Tanner traf Nhi Le: Mit diesem offenen Modus

erschien schon im FRIZZ das Magazin:

Der Literaturmarkt ist nicht der Büchermarkt und andersrum ist es genauso. Das zuerst. Und so gibt es eben literarische Talente, die den hochoffiziösen, auf das Produkt Buch im Großverlag fokusierten, Medien überhaupt nicht unterkommen. Das ist nicht schlimm. So vergehen eben auch Medien in ihrer Wirksamkeit. Besonders, wenn solche Talente wirklich aktiv sind und Bühnen wie Tanners Terrasse mit solch einer Wucht und Grazie bereichern, wie Nhi Le. Die 19jährige Vollblutslamerin brachte im Oktober das Helheim zur Rührung und zu frischen Einsichten. Dafür Applaus und ein gezogener Tanner-Hut und ein Bündelchen Fragen:

Guten Tag Nhi Le. Fein, Sie hier im Helheim zu treffen. Der interessierte Literaturfreund kennt Sie ja eher aus der Villa in der Lessingstraße, wo Sie den Poetry Slam moderieren. Dazu sind Sie noch als Model, Rezensentin, Fashion-Woman und Vertreterin der Veganszene aktiv. Wow. Und dies alles mit so jungen Jahren. Hab ich was vergessen? Zum Beispiel ein Studium?
Hallo Volly! Ein Studium ist auf jeden Fall nennenswert, da es ja mein Hauptberuf ist. Ich studiere Kommunikations- und Medienwissenschaft hier an der Universität Leipzig.

Hier mal ein kurzer Abriss Ihrer eingesammelten Preise: Thüringer U20 Landesmeisterin im Poetry Slam 2013, Trierer U20 Stadtmeisterin im Poetry Slam 2013, Trierer U20 Stadtmeisterin im Poetry Slam 2014, Junior-Preisträgerin des Karl-Marx-Poesie-Preises 2013, Junior-Preisträgerin des Karl-Marx-Poesie-Preises 2014. Was ist denn Karl-Marx-Poesie???
Der Karl-Marx-Poesie-Preis ist jener, den man als Gewinner oder Gewinnerin der Poetry Slam Stadtmeisterschaft in Trier erhält. Da Karl Marx der berühmteste Sohn der Stadt ist, ist er wohl auch der Namensgeber. Sein Name soll laut Preisverleiher auch symbolisch für alternative Literatur stehen. Karl-Marx-Poesie gibt es in dem Sinne also nicht.

Der SPRACHAKTIV-Slam soll jetzt Thema sein. Was ist das Besondere gerade an dieser Veranstaltung? Slams sind ja wie Pilze ein Rhizom. Da sprießt ja allerorten etwas. Warum aber soll der Geneigte zu Euch in den Keller kommen?
Das Besondere an unserem Slam ist, dass die Teilnehmenden alle maximal 20 Jahre alt sind. Leonie Warnke und ich bieten somit jungen Künstlern eine Bühne, die das vielleicht zum ersten Mal machen. Einfach jeder kann uns eine Mail mit einer Anmeldung schicken oder sich über die offene Liste am Abend eintragen. Mit diesem offenen Modus wollen wir Poeten und Poetinnen ermutigen, an unserer Veranstaltung teilzunehmen. Wenn man zu uns in den Villakeller kommt, dann unterstützt man eine junge Literaturszene, die wir hier in Leipzig etablieren möchten.

Nhi Le überwältigt in Worten.

Nhi Le überwältigt in Worten.

Ich bin ja so Old School. Deshalb drängt´s mich eher zum gedruckten Wort. Gibt es Pläne Ihrerseits sich in Buch zu binden?
Im Moment habe ich derartiges nicht geplant, aber ich kann es mir für die Zukunft vorstellen. Anfang 2015 kommt aber eine Anthologie mit Beiträgen von jungen Poeten und Poetinnen auf den Markt, die auch einen Text von mir enthält.

Mittlerweile gibt es ja auch das Bloggen. Sie tun es unter Narcoticarts.de – Warum klemmen Sie sich solch eine Arbeit an Ihre Beine? Gibt es überhaupt noch eine Philosophie hinter dem Bloggen? Erzählen Sie mal bitte.
Wahrscheinlich hat jeder Blogger andere Beweggründe. Narcoticarts.de habe ich gegründet, um eine Plattform für meine kreativen Arbeiten, also Texte oder Shooting-Fotos, zu haben. Mittlerweile gebe ich aber auch Tipps für Veganer und die, die sich für Veganismus interessieren oder schreibe über Feminismus und andere Dinge, die in meinem Leben eine Rolle spielen. Aus diesem Grund kann man die Seite auch in keine Schublade stecken. Wie schon in der Frage erwähnt steckt da auf jeden Fall viel Arbeit dahinter, die ich mir aber gerne mache. Im Endeffekt ist das Blog einfach ein weiteres großes Hobby von mir.

Zum Abschluss: Sie wohnen seit einiger Zeit in Leipzig. Was verbinden Sie mit der Stadt?
Schon seit meiner ersten Buchmesse in der 11. Klasse wusste ich, dass ich nach Leipzig ziehen will. Gründe dafür sind der optimal-passende Studiengang, aber auch die Größe der Stadt gewesen. Jetzt wo ich hier bin kann ich meine ganzen Wunschprojekte wie zum Beispiel den Sprachaktiv U20 Poetry Slam oder auch verschiedene Fotoshootings umsetzen. Hier zu wohnen war immer ein großer Wunsch von mir deshalb bezeichne ich Leipzig als mein zu Hause.

Danke für die Antworten.
Danke für das nette Interview.

Mehr Information unterkommen
http://www.narcoticarts.de
Wort & Bild: Volly Tanner

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