Tanner traf für: Das letzte Wort hat … … Sven Löbert

erschien gerade im FRIZZ Leipzig:

Das letzte Wort in diesem Monat hat Sven Löbert, Musiker und Schlagzeuger bei DIE ART und Bassist bei LIZARD POOL. Der 39jährige Ex-Zerbster lebt und liebt seit vielen Jahren in Leipzig-Plagwitz. Und bleibt dort auch.

Herr Löbert, vollenden Sie bitte diesen Satz: An Leipzig hat mich in letzter Zeit besonders aufgeregt, dass …

es fast aussichtslos ist für meine Tochter einen Kindergartenplatz zu finden wobei ich dieses Problem nicht nur auf Leipzig beziehe. Ein ähnliches Problem welches sicherlich nicht nur auf unsere Stadt zutrifft ist die Gentrifizierung bestimmter Stadtteile. Es ist erschreckend zu sehen auf welchen Kurs sich derzeit die Mietpreise in meiner Wohngegend bewegen. Es ist klar, dass viele junge Leute da wohnen wollen wo es hip und angesagt ist. Das macht es für Mittelschichtverdiener und Familien umso schwerer ihre Wohnungen zu halten, geschweige denn eine neue zu beziehen. Mit Sorge beobachte ich auch seit mehreren Jahren die Entwicklung der Kulturpolitik in unserer Stadt. Ich kenne sehr viele Menschen die mit eigenen Mitteln und Kraft etwas bewegen und für eine kulturelle Bereicherung unserer Stadt sorgen. Es ist aber leider so, dass diese Menschen nur mit Bürokratie zu kämpfen haben und von finanzieller Unterstützung nur träumen können.

Was muss sich ändern?

Wir müssen uns ändern! Sonst ändert sich auch nichts. Ich glaube, jeder kennt diese Momente, in denen man sich über irgendwelche Dinge aufregt und dann irgendwann feststellen muss, dass man sie selber auch nicht anders handhabt. Ich glaube, wir sind an einem Punkt, wo viele denken, jetzt müsste man mal wieder auf die Straße gehen. Aber machen wir das dann auch? Dann ist die Fernbedienung vom Fernseher doch nicht soweit weg wie der Wille wirklich was zu ändern.

Sven "Shiva" Löbert - The CoolBoy from Saxonia.

Sven „Shiva“ Löbert – The CoolBoy from Saxonia.

Wie würden Sie Leipzig beschreiben, für den, der die Stadt nicht kennt?

Ich wohne seit 14 Jahren in Leipzig und für mich ist es „Die Stadt“. Ich habe hier Dinge verwirklichen können, die in der Provinz nur schwer möglich waren. Ich liebe diese Stadt mit all ihren Facetten. Du hast hier schnell Zugang zur Kunst- und Musikszene. Das ist in Städten wie Berlin oder Hamburg eher schwierig. Dort bist du erst einmal nur einer von vielen und ganz weit hinten in der Schlange. Fasse zusammen: Ich will hier nicht mehr weg.

Welcher Ort ist Ihnen der liebste in der Stadt?

Leipzig ist eine Stadt, die man hervorragend mit dem Rad erkunden kann. Man ist in zwanzig Minuten im Grünen oder am See. Das gefällt mir. Für die abendliche Getränkeentspannung bevorzuge ich das „Noch besser Leben“ oder das „Dr. Seltsam“. Beides sehr beliebte Kneipen mit 80er Prenzelbergcharme.

Wenn Sie in die Zukunft schauen, welche Pläne und Visionen haben Sie?

Zum Glück erfüllen sich demnächst schon ein paar Visionen. Am 04.04.14 erscheint das Debütalbum von „Lizard Pool“ und im Herbst kommt ein neues Album von „Die Art“. Beides Bands aus meinem Tätigkeitskreis. Ein kleiner Traum von mir ist die Filmmusik. Dafür fehlte aber bis jetzt die Zeit.

Worauf freuen Sie sich in der nächsten Zeit besonders?

Das interessanteste ist für mich momentan zu sehen wie sich meine Tochter entwickelt. Und deshalb freue ich mich auf die Zeit mit ihr. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass die Kreativität nicht verloren geht und das man aufgrund der vielen Steine, die oft im Weg liegen, nicht müde wird. Es wird dieses Jahr noch einige musikalische Highlights geben. Aber die kann ich leider noch nicht verraten. Also die Augen und Ohren offen halten.

www.die-art.de

lizardpool.bandpage.com

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