Tanner trifft die Priesterin Martina Bartova: Geilheit, Lebensenergie und Fruchtbarkeit.

Der Frühling kommt. In den Herzen, in der Natur und hoffentlich auch wieder im Miteinander der Menschen. Martina Bartova, ausgebildete Priesterin mit riesigem Herzen und einem sonnigen Lachen, erzählt dem Tanner von den Festen im Jahreskreis, vom Frühling und von der Fruchtbarkeit. Und Tanner lauscht:

Volly Tanner: Guten frühlingshaften Tag, liebe Martina. Wir hatten ja schon die Freude. Heute wollen wir uns über Ostara unterhalten. Dazu feierst Du ein Jahreskreisfest in der Auwaldstation. Für die ganz Unwissenden: Was ist Ostara eigentlich?

Martina Bartova: Ostara ist eine Frühlings- und Feuergöttin. Ihr Fest wird dieses Jahr am 20.03. gefeiert, wo die Tag- und Nachtgleiche ist. Von diesem Zeitpunkt an werden die Tage länger als die Nächte sein, das Feuer und die Sonne beginnen danach die Nacht zu dominieren. Der dunkle kalte Winter muss gehen und die Erde wird wiedergeboren und wieder fruchtbar sein. Das Feuer bringt neue Energie und neues Licht in unser Leben. Es beginnt die Zeit des Wachstums und des Lebens

In der Natur werden die Kerne angepflanzt und das gleiche können wir auch in unsrem Leben tun. Die Kerne sind ein Symbol für neues Leben. Die Frauen haben früher die ersten Kerne in die Erde eingepflanzt, um die Fruchtbarkeit während ihres ganzen Lebens zu sichern. Es ist eine gute Zeit für uns, die neuen Wege und Ideen und Ziele zu verwirklichen und zu erkennen. Und die neue Energie in unserem Körper zu spüren, wo alle Säfte und Kräfte fließen können. 

Das dazugehörende Symbol ist das Ei – welches neues Leben und Potential symbolisiert. Es ist vom Hasen begleitet. Der steht für Frühlingsbrautschau und die Geilheit, Lebensenergie und Fruchtbarkeit. Ihre Farben sind grün, gelb und orange. Grün wie das wilde, ausschlagende Gras, gelb wie viele Frühlingsblumen und die Sonne und orange für das Feuer.

Martina begrüßt voller Lebenslust den Frühling

Martina begrüßt voller Lebenslust den Frühling

Volly Tanner: Und wie begehst Du – und mit wem – am 20. März das Fest konkret? Gibts Rituale? Und wenn ja, welche?

Martina Bartova: Ich werde den Gästen einen ganz kurzen Überblick über den Jahreskreis geben und danach werden wir durch eine Geschichte wandern, die uns begleitet auf unserem Weg zum gemeinsamen Ritual in der Natur. Bevor wir in die Natur gehen, werden wir die Eier mit roter Farbe bemalen und dann stellen wir kleine Puppen her, die den Winter symbolisieren und bereiten die Opfer und Gegenstände für das Ritual vor.

Danach gehen wir in die Natur und verbinden uns mit der Frühlingsenergie. Wir rufen auch die Energie von alle Elementen (Luft, Feur, Wasser und Erde) und die Göttin Ostara an. Wir werden uns dann von die kleine Puppe (dem alten Winter) verabschieden. Danach zünden wir das neue Feuer an und hängen unsere bemalten Eier auf kleinen Ästen auf – und mit dem Wasser unserer Ideen und der neuen Absichten segnen wir sie dann. Wir werden dabei singen und tanzen, um das Feuer in unseren Körpern zu spüren. Danach wärmen wir uns an der Feuerschale und essen Knüppelkuchen und Eieromelett und genießen die Energie und Gemeinschaft. 

Alle Generationen sind eingeladen zu kommen. Die Voranmeldung ist erforderlich und ist telefonisch oder per mail möglich: 0341 – 462 1895, auwaldstation@t-online.de

Volly Tanner: Der Unkostenbeitrag musste etwas erhöht werden. Warum denn dies?

Martina Bartova: Der erste Unkostenbeitrag für die drei Stunden Programm war 5 Euro für Erwachsene und 3 für die Kinder. Ich bin aber darauf gekommen, dass dies zu niedrig war, weil ich damals nicht all die Kosten, die ich selber hatte, bezahlt bekommen habe. Deswegen habe ich den Beitrag auf die 8 Euro für Erwachsene und 6 Euro für Kinder erhöht. Von dieser Summe muss ich noch die Raumkosten zahlen. Mit diesem Eintritt habe ich mehr das Gefühl, dass das Geben und Nehmen in seiner Harmonie ist.

Volly Tanner: Zum Fruchtbarkeitsfest brauchts ja auch Paarstrukturen, sonst bringt ja alle Fruchtbarkeit nix. Die fruchtbarste Pflanze ganz alleine ist ja auch nur alleine. Es braucht Bienen, Zweite, einen fruchtbaren aufnahmebereiten Boden. Was machen die Einsamen zu Ostara?

Martina Bartova: Schöne Frage. Auch wenn man allein ist, kann man trotzdem seine eigene Fruchtbarkeit geniessen, die Liebe zu sich selbst und die ganze Aufmerksamkeit für seine eigenen Ideen und Jahresziele spüren. Man kann allein seine Kerne im Boden anpflanzen um sein Leben da zu führen, wo man es gerne haben möchte. Für sich selbst zu leben und seine eigenen Projekte umzusetzen ist doch gut. Wenn man in seiner eigenen Energie ist und sich selbst geniessen kann und sein eigenes Potenzial und seine Geschenke ausleben kann, bringt das einen auch ganz viel zu den anderen Menschen. Wer weiss, was dann passiert? Vielleicht ist man dann auch nicht mehr alleine. 

Die Fruchtbarkeit steht für die sexuelle Energie. Das stimmt. Es ist natürlich die lebendigste Energie in unserem Leben. Aber sie steht auch für die Kreativität und Leidenschaft. Die kann man dann in seinen eigenen Projekten und Ideen einsetzen und nutzen.

Volly Tanner: Und Du ganz persönlich? Bist Du glücklich?

Martina Bartova: Ja. Ich bin jetzt gerade ganz glücklich. Ich habe Arbeit bekommen und es freut mich sehr. Daneben kann ich auch die Feste und die Frauenkreise leiten. Es erfüllt mich mit Leidenschaft, die Frauen zu unterstützen, in ihre Stärke zu gehen und die Jahreskreisfeste mit anderen Leuten zu feiern. Ich entdecke auch mehr und mehr die jahreszeitlichbedingten Energien der Natur und dadurch auch in mein Leben und meinen eigenen Körper.

Volly Tanner: Es geht bei allem, was Du machst, ja um Besinnung und Aufmerksamkeit. Wen erreichst Du eigentlich? Und wen möchtest Du erreichen?

Martina Bartova: Wen erreiche ich? Ja, hoffentlich Leute, die auch diese Sehnsucht haben, mit der Natur verbunden zu sein. Sie zu entdecken, zu feiern und sie in sich und mit all ihren Sinnen zu spüren. Leute, die alle Phasen des Jahres genießen möchten und somit bewusster durch das Leben gehen. Letztens sind Erwachsene, Kinder und auch ältere Damen gekommen. Es hat mich sehr gefreut, dass wir eine bunt gemischte Gruppe waren.

Wen möchte ich erreichen? Leute, die neugierig sind, die den Ruf der Natur und ihrer Energie folgen wollen, die sie ehren und feiern. Sie möchten die Rythmen und Zyklen der Natur wahrnehmen, ihre Körper und ihre Seelen für diese Energie öffnen und das Leben in seiner Vollkommenheit feiern.

Leute, die sich wieder den alten Traditionen und dem Wissen unserer Vorfahren verbunden fühlen und die am verlorenen Faden ihrer Urahnen wieder anknüpfen wollen. Leute, die sich ihrer eigene Kraft und Stärke sowie ihrer eigenen Schönheit und Einmaligkeit bewusst werden und die die göttlichen Wesen feiern möchten.

Volly Tanner: Danke, liebe Martina. Es ist gut, was Du machst.

https://www.facebook.com/martina.bartova.77

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