Tanner traf Tarcy Mirinda von The Heroine Whores: Wenn man dieselben Ziele verfolgt, sollte man zusammenhalten.

erschien gerade im FRIZZ Leipzig:

Das neue Album „Soaked“ der Leipziger Grungeinstitution The Heroine Whores ist da – und gibt gewaltig einen aus. Und da Volly Tanner sowieso schon seit Jahren mit den THW´s beschwippschwagert ist, war es ein Einfaches Tarcy Mirinda ans Diktiergerät zu holen, um sie auszupressen. Was der Tanner dann auch tat. Nicht zuletzt, da es einst Mirinda-Limonade gab, welche leicht zitronig schmeckte, vom vielen Ausgedrücktwerden:

Hallo Tarcy Mirinda. Endlich gibt es wieder mal zwei Gründe zusammen zu klönen. Eine neue CD und ein echt abgefahrenes Video. Glückwunsch zu beiden Kindern. Ihre Kapelle The Heroine Whores hat aber auch mit Sandra eine neue Bassistin. Uff. Was geht ab bei Euch? Keine Lust mehr auf Dahinplätschern im Underground?
Vielen Dank, das war auch eine echt harte Arbeit, Album, sowie Musikvideo. Für die Albumaufnahmen haben wir uns diesmal eine Menge Zeit genommen sowie auch beim Feinschliff. Das Musikvideo hat ebenfalls eine Menge Aufwand und Zeit in Anspruch genommen, die Dreh´s an verschiedenen Drehorten, vor allem im beginnenden Herbst und Winter waren zum Teil echt kalt und kräftezehrend. Es gibt jedoch auch leider schlechte Neuigkeiten: Wir sind momentan wieder nur zu zweit unterwegs, Sandra ist nicht mehr Teil der Band, aufgrund bandinterner und zwischenmenschlicher Probleme. Wir sehen jedoch positiv der Zukunft entgegen und möchten nun Anlauf nehmen, mehr aus der Band herauszuholen, das hast du richtig bemerkt.

Tarcy & Martin krawallen Grunge from The Eastside of Germoney.

Tarcy & Martin krawallen Grunge from The Eastside of Germoney.

Beim Durchhören von Soaked, dem neuen Album, war ich völlig von den Socken. Sie haben mittlerweile eine Stimmvielfalt, die begeistert, da kommen eigentlich nur noch Bif Naked oder Brody Dalle in die Nähe. Und Ihre Band musiziert auch variantenreich. Hut ab. In welche Richtung bewegen sich THW denn jetzt? Reiner Grunge ist´s ja nicht mehr?
Vielen Dank! Aber wir machen eigentlich noch immer dieselbe Musik wie zu Beginn. Klar, wir beherrschen unsere Instrumente mittlerweile besser und das Songwriting ist auch ein wenig komplexer geworden, aber im Grunde ist es noch immer derselbe Unfug (lacht). Ich wüsste nicht, als was man unsere Musik inzwischen bezeichnen könnte oder sollte. Es stimmt jedoch, dass wir immer wieder musikalische Einflüsse von anderen Bands aufnehmen, die wir zum Teil vor ein paar Jahren noch nicht oder nicht so intensiv gehört haben wie heute. Diese beeinflussen natürlich wiederum unseren Stil und unser Songwriting mit. Wir entwickeln uns als Band.

Future Youth gibt es jetzt auch als Video. Ich mag Eure Geburtstagshütchen! Wie ist es denn entstanden? Wer hatte die Ideen? Wer hat´s umgesetzt? Und irgendwie huscht doch da der ExperimentellDichter Kajn Kokosknusper noch mit drin herum – wieso denn dies?
Die Ideen zu dem Video entstanden nach und nach in der Zusammenarbeit mit Kajn (dies ist auch der Grund seines Erscheinens im Video) und somit auch die wunderbaren Narrenkappen (lacht). Im Grunde kamen vor einiger Zeit schon Ideen für ein Musikvideo auf, da wir ja in den ganzen Jahren keines gedreht hatten. Dann trafen wir auf Kajn Kokosknusper, mit dem sich nach und nach eine Freundschaft aufbaute, in der er uns Anschub für die Umsetzung eines Videos gab. Er ist nicht nur Regisseur, sondern auch oftmals Triebfeder in der Umsetzung gewesen, zum Beispiel in Situationen, in denen wir vielleicht schon wieder aufgeben oder streiken wollten, doch seine Ideen haben sich durchgesetzt und das Ergebnis entlohnt alle Mühen.

Ich empfand Euch auch immer als eine politische Band. Nun ist der derzeitige Slogan im Mainstream ja „Es darf endlich wieder öffentlich gehasst werden – Alle gegen Alle!“ – Haben Sie eine Idee, wie man dieses Gegeneinander auflösen kann? Gibt es überhaupt Rettung? Wie sieht eine lebenswerte Welt aus? Was können wir tun?
Als politische Band haben wir uns im Grunde nie gesehen bzw. haben wir es nie darauf angelegt, eine zu sein oder als eine gesehen zu werden. Der Slogan im Mainstream ist mir neu, wahrscheinlich weil ich zu viel im Underground rumstochere, aber mir kommt es eher so vor, als wäre doch das Gegenteil der Fall: „Nur nicht auffallen.“ – jedenfalls bei den meisten Popbands. Bei Rockmusikern kommt es manchmal vor, dass sie alte Geschichten herauskramen, die etliche Jahrzehnte her sind und Streitigkeiten darüber ausbrechen, das stimmt schon. Musiker könnten sich retten, indem sie die Musik der anderen wahrzunehmen lernen und nicht nur deren morgendliche Pressemitteilungen. Dass auch Untergrundbands und verschiedene -richtungen teilweise gegeneinander, statt miteinander arbeiten, weil sie z.B. neidisch auf deren „Erfolg“ sind, finde ich lächerlich. Wenn man schon dieselben Ziele verfolgt, sollte man zusammenhalten.

Eure Aufnahmen entstanden im Bayernland in den Viole(n)t Bullfrog Studios. Wie war das Arbeiten in den Bergen? Hier in Eurer Homebase ist ja Partyaction – und dort wahrscheinlich Wanderschuhgeruch. Wie geht sowas zusammen???
Es ist uns immer wieder eine große Freude nach Bayern zu fahren. Nicht nur, weil wir dort in einer unschlagbar schönen Atmosphäre aufnehmen können, sondern auch weil wir Freunde wieder sehen. Und glaub mir, es gibt dort nicht nur miefige Wanderschuhe … auch die Socken stinken (lacht). Nein, im Ernst – dort geht Einiges! Ich sag nur „Almrausch“ mit viel Bier und vieles mehr.

Danke Frau Mirinda. Da wünschen wir ein gepflegtes Rauschen und Krawallen auch im neuen Jahr.

http://www.reverbnation.com/theheroinewhores

Text: Volly Tanner/ Bild: THW

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