Tanner traf: Victoria Dressel (Yoga in der Boxhalle): Ich habe dich angelacht, und du hast zurückgelacht!

erschien unlängst in der Leipziger Internetzeitung:

Yoga könnte ein Teil der Lösung sein, schließlich ist es unumstößlich, dass, wer sich in Yoga und Aufmerksamkeit übt, weniger empfänglich ist für hohle Parolen und eingeimpften Dauerhass. Deshalb begab sich Tanner auf die Suche und traf Victoria Dressel, eine, die nicht nur an sich selber lernt, sondern auch weitergibt, was sie stark macht. Hier das Interview:

Hallo Victoria. Schön Dich zu treffen. Du beginnst am 01.12.2014 mit Yoga-Kursen in der Boxhalle im Westwerk – genauer mit Ashtanga-Yoga. Uff, da stellen sich natürlich Fragen – zum Beispiel: was ist das denn, dieses Ashtanga-Yoga?

Ich versuche es mal so einfach wie möglich: Ashtanga Yoga bedeutet im Grunde die Praxis von speziellen Atemübungen (Pranayama) und bestimmten Asana-Serien (Körperhaltungen). Wobei mein persönlicher Yogastil beeinflusst vom Sivananda ist, das bedeutet, es wird während des Ablaufes großen Wert darauf gelegt, den ständigen Wechsel von Anspannung und Entspannung zu integrieren und dieser Stil hat einen ganz eigenen Ablauf.

Victoria schmunzelt in heiterer Gelassenheit die negativen Energien hinfort.

Victoria schmunzelt in heiterer Gelassenheit die negativen Energien hinfort.

Nun fragt sich das interessierte Volk natürlich auch, was das denn im Boxring von Olympia Leipzig 05 zu suchen hat. Erzähl mal bitte, wie bist Du zu den Boxerinnen und Boxern gekommen???

Der Vereinschef des Olympia Boxclub 05 Kai-Uwe Schulz ist an mich herangetreten. Er war auf der Suche nach einem Yogalehrer, der einerseits den Boxern einen bestmöglichen Ausgleich zu ihrer Disziplin ermöglicht und da bietet sich Yoga hervorragend an, und andererseits sollte auch die Halle sinnvoll genutzt werden, gerade nachdem sie nun eine besondere Heizungsanlage besitzt und mit einem neuen Holzfußboden ausgestattet wurde. Diese Boxhalle hat unheimlich Charme, ganz besonders, wenn die Sonne durch die vielen Holzfenster blitzt.

Und Du selber? Was war Dein Weg zum Yoga? Was hast Du schon alles gemacht?

Mein Weg zur Yogalehrerin war ungeplant. Die Arbeit mit meinem Körper begleitet mich schon mein ganzes Leben. Ich habe von Tanz, über Gymnastik und verschiedenen Sportarten schon sehr viel ausprobiert, es gibt ja unendlich spannende Möglichkeiten auf dieser Ebene. Manches ist mir ein Begleiter geblieben – ich liebe es im Wald zu joggen, aller zwei Tage steht das auf meinem Programm, und manches habe ich aufgegeben, wie zum Beispiel die brasilianische Kampfkunst Capoeira, die ich über zwei Jahre sehr professionell in Berlin praktiziert habe, aber dann in Leipzig nie wieder eine so gute Gruppe finden konnte. Und so verhält es sich auch mit Yoga – ich habe einiges ausprobiert. Doch die Erfahrung in Indien Ashtanga Yoga zu lernen, hat mich überwältigt. Wenn man regelmäßig diesen Yogastil trainiert, dann entgiftet man, stärkt Konzentration, lernt, zu entspannen und fordert jedes Körperteil heraus, innen wie außen. Das ist unheimlich effektiv! Ganz zu Schweigen von der persönlichen Bewusstwerdung. Mit Yoga erfährt man sehr viel und kann, wenn man bereit ist, viel verändern. Und dann war da dieser Yogalehrer Surendrenath, der davon überzeugt war, ich solle in Deutschland unbedingt unterrichten. Er hat mich dann kostenfrei! privat unterrichtet, jeden Tag. Am Ende habe ich dann auch in Indien bereits unterrichtet, er wollte sehen, wie ich es beherrsche.
Und was ich sonst schon alles gemacht habe? (lacht) Dafür reicht unser Interview nicht, aber eine Menge auf jeden Fall. Einiges kann man über mich auf meiner Webseite erfahren (www.ashtanga-yoga-victoria.de)
Kurz gefasst kann ich sagen, durfte ich schon einige besondere Plätze dieser Welt bereisen und bewohnen, auf verschiedenste Menschen treffen, einige von ihnen haben mich geprägt, an ihnen/ mit ihnen bin ich gewachsen. Es gab viele Herausforderungen in meinem Leben zu meistern, was mich gestärkt hat und mir gezeigt hat, wie wichtig es ist, das Leben zu schätzen. Doch eine Sache habe ich immer betrieben und werde es sicherlich auch bis zu meinem Tod, ich hoffe es ist mir bis dahin möglich: das ist zu lernen. So habe ich einige Sprachen und Instrumente erlernen dürfen, beschäftige mich bis heute mit Buddhismus und Psychologie, habe Mode und Management studiert und arbeite aktuell als Art-Managerin und Yogalehrerin/Personal Trainerin. Mal schaun, was mir noch so einfällt in den nächsten 80 Jahren, wenn ich 117 Jahre alt werde, habe ich mir zumindestens vorgenommen (lacht).

Wenn ich jetzt sehe, dass Du zum Beispiel Montags einen Guten-Morgen-Kurs (10:30-11:45 Uhr) anbietest und dazu noch auch Montags einen Guten-Abend-Kurs (19:45-21:00 Uhr) – wie managst Du Deinen Zeitplan? Ist noch Luft für Familie? Dieses Angebot ist ja nicht nur Montags …
Wie händelst Du das?

Zeitmanagement ist alles. Da sind die Mütter und Väter sowieso ziemlich gut darin. Und dann braucht es ein Netzwerk von Freunden, Familie, Bekannten. Mein Sohn wird mindestens viermal die Woche von mir aus dem Kindergarten abgeholt und dann verbringen wir ein paar Stunden gemeinsam. Abendbrot und Schlafritual liegt dann bei Papa oder Freund, Freundin. Und dann gibt es ja noch die Wochenenden, die sind dann nur für Familie eingeplant.
Außer Sonntag Vormittag von 10:00 bis 11:15 Uhr neuerdings. Da habe ich längst gemeinsam gefrühstückt und hüpfe mal für 75 Minuten „rüber“ ins Westwerk. Ich wohne nicht weit davon.

Yoga hat in Leipzig gerade Konjunktur, glaube ich. Ist da noch Luft nach oben?

Nach oben, puh, vielleicht sollten wir garnicht in die Richtung denken. Klar, es werden sicherlich in Zukunft noch ganz verrückte Abwandlungen und Yogastile zu entdecken sein (hast du schon einmal vom Baumstamm-Yoga gehört oder Tuchyoga?) Wichtig bleibt, dass jeder der Lust hat, etwas über sich selbst zu erfahren, hoffentlich seinen persönlichen Stil findet. Und gute Kurse bleiben, weniger gute verschwinden auch wieder. Jeder bringt mit seiner/ihrer Persönlichkeit etwas ganz eigenes mit. Also mein Unterricht halte ich auch teilweise bis vollständig in Englisch, wenn zum Beispiel internationale Schüler meinen Kurs besuchen. Damit habe ich bereits ein Alleinstellungsmerkmal, und dann natürlich die Art und Weise macht die Musik, wie man unterrichtet.

Zum Abschluss hast Du hier noch Platz für Weisheit. Ich mag das besonders, Menschen Raum für Gedanken zu geben – also los: Welche Weisheit leitet Dich???

Es auf eine zu beschränken, gelingt mir leider nicht. Doch der Satz von Yoko Ono, den man auch auf meiner Seite findet, hat für mich universelle Bedeutung und lässt sich aus vielerlei Richtung begreifen. „At least everyone should know that what we are thinking, what we are doing is affecting the world all the time“. Und das lässt sich ganz einfach beweisen, hier mal ganz simpel- schau: ich hab dich angelacht, und du hast zurückgelacht! So ist es mit allem!

Danke für die Antworten.

Yoga im Westwerk mit Victoria Dressel:
http://www.ashtanga-yoga-victoria.de

 

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