Porno ist ein Hamburger mit nem kleinen Stück Gurke

Andreas Hähle bringt die Erotik nach Leipzig

Es gibt Vorlesestimmen, da wird jedem empfindsamen Menschen ganz warm. Eine davon ist Axel Thielmann. Eine andere, weit bekanntere Stimme ist die von Christian Brückner. Ganz nah da dran, nur etwas mehr Bass und etwas weniger Kratzen ist dem Halb-Leipzig-Halb-Berliner Andreas Hähle gegeben.
Und weil man ausspielen muss, was man mitbekommen hat – ganz besonders als Mann – erfreut uns „The dark Voice from Germany“ am 17.05.2014 im plan b mit Francis D.D. String, dem hier geliebten Rockandroll-Filou und dem erotischen Literaturabend „Wir trinken Wein und dann …“
„Erotik ist nichts Banales. Es ist etwas in allem Schönen und dient in ihrem ureigenen Zweck im Gefühl schon dann, wenn du merkst, dass es dich selber schönt. Dann fühlt sich alles andere sehr einfach an und ist es auch.“ erläutert Hähle im Gespräch und fährt fort: „Es soll etwas fürs Herz sein, für die Lachmuskeln und dennoch – zumindest bei den weiblichen Zuhörern – einen Bedarf an Wechselunterwäsche wecken.“
Bekannt geworden ist Andreas Hähle schon in den Achtzigern – da schrieb er die Texte für die Leipziger Chartstürmerkapelle P16 – mittlerweile wurden seine Werke aber auch schon von Dirk Zöllner, den Söhnen Mannheims und anderen permanent im Popgeschehen routierenden Musiküssen vertont.
Und auch lesend und schreibend werkelt er fleißig. Sein neues Buch „Karriere der Narren“ erscheint gerade und neben der ganzen Erotik hat er auch noch ein neues Programm „Herbes Glück“ mit Wolfgang Becker in den Startlöchern.
Zurück zur Reibung und Hähles Sätzen dazu: „Sex kann jeder, Erotik ist wie ein gutes Menü. Es besteht aus verschiedenen Geschmacksrichtungen. Pornografie ist dagegen lediglich ein einfacher Hamburger mit nem kleinen Stück Gurke.“ Bingo. Sitzt, wackelt und hat Luft! Perfekt eingelocht.

Andreas Hähle verdeckt nen Werbearsch mit Erotik!

Andreas Hähle verdeckt nen Werbearsch mit Erotik!

Den Charme, den der Schwerenöter im Gespräch verströmt, lässt er auch im Normleben spielen – was ihn im Laufe der Jahre zum Einsichtigen reifen ließ – ganz besonders beim Thema Weiblichkeit: „Frauen sind wesentlich besser und auch konsequenter im Kopfvögeln. Ich glaube, die meisten Männer haben gar keine Ahnung, für wen sie gerade alles surrogieren.“
Und da Männer wie String und Hähle feine Jungs sind, tropfen sie uns allen auch noch ein Versprechen ins Taschentuch: „Meistens gehen die Leute auch einfach zufrieden nach Hause, um befriedigt aufzuwachen. Das ist unser Auftrag im Namen der Göttin. Den erfüllen wir, hilfreich wie wir sind.“
Unbedingt hingehen. Sonst gibt’s danach keinen Pudding!

Andreas Hähle & Francos D.D. String, plan b, 17.05.2014; abends

TEXT&FOTO: Volly Tanner

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter KÜNSTLERINTERVIEWS abgelegt und mit , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s