Tanner trifft die Heilerin Sophie Grimm: Wir haben so große Fähigkeiten und Potentiale.

Manche Gespräche müssen einfach etwas länger sein, besonders, wenn die Befragte so viel Wissenswertes und Intelligentes zu erzählen hat. Sophie Grimm heilt Menschen indem sie sanfte Wege mit ihnen geht. Und sie lässt fremdes Wissen zu. Doch lest selber:

Guten Tag, liebe Sophie Grimm – Du bist Naturheilkundlerin und Körperarbeiterin – und veranstaltest DETOX-Gruppen. Was ist das denn: DETOX?

Guten Tag, lieber Volly Tanner, danke für deine Einladung zum Interview!

Ja, was ist DETOX? Detox ist erstmal ganz einfach das englische Wort für Entgiftung und bezieht sich meist auf eine körperliche Reinigung und Entgiftung, die sich auf alle möglichen Stoffe beziehen kann. Schwermetalle, Pestizide, Weichmacher, Nikotin, Coffein, Hormone, Medikamente usw…

Sophie Grimm - leuchtend, weil mit sich im Reinen.

Sophie Grimm – leuchtend, weil mit sich im Reinen.

Ach – und konkret für Dich?

Für mich ist Detox noch viel mehr, es bedeutet mir nicht nur anzuschauen, was ich körperlich zu mir nehme, was ich esse, wie ich esse, welche Kosmetika ich benutze, welche Stoffe ich auf meiner Haut trage und all das möglichst natürlich zu belassen, sondern für mich umfasst DETOX auch, was ich denke, was ich fühle, wie ich handle.

Wenn ich z.b. denke, dass ich eigentlich nichts wert bin oder mich wegen irgendetwas schlecht oder schuldig fühle, verändert das meine gesamte Körperchemie zum „Schlechten“, der Körper schüttet zu viele Stresshormone aus, diese bewirken vermehrt Entzündung, eine schlechtere Verdauung, schlechte Laune und vieles mehr.

Und vor allem, wenn ich mich schlecht fühle, tue ich mir eher schlechtes.

Ich greife eher zu Süßem, eher zu Junk Food, meine ganze Energie geht insgesamt runter.

Es geht in meinen DETOX Kursen also neben der Ernährungsumstellung (z.b. Weglassen von Gluten, tierischen Produkten, Zucker, Kaffee, Nikotin; Umsteigen auf immer mehr Rohkost und naturbelassene Nahrungsmittel) und einer gezielten Ausleitung über Heilkräutertees, spezielle Detoxpulver (aus Zeolith, Algen, Kurkuma) Detoxbäder (aus Natron, Meersalz und speziellen Kräutern), viel reines gutes Wasser (wir trinken jeden Tag 3 Liter Wasser während der Detoxkur) und eine Darmreinigung, auch ganz viel darum, was wir so den ganzen Tag denken und fühlen und das gezielt umzustrukturieren.

Gute Gedanken an den Platz von schlechten zu setzen – mit „schlechten“ meine ich Gedanken, die dir nicht dienen, Gedanken, die dich schwächen und dich schlecht fühlen lassen, denn das Wichtigste ist tatsächlich, dass du dich gut fühlst, das gibt dir die Lust, Kraft und Energie, gut zu handeln, d.h. Dinge zu tun, die dir, deinen Menschen und dem Planeten dienen.

DETOX ist für mich auch ethisch zu leben, z.b. so wenig wie möglich Plastik zu verwenden, ökologisch und fair gehandelt einzukaufen, Second Hand zu kaufen, einfach zu überlegen, wo gibst du deinen Euro, denn nur der Konsument kann die Welt verändern!

Wow! Das hängt ja alles miteinander zusammen.

Für mich gehört einfach alles zusammen, was wir essen, wie wir uns bewegen, was wir denken, was wir fühlen, was wir tun und in der Praxis erfahre ich immer, dass sobald du an einer Stelle etwas veränderst, verändert sich gleich das gesamte Lebensnetzwerk und -gefüge.

Deswegen betrachte ich auch gern alle Lebensebenen einer Person und wir schauen dann gemeinsam, was du gern erreichen möchtest und wo der erste Schritt ist.

Das war jetzt etwas ausschweifend zum Thema Detox – obwohl ich natürlich gern noch viel mehr darüber erzählen könnte – das war sozusagen die „mal kurz alles unter einen Hut bringen“-Variante.

Die Schwerpunkte Deiner Ausbildung waren Phytotherapie, Irisdiagnose, TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) und Shiatsu. Kannst Du uns die Begriffe und was dahintersteckt etwas näherbringen?

Ja klar, sehr gern.

Phytotherapie ist der Fachbegriff für Pflanzenheilkunde.

Zur Pflanzenheilkunde gehört jegliche denkbare Art der Anwendung von Heilpflanzen zum Ausgleichen und Geilen von Körper, Seele und Geist. Das große Zentrum meiner Arbeit da ist der Heiltee. Das ist eine ganz individuelle Komposition von Heilpflanzen, von Mensch zu Mensch und für jeden Menschen, je nachdem, wo er gerade steht, unterschiedlich. Ich wähle aus bestimmt über 250 Heilpflanzen, die ich gut kenne und benutze, aus und stelle ein Rezept aus ca. 10-16 Heilpflanzen zusammen. Für mich hat sich das Einsetzen von vielen Heilpflanzen (manche Therapeuten mischen einen Tee z.B. aus nur 5-7 Heilpflanzen) bewährt, da ich so die Wirkung sehr viel feiner und gezielter austarieren kann.

Der Heiltee wird ca. 6-12 Wochen dreimal täglich idealerweise vor dem Essen getrunken. Danach wird eine neue Rezeptur zusammengestellt. Für mich ist neben dem Essen von Pflanzen (von Wildkräutern, Heilkräutern und natürlich unseren auch heilsamen Nahrungspflanzen) und dem Trinken von Frischpresssäften, die die ganze frische lebendige vitale Power der Pflanze enthalten, der Tee die beste und wirksamste Darreichungsform von Heilpflanzen, da die meisten Inhaltsstoffe der Pflanzen über die wässrige Lösung am besten ausgezogen und aufgenommen werden können.

Außerdem ist es für viele Menschen schon heilsam überhaupt mal so viel zu trinken.

Nur Tee? Da geht doch mehr, liebe Sophie.

Neben dem Tee kann man Heilpflanzen auch in Form von Tinkturen, Salben, Tabletten und Bädern verwenden. Ich selbst benutze in der Therapie neben dem Heiltee gern verschiedene Nahrungsmittel wie Algen (Chlorella, Spirulina, Afa), Nachtkerzenöl, verschiedene Tinkturen z.b. aus Koriander, Bärlauch, Schachtelhalm oder z.b. Heilpilze, die ja im weiteren Sinne auch zur Pflanzenheilkunde zählen.

Und das funktioniert?

Ich bin immer wieder absolut begeistert davon, wie stark die Pflanzen wirken, dass z.B. Frauen, die nicht schwanger wurden auf einmal schwanger werden und jahrelange Kopfschmerzen endlich weg gehen oder jemand auf einmal schlafen kann, für den das vorher voll das Problem war.

Das ist toll und ich bin so dankbar dafür.

Und ich schau mir auch immer, auch wenn es nicht ganz direkt zur Pflanzenheilkunde gehört, die Ernährung an, denn auch Nahrungspflanzen/Nahrungsmittel heilen und wenn sich jemand wirklich viel von Junk Food, Weißmehl, Zucker etc. ernährt, sieht es mit gesund werden, wenn denn eine Erkrankung da ist, nicht wirklich toll aus.

Ganz viel gesund sein läuft über eine gute Ernährung mit viel Rohkost, und über Sport! Mal ganz so am Rande…

Und was machst Du noch?

Neben diesen Anwendungsformen aus der Pflanzenheilkunde wende ich auch andere Behandlungsformen aus der Naturheilkunde an. Naturheilkunde ist nochmal der Überbegriff, dazu zählen neben der Pflanzenheilkunde noch viele andere Bereiche, wie z.B. traditionelle Ausleitungsverfahren, dazu gehören u.a. das Schröpfen, Baunscheidtieren und die Blutegeltherapie.

Ich liebe besonders die Blutegel und finde sie unschlagbar für ziemlich viele Beschwerden im Bewegungsapparat, bei Arthrose, bei alten Verletzungen, die nie wieder richtig geheilt sind, zur besseren Heilung nach OPs, zur Vitalisierung des Blutes. Sie können echt einiges sehr Tolles.

Und nun mal zur Irisdiagnose. Ja, was ist das eigentlich?

In der Irisdiagnose schaue ich mir die Iris, also die Regenbogenhaut- das Bunte- des Auges an und lese aus ihr, anhand der Farbe, der feinen Strukturen, Pigmente und Formen in ihr ganz viel über die Art und Weise, wie ein Körper grundsätzlich reagiert, wo er belastet ist, wo er Stärken hat.

Die Iris ist wie z.B die Füße oder die Ohren in Reflexzonen aufgebaut, die für bestimmte Organsysteme stehen und anhand von Zeichen in diesen Bereichen, erfahre ich dann, was eigentlich so los ist mit diesem Organ.

Ich kann Aussagen treffen über die Konstitution eines Menschen, ob er z.B. eher mit Verdauungsbeschwerden oder Infekten reagiert, ob er eher extrovertiert oder introvertiert ist, ob die Kopfschmerzen, die er hat, zu tun haben mit muskulärer Verspannung, mit dem Hormonhaushalt oder z.B. zu viel Harnsäure. Ich kann sehen welche Ursache Symptome haben und dann ganz individuell und ursächlich behandeln. Nicht jeder Mensch, der zu mir kommt mit Kopfschmerzen bekommt die gleichen Pflanzen, jeder bekommt eine ganz individuelle Rezeptur, die auf seine Beschaffenheit abgestimmt ist. Das ist toll und ich bin jedes Mal total dankbar, dieses Werkzeug zu haben.

Neben der Irisdiagnose erfahre ich natürlich viel über einen Menschen durch seine gesamte Erscheinung, durch den Geruch, die Farbe und Beschaffenheit der Haut usw.,um nur ein paar kleine Eckpunkte zu nennen.

Die TCM, also die Traditionelle Chinesische Medizin, wird in China seit mehr als 5000 Jahren praktiziert, ist also mit dem Ayurveda zusammen eine der ältesten überlieferten Heilsysteme, die auch heute noch aktuell sind.

Den meisten Menschen ist ja vor allem die Akupunktur bekannt. Ich benutze mein Wissen über die Akupunkturpunkte vor allem in der Körperarbeit, bei den Massagen, die ich gebe. Akupunkturnadeln setze ich sehr selten.

Zur TCM gehört aber eigentlich viel mehr. Vor allem ist die TCM eine sehr genau Lehre über die Energetik des Körpers, von Heilmitteln, Pflanzen, Lebensmitteln. Es wurden aus spirituellen und gesellschaftlichen Gründen keine Menschen aufgeschnitten wie in der Historie der westlichen Medizin und somit ist eine ganz andere Art von Medizin entstanden, die den Körper, den Menschen, die Welt vor allem als Energiesystem versteht und weniger als ich nenns jetzt mal „Maschine“ mit bestimmten Bauteilen wie Herz, Lunge, Darm etc. Alle Begriffe der TCM wie Leber, Lunge, Milz etc. meinen Energieprinzipien, die in der Idee den jeweiligen inneren Organen am nächsten kommen. Es sind Benennungen, die einfach gemacht wurden, um dem Westler die Idee der Energien und Funktionssysteme dahinter verständlich zu machen.

Die TCM betrachtet also den Körper aufgebaut aus Meridianen (=Energiekanälen), die fünf Elementen (Wasser, Holz, Feuer, Erde, Metall) zugeordnet sind und verschiedene Funktionen umfassen. Der Fluss der Meridiane, also der Energie durch den Körper wird dann mittels Akupunktur und verschiedener Kräutermischungen, Presslingen und z.B. Kraftsuppen beeinflusst.

Ich hab vor allem die 5-Elemente-Lehre der TCM gelernt, Lehre über die Organe und ihre Energien, wie sich Dysbalancen zeigen und die Energielehre angewandt auf die Pflanzen der westlichen Heilkräuter und wie ich sie benutzen kann, um das Energiesystem auszugleichen.

Im Grunde denkt die TCM sehr einfach und ist dadurch nach meiner Erfahrung auch sehr wirkungsvoll. Einfach heißt ja auch praktisch und direkt.

Und Shiatsu?

Das Shiatsu ist eine Form der Körperarbeit bei der die Meridiane behandelt und in Fluss gebracht werden. Ich wende es eigentlich immer automatisch auch mit an, wenn ich jemanden massiere und vor allem erfahre ich, selbst wenn ich noch kein Wort mit jemandem gesprochen habe, nur durch das Anschauen und Anfassen des Körpers sehr viel Information darüber, welche Organe belastet sind, ein bisschen mehr Unterstützung brauchen und dann im Schwerpunkt der Behandlung stehen und auch welche Lebensthemen einen Menschen beschäftigen.

Das auch mal in aller Kürze ohne die Meridiane und Organsysteme genauer zu erläutern.

Wie muss ich mir denn Deine Selbständigkeit vorstellen? Was machst Du ganz konkret? Was bietest Du an & was wird besonders gut angenommen?

Meine Selbständigkeit ist erstmal, wofür ich immer wieder super dankbar bin, wirklich eine Selbständigkeit, d.h. ich kann arbeiten wann und wie viel ich will.

Ganz konkret arbeite ich im Moment vor allem noch im eins zu eins, d.h. jemand kommt zu mir in die Praxis und ich massiere sie oder ihn, mache einen Heiltee, ein Ernährungsprogramm, setze Blutegel, je nachdem, was gerade ansteht. Entweder wir haben das schon vorher besprochen oder schauen in einer ersten Sitzung, was jemand braucht.

Allermeistens sind die Menschen, die ich behandele, mindestens 1,5 Std da, das ist etwas, was ich sehr genieße, ich nehme mir sehr gern genug Zeit, dann ist das Arbeiten für mich selbst toll. Ich hab gemerkt, das einzige, was mich stresst, ist das Gefühl mit jemandem zu wenig Zeit zu haben. Sonst macht mir meine Arbeit einfach Spaß und ich empfinde es wirklich nicht als Arbeit, sondern das bin voll und ganz ich, ich gehe darin auf und fühle mich danach besser als vorher.

Jeder, der kommt, bekommt meine ganze Präsenz, nur dann bin ich wirklich offen und ganz auf Empfang und kann erspüren und sehen wie es jemandem geht, was jemand braucht.

Ich fühle das dann selbst in mir, ich fühle, wie du dich fühlst und wo in deinem Körper, was passiert.

Wir haben alle die Fähigkeit dazu, in so einer Art und Weise mitzufühlen. Die Wissenschaft nennt eine der Ursachen dafür Spiegelneurone. In unserem Gehirn gibt es Nervenzellen, die dazu in der Lage sind, wie Spiegel das Auftreten, die Wirkung, Ausstrahlung, Haltung unseres Gegenübers exakt wiederzugeben. Das ist toll, das macht es möglich, wirklich verbunden zu sein und jemanden zu verstehen.

Ich biete also Körperarbeitssessions an, Massagen, bei denen ich auch manchmal, wenn es angebracht ist Meditationen anleite, ich mache naturheilkundliche Behandlungen, Ernährungsberatungen, Detoxprogramme z.B. zur Schwermetallausleitung oder zur Schwangerschaftsvorbereitung (also noch vor der Empfängnis).

Es sind alles Formate zwischen 1std und maximal 2,5std.

Zu einigen Themen biete ich auch immer wieder begleitete Gruppen an.

Ich weiß ja, dass dich besonders Schwangere umtreiben.

Eine ganz große Leidenschaft von mir ist auch die Arbeit mit Schwangeren und Müttern, vor und nach der Geburt. Seit meiner ersten Schwangerschaft und Geburt (zuhause und ohne Hebamme) habe ich da eine ganz große Passion, weil es einfach so viel wert ist, wenn Frauen ihre Kinder selbstbestimmt und mit Vertrauen in sich zur Welt bringen können und wirklich vom Prozess des Mama werdens und seins tief wachsen und sie selbst werden können.

Das ist ein riesiger Segen, der dann auch den Kindern richtig viel Rückenwind mit auf ihren Lebensweg gibt. Ich erlebe da bei vielen Frauen viel Unsicherheit, weil das Thema Geburt ja gesellschaftlich sehr im Krankenhaus-, krank sein, schmerzhaft etc. -setting vermittelt wird und viele Frauen dadurch Angst haben und gar nicht mehr verbunden sind mit ihrer Kraft und ihrem Körper, der natürlicherweise dafür gemacht ist, Leben zu empfangen und zu gebären.

da könnte ich jetzt stundenlang drüber reden…

Am besten angenommen wird die Körperarbeit und alles, was sich ums Thema Detox und Ernährung dreht und auch ums Thema Gedankenausrichtung, dazu mach ich auch einiges, denn Gedanken stehen immer an erster Stelle und entscheiden voll darüber, was du erlebst, wie du dich fühlst und wie du die Welt wahrnimmst.

Du bist ja auch Mutti und Partnerin. Wie gestaltest Du Dein Zeitkontingent?

Eine gute Frage… Eben auch selbständig, d.h. an oberster Stelle steht, dass es mir selbst gut geht, denn sonst kann ich weder als Mama, noch als Frau oder Therapeutin etwas geben.

Das lege ich wirklich jedem ganz doll ans Herz. Der wichtigste Mensch in deinem Leben, musst du selbst sein. Das hat nichts mit Egoismus zu tun, sondern ist sehr weise und die Voraussetzung dafür, dass es dir und dann auch anderen gut geht. Es hat viel damit zu tun, die volle Verantwortung für dich selbst zu übernehmen und die Verantwortung übernehmen macht glücklich, denn dann kannst du auf einmal dein Leben auch voll gestalten.

Ich nehme mir also erstmal genug Zeit für mich, ich male total gern, meditiere, mache verschiedene Übungen zur Gedankenausrichtung, mache Yoga und gehe tanze. Manchmal nehme ich mir nur eine halbe Stunde am Tag dafür, manchmal auch den ganzen Vormittag.

Ich bin ja auch gerade wieder schwanger, im März kommt unser zweites Kind und die Hälfte der Zeit ist auch die älteste Tochter meines Mannes da, d.h. wir haben viel Full House, viel Family Leben.

Am liebsten arbeite ich bis in den frühen Nachmittag und hol dann die Kids ab.

Manchmal arbeite ich auch an den Nachmittagen und am Wochenende, so wie wir es zusammen gut einrichten können (mein Liebster ist Lehrer für Deutsch und Philosophie, biete freies Tanzen und Yoga an), unser Leben ist also voll, gut erfüllt.

Aber eben meine Zeit für mich ist mir heilig und die Basis von allem.

In Zukunft plane ich auch mehr Online zu machen, d.h. Onlinekurse anzubieten, sodass ich noch freier arbeiten kann und auch Menschen, die nicht gerade in Berlin leben oder hier vorbeikommen, mein Wissen nutzen können.

Und wohin geht die Reise als Mensch?

Mmh… wohin geht die Reise als Mensch?

Ich glaube dahin, einfach den größten Spaß am Leben zu haben und es voll auszuschöpfen.

Wir haben so große Fähigkeiten und Potentiale.

Wir sind wirklich göttlicher Geist in Form und bestimmen dadurch wie wir sehen, wie die Dinge sind, das habe ich hunderte Male erlebt, persönlich und mit bei anderen und dieses Potential voll zu leben, dahin geht’s.

Alles machen worauf ich Lust habe, denn machen, worauf man Lust hat, was Spaß macht, was sich gut und frei und glücklich anfühlt, macht uns richtig glücklich und gesund und macht uns zu guten Menschen. Wenn du glücklich bist, verbreitest du das Glück, tust anderen Gutes, triffst gute Entscheidungen.

Ganz viel hat das für mich mit Annehmen zu tun, annehmen, dass alles gut sein kann, dass es damit zu tun hat, ob wir daran glauben und wir dazu ja sagen. Auf machen und nicht verschlossen bleiben.

Darum geht’s auch voll in meiner Arbeit. Ich möchte gern, dass alle Menschen sehen und fühlen können, wie schön sie eigentlich sind, göttliche Wesen, jedes einzigartig und einfach toll.

Und wir alle voll unsere Vision leben.

Du giltst auch als Koryphäe in der ganzheitlichen Körperarbeit. Kannst Du uns ein paar Tipps geben, wie wir – oder ganz speziell ich – mit meinem Körper mehr in Kontakt komme? Ich bin ja 46 Jahre alt. Da verknöchert man ja auch ein bisschen.

Da gibt es sehr viele Wege und einer der einfachsten und tollsten ist wirklich schlicht und einfach, dich zu bewegen und dabei wirklich bei deinem Körper zu sein, reinzuspüren, gerade in die „verknöcherten“ Teile wie du sie nennst, d.h. nicht Fernseh schauend im Fitnessstudio auf dem Laufband stehen und einfach die Minuten hinter dich bekommen, sondern z.B. draußen laufen gehen, walken oder leichtes joggen, Yoga machen oder tanzen, am besten frei tanzen, so tanzen, wie dein Körper sich bewegen will, nicht nach Form und „äußerer“ Schönheit wie eine Prima Ballerina, sondern ganz im inneren Spüren. Und viel atmen. Der Atem ist wirklich der große Wanderer über den wir Kontakt herstellen können zwischen allen Ebenen unseres Seins und unseren Körper wieder lebendig machen können, ihn beseelen, ihn mit Odem füllen. Die meisten Menschen atmen viel zu wenig, wenn wir den Atem anhalten, schneiden wir uns ab, auch Bewegung, tanzen, Yoga, laufen ohne gutes Atmen, ist wie nur halb lebendig sein. Der Atem trägt auch unsere Gefühle (das wird z.B. im Hypnobirthing oder Holotropen Atmen und in verschiedenen Formen der Traumatherapie genutzt), wenn du bewusst intensiv atmest, fühlst du alles, was du sonst so zurückhältst und dir nicht erlaubst zu fühlen, Wut, Lust, Verzweiflung, Freude- alles und zu fühlen und das eigene Fühlen auch auszudrücken macht auch den Körper weich und flexibel.

Du kannst dir auch ein Ritual angewöhnen wie jeden Morgen und Abend einmal durch deinen Körper zu wandern, durch jedes Körperteil und Organ und kurz reinzuspüren wie es sich dort anfühlt und wenn du irgendwo Verspannung oder Enge fühlst, atme dorthin und erlaube der Region, dass sie sich öffnet, ausdehnt und entspannt.

Wir funktionieren total nach unserer Ausrichtung. D.h. wenn du dich ausrichtest auf Entspannung, ausrichtest auf deinen Körper mehr spüren, mehr mit ihm in Kontakt sein, dann passiert das auch, vielleicht nicht immer sofort sehr stark, doch Stück für Stück immer mehr, da brauch´s ein bisschen liebevolle Disziplin.

Sag deinem Körper, dass du ihn lieb hast (so profan wie das klingt, bewirkt es Wunder!!) und dass du seine Botschaften empfangen willst. Über viele Dinge weiß er Welten mehr, als dein Kopf sich das je vorstellen könnte, denn er ist verbunden mit allem Leben und dem Urwissen des Lebendigen. Er weiß immer wo´s lang geht. Da wo dein Kopf überlegt, grübelt und zweifelt, kann dir dein Körper mit 100% Sicherheit sagen, was jetzt richtig und zu tun ist.

Das ist unser Ur-Lebens-Instinkt.

Und naja, es kann eine abenteuerliche Reise sein, mit dem Körper mehr verbunden zu sein, weil es mitunter bedeutet, dass du in bestimmten Situationen auf einmal Dinge tust, die du nie für möglich gehalten hättest, mit denen du dich bisher überhaupt nicht identifiziert hast oder die absolut nicht komfortabel sind, aber es lohnt sich, weil sich wirklich unendliche Quellen der Freude und Lebendigkeit öffnen, wenn wir unseren Körper fühlen.

Also bewegen, spüren, atmen, reisen in deinem Körper und ihn immer mal fragen, was er so zu diesem oder jenen sagt. Ganz viel aufs Gefühl hören und dem Kopf sagen, er darf mal Pause machen und sich auch einfach mal so richtig entspannen. Keine Sorge, auch das wird wahrscheinlich nicht immer sofort klappen, Köpfe brauchen da Zeit, zu vertrauen, die Kontrolle abzugeben und ja dazu zu sagen, dass sich immer wieder alles ändert woran sie so geglaubt und was sie gedacht haben  irgendwann merken sie aber, dass das Leben irgendwie mit weniger Plan und wissen wollen und mehr einfach wissen und folgen richtig toll ist.

Danke, liebe Sophie. Und hier ist noch Platz für Weisheit. Hast Du eine für uns?

Viele… Sophie bedeutet ja Weisheit!

Vor allem einfach, mach was sich so richtig gut anfühlt für dich, mach worauf du Lust hast, mach, was sich so richtig toll anfühlt. Wenn du am allerliebsten singst, dann schau, dass du singen kannst und nicht deine Tage vorm Computer im Büro verbringst. Wenn du reisen willst, dann reise los. Wenn du den ganzen Tag in rot und pink und Glitzer rumlaufen willst, dann mach das. Lass los, was andere denken könnten (und sieh mal, dass du das eigentlich denkst, dass sie es denken könnten …) und mach endlich worauf du richtig Lust hast. (Das ist z.B. auch Thema in der Praxis, Schuld und Scham loslassen, weil diese beiden uns am allermeisten krank machen und behindern, gut zu uns zu sein.)

Und hör auf „Ich kann nicht“ zu sagen. Das stimmt nämlich einfach nicht, die Wahrheit ist, wenn du ich kann nicht sagst, ist dass du nicht willst, dass du den Schritt einfach nicht gehst, die Entscheidung nicht triffst, die Priorität nicht setzt. Wenn du anerkennst, dass du das alles entscheidest, und nicht mehr tust, als seist du den Dingen ausgeliefert und als würden die anderen für dich entscheiden, wird sich dein Leben total verwandeln.

Und mach heute und jetzt, hier nach dem Leben, etwas was du die ganze Zeit schon längst mal tun willst. Mach es einfach. Denn jetzt ist der Moment und nur handeln verändert dein Leben, nicht warten und verschieben.

Danke auch dir, Volly, für deine Fragen und dein Interesse.

SOPHIE GRIMM – Kontakt:

http://www.sophiegrimm.de/

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