Tanner traf Sebastian „Atze“ Söllner: Die Bühne ist die gemeinste Droge – lament kehren wieder!

erschien gerade im FRIZZ Leipzig:

Gerade bringen die Einstürzenden Neubauten ihr neues Album namens LAMENT heraus, da graut schon der Herbst. Zeit für Sebastian „Atze“ Söllner, Mastermind der vor vier Jahren aus dem Fokus der Musikpresse weggetauchten hiesigen Band lament, wieder in den Sattel zu steigen. Es wird einfach wieder nach Romantik und Melancholie gehechelt. Und weil Söllner bei Volly Tanners Hochzeit im Rathaus so wundervoll Leonard Cohens Halleluja sang, schnappte sich der Tanner den lament-Kreator zum Schwatz:

Am 22. November gibt es die große lament-Comeback-Show in der Moritzbastei nach vier Jahren Funkstille. Hat sich das Line-Up Deiner Band stark verändert? Erzähle mal:

Als ich mich vor vier Jahren entschloss mit lament zu pausieren oder ganz aufzugeben war mir bewusst, dass meine Jungs nicht warten würden und sich in andere Projekte stürzen. Wir sind nicht im Streit auseinander gegangen, trotzdem wird lament nie wieder so aussehen – und dennoch arbeiten wir zusammen. Christian, unser alter Bassist, steht am 22.11. hinter der Technik, ich könnte mir keinen besseren als ihn vorstellen und als Mitte des Jahres mein neuer Drummer das Handtuch warf, reichte ein Telefonat um Boerge für den Novemberabend ans Drum Set zu holen. Mit Tobias (Bass) und Alex (Gitarre) hab ich zwei echte neue Lamenter gefunden, die vom ersten Ton an voll dabei waren. Wir schauen mal, vielleicht gibt es am 22.11. noch ein altes Gesicht auf der Bühne, wobei in seinem Fall das Wort „alt“ etwas gemein ist.

Söllner schaut sich die Welt dunkel.

Söllner schaut sich die Welt dunkel.

Zur Unterstützung gibt es Whispers In The Shadow – das klingt verdammt nebelig. Was ist das denn für eine Kapelle? Und dann sollen da noch welche aus der Kälte kommen, hörte ich.

Mit „Whispers in the Shadow“ und „the Cold“ wollten wir schon mal auf Tour gehen. Leider ist mein Uwe Liebscher (Sänger von the Cold) während der Planung schwer erkrankt und wir mussten es auf ungewisse Zeit verschieben. Das ist auch so ein Grund warum ich mit lament wieder auf die Bühne gehe, um ihm Mut zu machen, ihn etwas zu ziehen, um ihm zu zeigen: „Los!! Wir schaffen das!“ Wir drei Bands sind aus einem Dunstkreis, mir selbst fällt es schwer andere Bands zu beschreiben. Kurz; wir sind Freunde. Und darum brauchte es auch nur eine kurze Anfrage bei Ashley Dayour (Whispers in the Shadow), um den Gig in der Moritzbastei fest zu machen.

Zu einem ordentlichen Comeback gehört natürlich auch eine neue Scheibe. Habt Ihr eine in petto?

Ich war natürlich in den vier Jahren fleißig (lacht) und habe viele neue Songideen in der Schublade. Trotzdem war und ist es mir im Moment wichtiger mit den Jungs zu spielen, dass wir uns finden und uns auf einander abstimmen. Da liegt noch ein langer Weg vor uns. Ich bin aber froh, dass wir schon so weit sind um auf die Bühne zu gehen. Auf jeden Fall werden am 22.11. neue Songs dabei sein, aber für eine LP war es noch zu früh. Sorry!
Das bedeutet aber nicht, dass wir nicht daran arbeiten. Wir haben unseren Proberaum wieder in ein kleines Studio verwandelt und nehmen alles auf. Ich selbst getraue mich immer mehr ans Klavier und in Alex habe ich einen Mitspieler gefunden, mit dem ich endlich zweistimmig singen kann. Irgendwie ist alles neu, spannend und beruhigend zu gleich.

Was hat Dich eigentlich getrieben lament wieder auf die Bühne zu zerren? Langeweile in Bad Lausick? Zuviele Nachahmer ohne Talent? Geldsorgen?

Hahahaha….du kommst auf Fragen! Ich liebe es Musik zu machen und schaffe es nicht, mich in einer anderen Form auszudrücken, sonst würde ich malern. (Sebastian ist ausgebildeter Maler in einem Familienbetrieb in Bad Lausick – Anm. der Red.) Außerdem hab ich jetzt vier Jahre im Keller geweint, ich brauche mal wieder etwas Sonne. Aber mal im Ernst, ich habe mich gefragt, ob es überhaupt noch Sinn macht, vier Jahre sind eine lange Zeit. Da kommt man schon ins Grübeln ob noch jemand lament kennt. Aber am Ende ist die Bühne die gemeinste Droge die ich kenne – und ich bin süchtig!!

2008 habt Ihr den MTV-Rookie eingeheimst, Ihr habt das Emergenza gezockt und das Taubertal-Festival gerockt. Ihr wart mit Letzte Instanz auf Tour, mit Phillip Boa und anderen. Gibt es überhaupt noch Träume? Also musikalische?

Ja, auf jeden Fall – und sie werden nicht weniger. Erfolg spielt da nicht die Rolle, ich habe mir ja schon einmal die Finger verbrannt, vielleicht war das ja auch der Grund für die Pause. Wer weiß, vielleicht gehen wir ja mal wieder mit der „Letzten Instanz“ auf Tour, es war eine mega-schöne Zeit, in der wir Freunde geworden sind, was auch nicht immer selbstverständlich ist. Ziele sind genug am Horizont, meine Jungs sind das Licht im Tunnel, ich fühle mich entspannt und wir entdecken bei jeder Probe ein weiteres blödsinniges Talent in uns. Bedeutet: Es macht endlich wieder Spaß!!!

Und am 22.11.? Nur alte Sachen, Evergreens – oder hauptsächlich Frischgetöntes?

Lasst euch überraschen. Das Set für den Abend steht und ich hab dabei an unsere Fans gedacht.
Ich hoffe wir sehen uns.
Was mich noch besonders freut ist, dass ich für die Aftershow-Party Markus Anton Müller und Knüpfi gewinnen könnte, zwei echte Kerle, die in den ganzen Jahren lament sehr wichtig für uns waren und dass uns die Moritzbastei mit offenen Armen empfängt. Danke hier nochmal an Rik.

Danke für die Informationen. Wir sehen uns im November. Ein guter Monat für die lament-Wiederkehr.

lament – Das Comeback – mit Whispers in The Shadow und the Cold, Moritzbastei, 22. November 2014
http://www.facebook.com/lamentnet
Text Volly Tanner – Foto: lament

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