Tanner traf für: Das letzte Wort hat … … Jaana Hilgenfeld

erschien gerade im FRIZZ Juli 14:

Das letzte Wort in diesem Monat hat die Selbständige Jaana Hilgenfeld. Sie ist seit Januar 2013 Vorsitzende der Deutsch-Finnischen Gesellschaft Leipzig, seit Juni 2014 stellvertretende Bundesvorsitzende der DFG und auch sonst großer Vereinsmeier. Ihre Lieblingsfarbe ist grün. Ihre Augen auch. Sie mag Tätowierungen und hört Rock und Metal.
Frau Hilgenfeld , vollenden Sie bitte diesen Satz: An Leipzig hat mich in letzter Zeit besonders aufgeregt, dass …
… ich mir in der Georg-Schwarz-Straße die Felgen eckig fahre. Das trifft natürlich nicht nur auf die hiesige Magistrale zu, fällt mir als Anwohnerin aber besonders auf. Bei den Planungen zum bevorstehenden Umbau steht die Stadt vor einer großen Herausforderung. Auch wenn unterschiedliche Akteure und Akteurinnen mit an Bord geholt werden, wird es deutlich, dass es nahezu unmöglich sein wird, alle Interessen unter einen Hut zu bringen.
Außerdem finde ich ja, dass Leutzsch absolut unterschätzt wird. Für mich ist es der interessanteste Stadtteil in Leipzig. Ganz praktisch könnten wir aber z.B. mehr Mülleimer und eine Verlängerung der Buslinie 67 bis zum S-Bahnhof vertragen.
Als Vereinsaktive nervt mich, dass viele – und vor allem viele in meinem Alter – nicht nachvollziehen können, warum man ehrenamtlich aktiv ist. Vereinsarbeit erfordert viel Herzblut – ob im Kultur- oder im Sportverein. Ja, ich verwende viel Zeit und Energie darauf, aber es macht unendlich viel Spaß und es ist toll zu sehen, was man erreichen kann. Was gibt es da zu rechtfertigen? Letztendlich ist diese ehrenamtliche Arbeit das Salz in der Suppe einer jeden Stadt und unverzichtbar. Es wäre schön, wenn sie mehr Wertschätzung erfahren würde.

Charmanter geht Finnisch kaum noch - Jaana Hilgenfeld!

Charmanter geht Finnisch kaum noch – Jaana Hilgenfeld!

Was muss sich ändern?
Es passiert ja schon ganz viel in der Stadtentwicklung. Unglaublich viele tolle Projekte entstehen und werden auch gefördert. Ich wünsche mir für Leutzsch, dass der hintere Teil der Georg-Schwarz-Straße nicht vergessen wird. Und gleichzeitig darf die Entwicklung nicht an einer Straßenkreuzung Halt machen. Ein Stadtteil ist mehr als eine Straße. Und Leutzsch hat viel zu bieten. Diejenigen, die schon immer vor Ort wohnen darf man nicht vergessen. Genauso wenig wie die bereits ansässigen Unternehmerinnen und Unternehmer.
Die Sportvereinsförderung sollte nicht auf wenige vermeintliche Leuchttürme reduziert werden. Es wird unglaubliche Arbeit in den Leipziger Vereinen geleistet. Die Herausforderungen werden dabei immer größer. Vereine sind Arbeitgeber, stellen Räumlichkeiten zur Verfügung, müssen Plätze pflegen usw. usf. Da ist es wichtig, dass auf Seiten der Verwaltung nicht zusätzliche Hürden geschaffen werden. Förderprogramme laufen aus oder werden komplizierter, das trifft nicht nur Sportvereine. Gleichzeitig übernehmen ganz viele Vereine Aufgaben und bieten Angebote, die die Kommunen entlasten und Städte attraktiv machen. Vereinen entsprechend unter die Arme zu greifen, sehe ich als wichtige Aufgabe einer Stadtverwaltung.

Wie würden Sie Leipzig beschreiben, für den, der die Stadt nicht kennt?
In Leipzig passiert gerade ganz viel. Eigentlich kommt man derzeit gar nicht um die Stadt herum. Für mich ist der Hype um die Stadt zwar nachvollziehbar, aber gar nicht der Beweggrund, warum ich sie toll finde. Die Stadt hat die perfekte Größe, ist jung und lebendig und strotzt gleichzeitig vor Geschichte. Wir haben viel Grün, viel Wasser, freundliche Menschen und wunderhübsche Häuser. Für mich ähnelt Leipzig ein wenig skandinavischen Großstädten. Und die mag ich bekanntlich.

Welcher Ort ist Ihnen der liebste in der Stadt?
Der Alfred-Kunze-Sportpark.

Wenn Sie in die Zukunft schauen, welche Pläne und Visionen haben Sie?
Da Leipzig keine finnische Städtepartnerschaft hat, wünsche ich mir, dass wir mit der DFG an einer kommunalen Partnerschaft auf anderer Ebene teilhaben können und es uns auch zukünftig gelingt, ein Stück Finnland nach Leipzig zu holen. 2017 wird es eine Finnland-Woche geben, die Planungen dafür kommen so langsam in Gang.

Worauf freuen Sie sich in der nächsten Zeit besonders?
Auf das Ende der Sommerpause. Selber kicken beim SV Lindenau. Die Frankfurter Buchmesse mit Finnland als Gastland.

Interview & Foto: Volly Tanner

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