Tanner trifft die Mangazeichnerin & -publizistin Laura, alias yukosan: Das Mangazeichnen ist harte Arbeit!

Auf dem diesjährigen, äußerst entspannten Comicgarten zu Leipzig traf der Tanner auf eine lächelnde Laura – und da seine eigene Tochter ja auch so heißt, kam mensch ins Gespräch. Natürlich über Manga, KAWAII und Shojo – aber auch über Zwänge und Hitze:

Hallo Laura (alias Yukosan), schön Dich hier zu treffen. Und das auch noch völlig ungeschminkt. Gerade ist Dein Manga „Tränen des Feuers“ auf dem Markt aufgeploppt. Worum geht es? Die Liebe???

In „Tränen des Feuers“ geht es um die Vorgeschichte eines Charakters, der das Feuer beherrscht. Seit 2009 zeichne ich meine Feuerdame, die mittlerweile auf den Namen Enya hört. Ich wollte ihr anlässlich eines Auftrittes in einer anderen Story (Sonnwende Kap. 02) eine eigene Geschichte bieten. Doch wo sollte ich anfangen? Am besten Anfang des 20. Jahrhunderts, mittleres Bürgertum, Mode der Jahrhundertwende, Krankheiten etcpp. Meine Recherche dazu war umfassend und inspirierend. Und mittendrin ein kleines Mädchen, welches eine ganz besondere Gabe hat und diese nicht ganz so kontrollieren kann. Magie, Verliebtheit, Verzweiflung, Überlebenskrampf – so könnte man die Geschichte in wenigen Worten umschreiben. Es ist alles sehr dramatisch. So kam der Titel „Tränen des Feuers“ zustande.

Wirds heiß? Es soll ja Mangas geben, holla, die Waldfee, da rumpeln die Kohlen im Sack.

Tja, heiß wird’s alle mal, aber nicht im erotischen Sinne. Es bleibt Drama! Drama! Drama! Für mich war es zeichnerisch eine Herausforderung das Element Feuer grafisch umzusetzen.

Yukosan sobald eine Kamera aufblitzt!

Yukosan sobald eine Kamera aufblitzt!

Wenn ich an Manga denke, dann fällt mir erst ganz zum Schluss Gräfenhainichen ein. Bist Du dort eine Exotin? Wie fühlt sichs als Kreative in der Nähe der Partybagger?

In meiner jetzigen Heimatstadt bin ich so ziemlich allein mit meiner Kunst und ja, ich bin dort eine Exotin, jedoch unsichtbar. Um Kontakt zur Mangaszene aufzunehmen, muss ich schon nach Leipzig fahren.

Regional kennen mich die Dessau-Roßlauer besser, dort bin ich aufgewachsen und bin immer noch ein Teil dieser Stadt. Ich arbeite nicht nur dort als Betreuerin bei der Lebenshilfe, sondern beteilige mich auch regelmäßig an Kreativmärkten mit meiner Kunst. Es macht mir Spaß, dort als Ausstellerin zu sitzen und die Menschen als Mangafiguren zu portraitieren. Demnächst plane ich eine Gemeinschaftsaktion mit den Roßlauer Wassergeistern. Die Wassergeister sind Symbolfiguren, die die Stadt Roßlau repräsentieren, u.a. der Wassermann, die Schiffernixe und die Kindernixen.

Du bist seit 2009 publizierend am Start. Das ist ja nun auch schon wieder sieben Jahre her. Unter anderem bist Du mit den KAWAII-Anthologien verbandelt. Erzähl doch mal bitte für uns völlig Unbeschlagene, was das ist, dieses KAWAII – und was Du da ganz konkret machst.

Die KAWAII-Anthologie ist ein Projekt, welche von Nora Schille und mir ins Leben gerufen wurde. Wir wollten beide, dass auch Mangazeichner/innen, die nicht so viel Geld für eine eigenen Publikation aufbringen möchten, eine Geschichte veröffentlichen können. Da es zu unserer Anfangszeit auf dem Markt immer weniger Mangas für Mädchen gab und wir selbst gerne das Genre Shojo zeichnen, stand für uns fest: eine Anthologie von Mangafans für Mangafans im Bereich Shojo. Und so war die Idee geboren: KAWAii!! – Anthologie – die neue deutsche Shojo-Anthologie.

Jährlich findet dazu ein Wettbewerb statt, in dem junge Zeichnerinnen und Zeichner aufgefordert sind, ihre Mangas und Illustrationen bei uns einzusenden. Als Hauptgewinn winkt ein Abdruck in der Anthologie.

Wir bezeichnen uns selbst als Hobbyzeichner und auch das Projekt ist ein reines Hobby. Da kann es schon mal passieren, dass es zeitliche Engpässe gibt und wir eine Pause benötigen.

Ich kümmere mich hauptsächlich um die Betreuung der Zeichner, schaue mir mit Nora die Wettbewerbsbeiträge an, kontrolliere die Mangaseiten nach den gültigen Vorgaben für das Layout und bereite die Seiten für den Druck vor.

& Yukosan während der Fotograf eigenwillige Fragen stellt.

& Yukosan während der Fotograf eigenwillige Fragen stellt.

Dir stehen ja alle Türen offen in Deiner weiteren Karriere. Weißt Du schon, welche Du durchschreiten möchtest? Wo geht der Weg der Yukosan hin?

Vor ungefähr 13 Jahren hatte ich den Traum eine Mangazeichnerin zu werden und mein eigenes Buch in den Händen zu halten. Mittlerweile habe ich schon einige Publikationen im Regal, auf die ich sehr stolz bin. Durch die Standbetreuung auf verschiedenen Conventions habe ich sehr viele neue Freunde kennengelernt. Auf jeder Veranstaltung fühlt es sich so an, als ob ein kleines Familientreffen stattfinden würde.

Das Mangazeichnen ist harte Arbeit und schon mehr als ein reines Hobby für mich. Eher eine Leidenschaft, die ich ungern aufgeben will.

Als nächstes möchte ich wieder einen Weg zu mir selbst finden, Neues ausprobieren, meine Geschichten weiterentwickeln, ganz ohne Druck und ohne Zwang.

http://sketchblog-yukosan.blogspot.de/

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter KÜNSTLERINTERVIEWS, Portrait abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s