Tanner trifft die Sängerin Sarah Merseburger: Auf der Bühne lernt man Dinge, die kann einem keine Schule beibringen.

Tanner sehnt sich nach Frieden. Und er sehnt sich nach Musik voller Liebe und Herzenswärme. All der Krach, das Getöse und Geschrei um ihn herum geht ihm nämlich mittlerweile extrem auf den Sender. Und so kam es wie die Karmakiste beim Überlaufen es so einzurichten in der Lage ist: eine CD flatterte auf seinen Tisch. Die erste CD von Sarah Merseburger.

Nun wird der runde Hoffnungsschimmer am Sonntag Abend im SPIZZkeller aufs Volk losgelassen. Damit ein bisschen mehr Schönheit kommt auf die Welt. Tanner fragte natürlich nach:

Hallo Sarah Merseburger. Das ist mir eine echte Freude, Dich interviewen zu dürfen. Da bin ich ja förmlich bahnbrechend, schließlich hat sich die versammelte Musikrezeptionisten-Meute noch um Dich herum im Dunkeln gehalten. Also. Jippie – nun aber: Warum wir eigentlich miteinander reden: Du bringst am Sonntag, den 24.09.2017 im SPIZZkeller zu Leipzig erstmals Deinen Solo-Erstling „BeziehungsWaisen“ in rund und zu Gehör. Record Release. Fein. Wer gestaltet denn mit Dir zusammen den Abend? Du wirst ja bestimmt nicht völlig einsam auf der Bühne sein und tanzen.

Hallo Volly, mich freut es auch sehr, vielen Dank! Ja, Sonntag ist nun endlich die Record Release Party. Und ehrlich gesagt bin ich schon ziemlich aufgeregt, obwohl ich das nicht sein müsste, denn Du hast recht: Völlig einsam werde ich nicht auf der Bühne stehen. Ich habe einen Teil von Leipzigs besten Musikern an diesem Abend um mich und wir werden zu sechst das Programm stemmen. Mit dabei sind Mario Ulbrich und Kevin Eisert, mit denen ich sonst in meiner Coverband Sarah & the BeatBoyz spiele sowie Simon Eisert, Andy Herwig und Torsten Großmann. Alle ganz hervorragende Musiker. In Szene gesetzt werden wir an diesem Abend durch die Veranstaltungstechnik Pinder. Außerdem haben wir noch DJ Andy an Bord, der das Publikum drum herum unterhalten wird.

Sarah Merseburger mit Koffer, wo doch eigentlich ihr Freund auf die Bank gehört. Eine BeziehungsWaise eben. c/o SM.PR

BeziehungsWaisen – ein schönes WortSpiel. Vom Waisensein in Beziehungen, vom Getrenntwerden und Auseinandermiteinander. Das klingt jetzt nicht – rein von der Titelwahl – nach Punkrock. Was mischst Du denn da auf Deinem Album?

Nein, Punkrock ist es nicht. Es lässt sich aber auch schwer sagen, was es denn wirklich ist. Ich will es mal so beschreiben: Es handelt sich um Pop mit verschiedenen Einflüssen. Mal mit einem Touch Funk, dann wieder Reggae und dann wieder einen Hauch Rock… Das Album ist, meiner Ansicht nach, recht vielfältig. Und es handelt sich dabei immer wieder um die wichtigste aller Beziehungen: die zwischen zwei Menschen. Dieses Thema wird auf meinem Album in verschiedene Geschichten gepackt. Ob mal als Beziehungswaise, als Superwoman oder auch als ausgerutschte Supermarktkundin.

Ich hörte von großen Meistern hinter Deinem Rücken. Selbst der heldenhafte AMOR soll Pfeile aus seinem Musikköcher geschüttelt haben. Erzähl doch mal bitte, wer da mitgemischt hat.

Amor war der Ideenbegründer der ganzen Sache. Wie es so in Leipzigs Muggerkreisen ist, trifft man sich gerne mal in dem Musikgeschäft Musik-Krähe auf einen Kaffee und dort zeigte ihm der Booker von den BeatBoyz, Axel Kurde, ein Video von mir, als ich gerade frisch in der Band eingestiegen bin. Irgendwie hat das Amor inspiriert und er sagte „Mensch, der müsste man mal einen Song schreiben“, worauf Axel meinte: „Dann mach doch!“ Gesagt, getan. Und aus einem Song wurde im Laufe der Zeit eine ganze Mappe voller Texte. Zusammen mit Andreas Kurde, dem Bruder von Axel, wurde daraufhin komponiert und produziert mit der Unterstützung von verschiedenen Leipziger Musikern, die einen Teil der Instrumente für uns einspielten. Einige davon stehen übrigens am Sonntag mit auf der Bühne. Also die Musiker meine ich. Deren Instrumente stehen aber natürlich auch auf der Bühne. Und meine extra für die ReleaseParty neu gekauften Schuhe stehen auch auf der Bühne. Und ich stehe in ihnen.

Und wie kamt Ihr miteinander aus? Sind ja alles Ergraute und Du bist ja ein Jungfuchs oder besser eine Jungfüchsin. Da sind ja schon die kommunikativen Schnelligkeiten weit auseinander.

Ich denke, gerade dadurch haben wir uns super ergänzt. Vor allem was die Albumproduktion angeht, habe ich natürlich nicht die Erfahrung, die die „Ergrauten“ mitbringen, dafür kann ich aber hier und da bei den Texten mal sagen, was man heute vielleicht anders formuliert. Und auch die Zusammenarbeit funktioniert prima. Es ist ein ehrliches und offenes Miteinander, bei dem immer 100 % verlangt werden und Kritik offen ausgesprochen wird. Aber meist geht es dabei mit einem Augenzwinkern zu. Amors liebste Sprüche sind „Da war schon viel Schönes dran“ oder „Es kann nur besser werden“. Das spornt die Jungfüchsin an und gibt die Motivation, sich selbst immer weiter zu verbessern. Und ich denke, auch die Erfahrung der Altmusiker kommt dem Album sehr zugute. Besonders Amor und Andreas Kurde bringen die musikalischen Fertigkeiten aus den Zeiten des Ostrock mit, die in der heutigen Musik leider oft etwas verloren gehen. Außerdem hat die Zusammenarbeit mit dieser gentlemantösen Generation einen besonderen Vorteil: Der Tisch im Studio ist immer voll mit Kaffee, Keksen und belegten Brötchen.

Du singst bei Tonelli´s P70, wie ich hörte – und bei Deinen „Sarah & The Beatboyz“. Rein terminlich bist Du doch da hauptberuflich Musikerin, denke ich mal. Hast Du das gelernt? Bei wem?

Nein, bei P70 habe ich nur gelegentlich als Aushilfe gesungen aber bei Tonellis „Feelmen the Soulorchestra“ bin ich dabei. Und die meiste Zeit natürlich bei „Sarah and the BeatBoyz“. Dennoch mache ich das nicht hauptberuflich. In unserer Band haben alle einen normalen Vollzeitjob, wodurch die Konzerte zumeist nur an den Wochenenden stattfinden. So kommen sich Musik und Beruf kaum in die Quere. Eine Albumproduktion ist aber dennoch sehr zeitintensiv und lässt sich in dieser Situation nur nach Feierabend oder am Wochenende vereinbaren. Da es aber genau das ist, was ich will, stellt die fehlende Freizeit kein Problem dar. Eine abgeschlossene musikalische Ausbildung habe ich nicht. Ich war einmal in Hamburg an einer Musicalschule. Irgendwie war das aber nicht so mein Ding und ich habe Hamburg den Rücken gekehrt, bin zurück nach Leipzig gezogen und habe als Sängerin in diversen Coverbands gesungen. Im Nachhinein denke ich, es war die bessere Schule. Auf der Bühne lernt man Dinge, die kann einem keine Schule beibringen.

Nun ist das Album da – elf knorke runde Stücke Pop – doch wie geht es weiter? Wie kommt das Album zu den Menschen? Die Jahreszeit für Stadtfeste ist ja vorbei. Gehts jetzt ochsentourig durch die Hallen?

Das wäre natürlich genial! Erst einmal muss aber das Interesse der Leute geweckt werden. Auf diversen Onlineplattformen bin ich schon vertreten und auch beim MDR Sachsen-Anhalt und Antenne Brandenburg wurde mein Album bereits vorgestellt. Nun heißt es am Ball bleiben und weitermachen! Ich bin natürlich optimistisch und habe die Zuversicht, dass es nicht nur bei dem einen Liveauftritt im Spizzkeller bleibt.

Wer oder was hat Euch eigentrlich geritten, den Wahlsonntagabend für die Release zu nutzen? Oder gibt’s da eine grundlegende Idee dahinter?

Das Datum lässt sich so leichter merken. Nein, eigentlich fiel mir erst hinterher auf, dass beide Tage zusammenfallen. Da war der Spizzkeller aber schon angemietet. Ich hoffe jedoch nicht, dass das zum Nachteil für uns werden wird. Wer seine Pflicht als Bürger tagsüber getan hat, kann also gerne guten Gewissens abends in den Spizzkeller mit uns feiern kommen und den Dingen seinen Lauf lassen.

BeziehungsWaisenKinder als Lied ist ja sehr persönlich. Besonders die darin vermittelte Krise hat auch Dich erwischt. Wie sieht es den derzeit aus, rein privat? Wie läufts so?

Das Lied BeziehungsWaisenKinder war wirklich wie ein Omen. So wie wir es produzierten und es auf der Platte erschien, hat es sich ergeben, dass mein Partner beruflich nach Westdeutschland ziehen musste. Den Text des Songs kann ich demnach jetzt natürlich noch besser empfinden als vorher. Dennoch läuft es privat aber sehr gut, zumal die Zeit der Fernbeziehung begrenzt ist und nächstes Jahr vermutlich wieder alles in „geordneten Bahnen“ läuft. Auch bin ich ja nicht die Einzige, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen muss. Fernbeziehungen sind mittlerweile ein Massenphänomen geworden. Und bei genauerem Betrachten kommt die daraus entstandene „Zeit für mich“ momentan gar nicht so sehr ungelegen. So kann ich meine volle Konzentration auf das Album richten.

Fussel am Po? Echt? Ein Lied namens „Fussel am Po“? An Deinem …?

Geschichten aus dem Leben eben. Wer hat nicht ab und zu mal eine Fussel am Po? Und warum sollte man davon nicht singen? Von Liebe und Herzschmerz singt man ja auch und eine Fussel am Po gehört schließlich genauso zum Leben.

Danke, liebe Sarah, für Deine Antworten. Und hier darfst Du auch nochmal allen Leserherden sagen wie die jetzt vor Interesse Glühenden Dein Album erwerben können – und warum:

Das Album erhaltet Ihr auf allen gängigen Musikplattformen und Onlinevertrieben wie Amazon, ITunes, Apple Music, Spotify und Co. Oder Ihr kommt am Sonntag zu meiner ReleaseParty und kauft Euch persönlich ein Exemplar von mir. Das Album lege ich besonders jenen ans Herz, die Lust auf direkte Geschichten aus dem Alltag haben, die textlich wie auch musikalisch unterhalten werden möchten, die Lust auf was Neues haben und einfach mich und meine Musik kennenlernen möchten.

SARAH MERSEBURGER im Netz:

http://sarah-merseburger.de/

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