Tanner traf Bert Callenbach für „das letzte Wort“

erschien gerade im FRIZZ Stadtmagazin:

Das letzte Wort in diesem Monat hat Bert Callenbach. Der Leipziger Entertainer ist Mitbegründer des neuen Krystallpalast Varietés und als darstellender Künstler mit vielen Begabungen prägt er das Leipziger Kulturleben seit 25 Jahren. Sängerisch, kabarettistisch, burlesk.

Herr Callenbach, vollenden Sie bitte diesen Satz: An Leipzig hat mich in letzter Zeit besonders aufgeregt, dass …
… ich oft zu wenig Zeit habe, den fantastischen Auenwald, die tollen Parks und Nachbarschaftsgärten sowie die neue Seenlandschaft im Südraum zu genießen.
Wir können uns glücklich schätzen, so stadtnah und in diesem Ausmaß so viel Natur um uns zu haben. Deshalb irritiert es mich auch, wenn im Rathaus ernsthaft darüber nachgedacht wird, im Artenschutzgebiet Auenwald Parkplätze für Fußballfans anzulegen.

Was muss sich ändern?
Änderung fängt ja bei jedem persönlich an. Ich glaube einfach, dass es nötig ist, mit offenen Augen und offenem Herzen durch unsere Stadt zu gehen. Dann werden wir erkennen, was uns wichtig ist und die Dinge anpacken.

Wie würden Sie Leipzig beschreiben, für den, der die Stadt nicht kennt?
Leipzig ist eine einzigartige Stadt, mit einem ganz besonderen Flair. Sie ist klein genug, das man sich begegnen kann, aber auch groß genug, sich aus dem Weg zu gehen. Ich lebe schon über vierzig Jahre in dieser Stadt und entdecke immer wieder neue Seiten an ihr. Es gibt einen lebendigen Süden mit jeder Menge Kultur; eine wunderbares Zentrum mit seinen schönen Passagen und alten Handelshöfen; das wunderschöne Waldstraßenviertel mit seinen Gründerzeitbauten und auch der Westen, Osten und Norden Leipzigs hat viel zu bieten. Der Leipziger ist von Natur aus gastfreundlich und die vielen Freisitze laden ein herzukommen und Leipzig mit allen Sinnen zu genießen.

Ein Callenbach in seinem Element - buntbehemdet & frivol am Pool.

Ein Callenbach in seinem Element – buntbehemdet & frivol am Pool.

Welcher Ort ist Ihnen der liebste in der Stadt?
Da bin ich ganz altmodisch und sage: dadorheeme! Deswegen ist mir der liebste Platz in der Stadt, der auf meiner Loggia. Hier ist Platz für meine vielen Pflanzen, ich kann mit den Händen immer wieder in Erde wühlen und die vielfältige heimische Insektenwelt an den zahllosen Blüten beobachten. Dabei gebe ich dem Grün zu viel Raum, so dass für mich selbst kaum noch Platz ist. Deshalb gehe ich zu meinen anderen Lieblingsplätzen, wie z. Bsp. dem HinrichSINN 30.

Wenn Sie in die Zukunft schauen, welche Pläne und Visionen haben Sie?
Es gibt gottseidank noch viele Träume, welche der Künstler in mir noch umsetzen möchte. Bühnen innerhalb und außerhalb der Stadt wollen bespielt werden. Nach dem Erscheinen meiner Debut-CD will ich natürlich auch den Weg des Liederschreibens weiterverfolgen. Die jungen Musiker an meiner Seite sind dabei äußerst inspirierend.
Und ich habe immer noch den Traum eines „Künstlersalons“. Das sich in dieser Stadt ein Ort findet, an dem sich Künstler jeglicher Sparte zusammen finden. Ganz dem Vorbild der historischen Künstlerkneipen und –cafehäusern verhaftet, in denen gerne im alkoholgeschwängertem Streitgespräch Projekte entstehen, welche das kreative Potenzial bündeln. In der der Dichter mit dem Sänger am Text feilt, der Maler und der Bildhauer das Bühnenbild schon fertig haben, während der Musiker mit dem Kostümdesigner noch über Farben und Töne diskutiert.

Worauf freuen Sie sich in der nächsten Zeit besonders?
Da wäre zuerst einmal das große burleske Jubelfest mit den Lipsi Lillies am 26./ 27.09.2014.
Im herrlichen Ambiente des UT Connewitz feiern wir mit unseren Gästen das 5 jährige Bestehen von Leipzigs Burlesktruppe Nr.1.
Und dann bin ich natürlich noch sehr musikalisch unterwegs. Wir präsentieren Mitte September meine aktuelle CD erstmals in der Comödie Dresden, bevor ich dann zum Jahreswechsel im Erlwein Capitol wieder den Paten in der Weihnachtsdinnershow Mafia Mia geben darf. Eine tolle Rolle – wir sind jetzt schon im vierten Jahr. Jeder küsst dir im Foyer den Ring, da könnt ich mich dran gewöhnen!

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