Tanner trifft Katja Engemann: Sich Gedanken machen ums Wohl und Wehe

erschien schon im FRIZZ Leipzig:

 

Zehn Jahre ist die Bandcommunity Leipzig, ein anfangs extrem unterschätzter, wilder und eigentümlich frisierter Haufen von Musikenthusiasten, mittlerweile am Kulturmachen in der Stadt. Grund richtig laut Hurra zu singen und Hippie Yeah! gleich hinterher. Katja Engemann, Organisatora der ersten Stunde erhellt antwortend unsere im Dunkeln dahindarbenden Hirne zu wozu und wohin – natürlich – schließlich stellt Ray Voltez (Volly Tanner) die Fragen:

Glückwunsch Katja. Zehn Jahre Bandcommunity Leipzig – das ist feiernswert und glücklichmachend. Das schreit auch förmlich nach einem Sonderprogramm zum diesjährigen, von Euch organisierten HIPPIE YEAH!. Erzähl mal, was sind die fetten Acts des Tages?

Die fettesten Acts sind neben den Tornados sicherlich der Michi Heinemann, Die Kosmonauten und die Radio Queens – und irgendwie natürlich auch die anderen Bands und auch unser Rahmenprogramm mit Luftballonzersingen, Kinderbasteln (eigentlich werden da keine Kinder gebastelt, da wird mit Kindern gebastelt! Anm. von Ray Voltez), Instrumentenbau und StreetArt und Samba. Wir sind nun mit dem Hippie Yeah! auch schon wieder im dritten Jahr und ich denke mal das gesamte Konzept kann sich sehen lassen. Besonders freue ich mich auf die Aftershow mit dem wundervollen Jungs von THE CHICKEN STRINGS – einem Sideprojekt unseres Lieblingsengländers Ian Cox, da können wir uns über das Geschaffte freuen.

Katja Engemann hat gut Lachen.

Katja Engemann hat gut Lachen.

Es gibt zum Feste vegane und vegetarische Köstlichkeiten bei Euch. Das ist mittlerweile auch Usus und unterstützenswert. Woran liegts aber, dass in Musikerkreisen doch etwas mehr auf Nachhaltigkeit geachtet wird? Weltenretterattitüde? Körperbewusstsein? Das Alter?

Hmm, nachhaltig sollte es schon sein, damit die Bands, Gäste und auch die Presse weiß, dass es uns auch ohne BESSERE ZEITEN FESTIVAL noch gibt. Und vor allem, weil wir ja auch unseren Standort, das Bandhaus Leipzig der Bandcommunity Leipzig in der Saarländer Straße 17 als Veranstaltungslocation etablieren wollen. Außerdem kann die Bandcommunity so auch nach außen zeigen, dass Leipzig im Underground sehr viel zu bieten hat, sich Gedanken macht ums Wohl und Wehe des Planeten und der Menschen und nicht einfach nur Bier und Bratwurst zur Musike reicht, sondern eben auch Essen, das gesund hält.

Zehn Jahre Bandcommunity Leipzig. Was waren die Höhepunkte aus Deiner Sicht. Euer veranstalterisches Portfolio ist ja Bände dick.

Zehn Jahre – ja eine lange Zeit. Höhepunkte sind sicherlich die Bessere Zeiten Festivals gewesen, die Einrichtung des Bandhauses mit all den Nutzern, wobei uns absolut klar ist, dass der Bedarf noch viel größer ist – aber wir können die Welt nun mal nicht allein retten – und eigentlich jede gelungene Veranstaltung von SPORT IST MORD bis zu den ganzen Gigs quer durch die Stadt. Und jeder neue zufriedene Gast, Musiker und Unterstützter ist ein kleiner Höhepunkt. Da geht uns im Team ganz oft das Herz auf. Es gibt ganz viele Sachen – aber ich glaube die zehn Jahre sind irgendwie auch ein ganz schön dicklicher Höhepunkt für sich.

Lustig finde ich ja, dass Ihr zum Feste ein Luftballonzersingen macht – was soll denn das sein?

Tja, ich glaube, da muss du dich und ich mich auch überraschen lassen. Habe tatsächlich keine Ahnung, es klingt lustig und sehr interessant und irgendwie auch äußerst verwirrend. Gläser zersingen geht ja klar, hohe Töne und fling, zerspringt das Glas – aber Luftballons? Ich bin selber sehr gespannt.

Wenn Du die hiesige Musikantenszene so siehst, wie würdest Du diese denn für all die Neuhergezogenen definieren? Du ackerst ja im Herzen der Bestie und hast da Innensichten.

Ich würde sagen, dass die Szene recht unübersichtlich auf den ersten Blick ist. Aber wenn man die Jam’s und Stammtische besucht, kann man sich recht gut einen kleinen Überblick verschaffen, um erst einmal einiges kennenzulernen. Wichtig ist jedoch sich selber eine Meinung zu bilden und nicht jedem innerstädtischen Trend hinterherzujoggen. Die Trends kommen und gehen und sind selten mit wirklicher Qualität unterlegt – und dieses permanente Nachäffen von vorgefertigten Sichten ist ja auch auf die Dauer langweilig. Deshalb gibt es uns – die Bandcommunity Leipzig – ja auch, da war so viel Luft frei im Leipziger Musikersein, so viel Platz und das Bedürfnis sich miteinander zu vernetzen, sich kennenzulernen und miteinander Musik zu machen. Und Platz ist immer noch.

Danke Katja für die Antworten – und das das Bandhaus rappelvoll wird!

Vielen Dank auch Dir für deine Unterstützung über all die Jahre!! Bis demnächst.

HIPPIE YEAH! Im Bandhaus Leipzig; 13. Juli 2013; ganztags

http://www.bandcommunity-leipzig.org/

Text & Foto: Ray Voltez

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