Tanner trifft Armin Cyckajtys vom Landessportbund Sachsen: Integration geht uns alle an.

Da ist der Tanner schonmal beim Fußball zugegen – Mädchenfußballtag war angesagt – und was macht er? Interview! Schließlich gab es am Rande der sehr feinen Veranstaltung feine Menschen, die sich einbrachten. Und Bratwurst gab es auch. Tanner sprach mit Armin Cyckajtys vom Landessportbund Sachsen über Integration, Mittun und den gesellschaftspolitischen Ansatz. Gemeinschaft geht nur miteinander.

Guten Tag, Armin Cyckajtys. Ich traf gerade Ihre LSB-Crew beim Mädchenfußballtag in Sachsen, in Leipzig – und die waren gut umringt von den Mädchen, obwohl es bei ihren Angeboten um Fairplay und Respekt ging. Schlage ich jedoch in Zeitungen oder Netzen nach, habe ich das Gefühl, dass es gerade da sehr stark Mangel gibt. Wie kommt es, dass rüpelhaftes und respektloses Verhalten so auf dem Vormarsch scheint.

Guten Tag Herr Tanner, Fairplay und Respekt gehören aus unserer Sicht ganz klar zum Sport. Über die anziehende Kraft von Sportveranstaltungen kommen wir oft mit zahlreichen Kindern und Jugendlichen in Kontakt – die Erfahrung zeigt dabei, dass man nicht alle Heranwachsenden über einen Kamm scheren sollte. Die Vielzahl weiß mit diesen Begrifflichkeiten umzugehen und jene, welche respektloses und rüpelhaftes Verhalten an den Tag legen, werden bei uns zum Nachdenken ihres Handelns angeregt.

Respekt ist der Kitt der Gesellschaft. Junge Menschen agieren für die Zukunft. c/o Volly Tanner 2017

Was können Sie vom Landessportbund Sachsen ganz konkret tun?

Unsere Strategie ist es, über den Sport Bildungsangebote an die Kinder und Jugendlichen heran zu tragen. So nutzen wir beispielsweise Fairplayturniere um die Akteure mit bestimmten Regeln zu konfrontieren und eine faire Spielweise mit Zusatzpunkten zu honorieren. Ein anderes, sehr gut angenommenes Angebot ist unsere sogenannte Fairplaywerkstatt. Hierbei können sich die jeweiligen Teilnehmer über kleine Fragebögen und Bilder spielerisch mit dem Thema Fairplay auseinandersetzen – dabei spielen unsere pädagogisch und inhaltlich gut ausgebildeten Referenten eine entscheidende Rolle. Unterschiedliche theoretische und praktische Methoden verfolgen das Ziel, Fairplay im wahrsten Sinne des Wortes erlebbar zu machen. Gemeinsam werden Umgangsregeln für den Sport und den Alltag entwickelt und gemeinsam festgehalten.

Der Slogan hier am Tisch war „Integration durch Sport“. Können Sie das etwas erläutern, bitte? Wer oder was soll integriert werden und wo hinein?

Die Angebote aus dem Projekt „Integration durch Sport“ sollen Vereinen und Institutionen die Möglichkeit bieten, integrative Arbeit zu leisten, dies bedeutet, dass hier Hilfe von der Beratung bis hin zur Durchführung einer Veranstaltung ermöglicht wird. In Sportvereinen treffen Menschen aus unterschiedlichen sozialen Milieus aufeinander und teilen ihre Freude an der Bewegung. Das Programm „Integration durch Sport“ wirkt darauf hin, dass zugewanderte Menschen sowie sozial benachteiligte Menschen zum Sport und zu ehrenamtlichem Engagement im Verein animiert werden. Dafür beraten und begleiten die Landessportbünde die Sportvereine. Zudem informieren sie die Öffentlichkeit und werben für eine gesellschaftspolitische Unterstützung. Denn eines ist klar: Integration geht alle an.

Ihre Crew am LSB-Stand. Was waren das überhaupt für Menschen? Ehrenamtliche? Studenten? Sportels, die irgendwo was ausgefressen haben und zur Strafe zum Mädchenfußballfest mussten?

Sie haben durchaus interessante Ideen hinsichtlich unseres Referententeams. Tatsächlich besteht unsere Crew aus ehrenamtlichen Mitarbeitern, welche in ihrem „richtigen Leben“ als Studenten, Rentner oder auch als Angestellte agieren. In jedem Fall bringen sie alle ein sehr hohes Engagement, Know-How und Freude an dieser Bildungsaufgabe mit.

Und Sie, Herr Cyckajtys. Wie sind Sie zum LSB gekommen – und was machen Sie ganz persönlich da?

Auf der Suche nach einer erfüllenden Aufgabe im Bereich des Sports gab es für mich die Möglichkeit im Projekt „Integration durch Sport“ tätig zu werden. So bin ich nun für die Organisation unserer Veranstaltungen und somit der eben beschriebenen Angebote zuständig.

Wie können sich die Menschen denn bei Ihnen engagieren? Brauchen Sie überhaupt noch Hilfe?

Wir sind immer auf der Suche nach interessierten Menschen, welche uns bei der Arbeit mit den sächsischen Vereinen und Institutionen unterstützen. Als zukünftige Referenten werden unsere Mitarbeiter geschult und bekommen einiges an interessantem Wissen an die Hand.

Danke für die Antworten.

Vielen Dank für Ihr Interesse.

Unsere kommenden Veranstaltungen im Programm „Integration durch Sport“:

20.-23.07.2017 Bundesfinale der Sparkassen Fairplay Soccer Tour in Prora

10.-14.09.2017 Kurs „Schwimmen lernen und Sportsprache“ im Sportpark Rabenberg

22.-24.09.2017 Fortbildung „Fit für die Vielfalt“ in Werdau

24.-30.09.2017 Interkulturelle Woche (IKW) bundesweit

01.10.2017 IKW-Hallenfußballturnier „Sport spricht alle Sprachen“ in Leipzig

10.-12.11.2017 Jahrestagung Programm „Integration durch Sport“ Sachsen im Sportpark Rabenberg

www.sport-fuer-sachsen.de

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