch die Gastfreundschaft der Einheimischen getäuscht. Man sollte auch mal schauen, was hinter dem Hotel passiert.

Ron Geese, wie er sich selber sieht.

Ron Geese, wie er sich selber sieht.

2013 liegt Ihr Hauptaugenmerk auf der Unterstützung der Hundehilfe Thailand. Was genau und wie unterstützen Sie da?

Dies ist nur eins von einigen Projekten, die wir für 2013 geplant haben. Den engagierten Tierschutzverein „Hundehilfe Thailand“ unterstützen wir finanziell. Wir sind nicht selbst vor Ort. Wir haben jetzt im Januar 2013 begonnen in Thailand als OP- und Kastrationspaten mitzuwirken. Man bedenke, mit nur einer einzigen Kastration, verhindert man den ungewollten Nachwuchs von 500 Hunden, innerhalb von drei Jahren. Die Straßenhunde vor Ort sind größtenteils auf sich allein gestellt. Nur wenige werden gefüttert oder gar bei Krankheit behandelt. Mit den Kastrationen helfen wir also ebenfalls das Leid der Tiere zu mindern. Neben der guten Versorgung unserer eigenen fünf Hunde, die leider zum größten Teil behindert sind, vermitteln wir auch notleidende Hunde an verantwortungsvolle Menschen. Da meine Frau und meine Wenigkeit alleine in der Stiftung tätig sind, wir einen fünf Monate jungen Sohn haben, wünschten wir uns manchmal mehr Zeit um im Tierschutz noch größere Erfolge zu erzielen.

Neben Ihrer Arbeit für die Stiftung bringen Sie auch dem Vergessen ausgelieferte Bauten an interessierte Wiederaufbauer. Gibt es da eine Philosophie dahinter? Wie kommen Sie an diese bröckelnden Edelsteine?

Ich selbst bin ein großer Liebhaber alter Gebäude. Mich haben alte Bauwerke mit interessanter Architektur schon immer fasziniert. Die Arbeit macht mir großen Spaß und wenn ich dann noch das Sinnvolle mit dem Nützlichen verbinden kann und mit den einen oder anderen Gewinnen Tieren in Not helfen kann, ist das für mich einfach großartig. Die Objekte selbst kaufe ich größtenteils über das Internet. Der frühe Vogel fängt den Wurm.

Besonders hier in Leipzig – aber auch in Linz und Berlin und anderen Städten – schwelt permanent ein Duft in der Luft, der Duft zu vieler Hunde und derer Ausscheidungen, zum Beispiel auf Kinderspielplätzen. Nun denke ich, dass es schon extrem traurig und eigenartig für eine Gesellschaft ist, wenn Menschen sich in Vielfachhundehaltung – jedoch in Stadtwohnungen – ergeben. Daneben eben auch der urbane Raum nicht unbedingt wirklich der Raum ist, in dem Hunde ihrer Entsprechung nach leben sollten. Gibt es eine Lösung aus dem Dilemma? Mehr Hundetoiletten fördern ja nicht unbedingt das Verantwortungsbewusstsein der Halter. Was ist Ihre Meinung dazu?

Also wenn Sie einen Hund fragen würden, ob er lieber in einer Stadtwohnung zusammen mit seinem Herrchen lebt, oder aber ohne Zuneigung im Tierheim verweilen muss, ist die Antwort wohl klar. Das wichtigste für den Hund ist eine Bezugsperson, die Zeit für ihn hat. Es ist aber hierbei, genau wie im Tierschutz so: Nur weil jemand einen Hund besitzt und sich auch gut um ihn kümmert, muss ihn noch nicht der Rest der Tierwelt interessieren. Das „Verantwortungsbewusstsein“ der Hundehalter hält sich oftmals in Grenzen. Zum einen muss dieser mit seiner Hundekottüte erst 1 km laufen, ehe er einen geeigneten Behälter findet und zum anderen ist es auch Faulheit, den Kot überhaupt wegzumachen. Die Menschen sind halt verschieden und die meisten wählen den einfacheren Weg.

Ihre Stiftung ermöglicht es auch Flugpatenschaften für Hunde zu übernehmen. Was ist das genau? Und wie geht so etwas vonstatten?

Da Tiere nicht allein im Flugzeug reisen dürfen, benötigen sie Menschen, die lediglich durch den Einsatz ihres Namens einem Tier ein Ticket in eine glückliche Zukunft sichern. Man meldet sich einfach bei einem Tierschutzverein, am besten vor Antritt der Urlaubsreise. Die Anmeldung der Tiere bei ihrer Fluggesellschaft übernimmt der Tierschutzverein. Alle Kosten werden ebenfalls von dem Tierschutzverein übernommen. Tierschützer bringen die Tiere, die mit dem Flugzeug mitfliegen, zum Flughafen und checken diese zusammen mit dem Flugpaten und allen vorgeschriebenen Papieren ein. Der Flugpate hat keine zusätzlichen Wege. Danach sieht der Flugpate das Tier erst in Deutschland wieder und bringt es nur noch vom Gepäckband, oder dem Sondergepäckband (je nach Flughafen) nach draußen in die Flughafenhalle. Das Tier wird dann von Tierschützern und/oder den neuen Besitzern abgeholt.

Eine kleine Sache mit großer Wirkung. Helfen kann so einfach sein.

Danke Ron für das erhellende Gespräch.

Sehr gern. Abschließend möchte ich noch hinzufügen, dass jeder zur Tierhilfe etwas beisteuern kann, wenn er denn möchte. Tiere können nicht sprechen. Wir verleihen den Tieren eine Stimme. Wir decken auf. Wir klären auf. Ein Aufruf an alle Menschen mit Herz. Helfen Sie den Tieren in Not. Besuchen Sie unsere Internetseite:

www.Ron-Geese-Stiftung.com

Vielen Dank.

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