Tanner traf für: Das letzte Wort … … Jan Flieger

erschien schon im FRIZZ Leipzig:

 

Das letzte Wort in diesem Monat hat Jan Flieger. Den 1941 in Berlin Geborenen hat es 1961 nach Leipzig verschlagen. Und er ist geblieben, weil er die Stadt und ihr Umland liebt. Er schrieb mit „Der Sog“ den einzigen DDR-Krimi, der den perfekten Mord und die Wirtschaftskriminalität in der DDR darstellte. Seine Bücher erschienen in Dänemark, den Niederlanden, China, Kanada und Russland. Daneben mischt er sich auch gern ein und ist damit oft ganz nah an den Problemen der ganz normalen Menschen in Leipzig:

Jan Flieger, vollenden Sie bitte diesen Satz: An Leipzig hat mich in letzter Zeit besonders aufgeregt, dass …

die Stadt einfach die oft rücksichtslosen Radfahrer in der Innenstadt nicht in den Griff bekommt. Nur Verbotsschilder helfen da nicht. Besucher unserer Stadt sind oft nicht erfreut. Aber auch das mangelnde Interesse an den Leipziger Autorinnen und Autoren ist ein Ärgernis, so auch für die, die Krimis schreiben. Ein Beispiel: Durch meine Thriller „Auf den Schwingen der Hölle“ und „Man stirbt nicht lautlos in Tokyo“ kennt man mich nun deutschlandweit. Es gab eine vielbeachtete Rezension in der Krimi-Couch und bald 3000 Besucher auf meiner Website. Aber nur drei Buchhandlungen bieten meine Thriller an, die im Internet gut laufen.

Was muss sich ändern?

Durch stärkere Zivilkontrollen die Radfahrer in der Innenstadt zur Disziplin anzuregen. Es geht doch auch in anderen Städten. Und im Hinblick auf die Leipziger Autoren sollte man von den Buchhandlungen eine gewisse Risikobereitschaft erwarten. In anderen Städten geht man mit eigenen Autoren anders um.

Wie würden Sie Leipzig jemandem beschreiben, der die Stadt nicht kennt?

Messestadt, Universitätsstadt, Bach- und Buchstadt, weltweiter WGT-Treffpunkt, unsere stolze Stadt an der Pleiße mit einer so sehenswerten Innenstadt. Da gibt es so unendlich viel. Aber den Südfriedhof würde ich nicht vergessen und auch nicht das Grab von Lene Voigt. Und abends dann zur Kneipenmeile. Wo soll man da anfangen, wo aufhören? Da gäbe es noch die tollen multikulturellen Straßenfeste in Connewitz, den neuen Wasserpfad im Botanischen Garten, die Turmbesteigung der Nikolaikirche, das Schillerhaus.

Welcher Ort ist Ihnen der liebste in der Stadt?

Besonders mag ich das Cafe Waldi, die besondere Atmosphäre und den Krimistammtisch mit den interessanten Kolleginnen und Kollegen,den Gedankenaustausch, die Vorbereitung neuer Anthologien. Schon die erste wurde ein voller Erfolg: „Stammtischmorde – 9 Leipziger packen aus“. Aber ich mag auch die Stille unseres so einmaligen Südfriedhofes, wo einem die Eichhörnchen aus der Hand fressen. Vergessen will ich nicht den Lindenfels Westflügel, die begehbare Geisterstadt, diese „Ghostcity“, diese Spukstadt, das besondere Erlebnis. Diesem Hinweis sollte man folgen!

Jan Flieger, der Krimihaudegen aus Leipzig lässt sterben.

Jan Flieger, der Krimihaudegen aus Leipzig lässt sterben.

Wenn Sie in die Zukunft schauen, welche Pläne und Visionen haben Sie?

Das Schreiben wird wohl immer ein Teil meines Lebens bleiben: Krimis und Kinderbücher. Aber die Reisewege zu den Lesungen werden länger. Da heißt es, seine Kräfte genau einzuteilen. Eine Vision wird die Verfilmung meiner Thriller sein. Man wird sehen. Aber träumen darf man ja wohl.

Worauf freuen Sie sich in der nächsten Zeit besonders?

Auf die „Weltpremiere“ meines neuen Kinderbuches mit dem Arbeitstitel „Jule und der verschollene Hengst“ ( Edition Hamouda) im Clara-Zetkin-Park am 06.08.2013 unter dem Motto „Leselust im August“ freue ich mich. Ich mag die kleinen Leseratten. Und sie mögen mich auch. So lese ich oft in Schulen. Und ankündigen möchte ich noch meinen Leipzig-Krimi „Der Vierfachmord von Stötteritz“. Vielleicht ist er im Weihnachtsverkauf schon im Angebot.

Interview: Volly Tanner; Foto: FliegerPR

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