Meine Freiheit: Ja! Deine Freiheit: Nein! Annemarie Schmidt macht sich Gedanken.

Erschien gerade im Blitz! Stadtmagazin Leipzig:

Dieter Hildebrandt, der große, leider schon von der Bühne gegangene Kabarettist, sagte einst: „Man muss die Menschen vor den Kopf stoßen, damit sie lernen, ihn zu gebrauchen.“

Und er hatte, verdammt nochmal, Recht.

Eine, die gerade beginnt, in Texten und Auftritten Unruhe zu stiften, ist die Sanftwut-Kabarettistin Annemarie Schmidt. Geboren vor 27 Sommern im beschaulichen Machern, dort, wo die Pyramide an Utopien erinnert, ist sie derzeit in den Ensemble-Programmen „Alle Tassen im Schrank“, Lobsuchtsanfälle“ und „Alle Mann an Leck“ zu erleben, wie sie aufgedreht und quirlig ins Metier einbricht, um dieses mit neuer Kraft zu erfüllen.

Wobei,“ so sagt sie: „.. feines sprachliches Fechten würde ich es jetzt nicht nennen. Auch auf der Kabarett-Bühne darf es richtig heiß her gehen.“ Dabei zwinkert sie verschmitzt und rollt ihre Vision der Kleinkunstsparte auf. „Tatsächlich sehe ich die Zukunft des Genres nicht so auf der traditionellen Bahn. Wir Kabarettisten werden uns immer mehr auch an den Wirksamkeiten moderner Medien orientieren müssen. Und damit meine ich nicht die technische Orientierung, eher was Aktualität und Modernität angeht.“

Annemarie Schmidt - Zweifel erlaubt!

Annemarie Schmidt – Zweifel erlaubt!

Die Vieltalentierte, die sich gerade am Akkordeon ins Tastengreifen bringt, die Einrad fährt oder auch als Tischlerin am „Denk mal! Für Integration und gelebte Nachbarschaft“ mitwirkt, bringt ihre beiden Lebenswelten wunderbar in Einklang: „Als Handwerker ist „Kein Anschiss“ das größte Lob, Zustimmung Applaus – wenn Du als Kabarettist überall Zustimmung bekommst, hast Du eindeutig etwas falsch gemacht!“ Dabei hat sie sich erste Widerstände im Schultheater zu Brandis, später im Nachwuchskabarett der Pfeffermühle verdient, diese Widerstände, die eine Kabarettistin von einem Witze erzählenden Comedian unterscheiden.

Trotz alldem ist es nicht die ganze Welt, die sie retten möchte: „Ich möchte glücklich sein, Volly. Oft mache ich sogar Menschen glücklich mit dem, was ich tue – und das macht wiederum mich glücklich. Das ist ein schöner Nebeneffekt. Ich möchte Glück teilen. Mehr brauche ich da eigentlich auch nicht sagen, wer weiß, was mich morgen glücklich macht!“

Doch was bewegt die junge Frau, was treibt sie an, wo es doch heute so einfach ist einfach laut mal alles Anderen Schuld zu geben, während man zu Hause die Bratwurst grillt und sich über Magenschmerzen erregt? „Freiheit. Freiheit steht quasi im Mittelpunkt. Menschen und das Menschsein. Wahrheit und Glück. Aber Freiheit – das ist mein zentrales Thema.“

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