Tanner traf für: Das letzte Wort hat … Alin Pelikowsky

erschien schon im FRIZZ Leipzig:

Das letzte Wort in diesem Monat hat die junge, engagierte Leipziger Rechtsanwaltsgehilfin Alin Pelikowsky, die sich für eine nachhaltige und bewusste Lebensweise stark macht. Mit der Initiative „V Change Makers“ ist sie dabei auch über Stadtgrenzen hinweg aktiv, lebt aber eben ihren Anspruch auch ganz privat: zum Beispiel vegan. Subkulturell im Hardcore und Metal zu Hause und beruflich in der Wirtschaftsprüfung sind ihre „langsam verändernden“ Aktivitäten vielleicht nur Schmetterlingsflügelschläge, doch irgendwo und irgendwann muss alles ja beginnen. Volly Tanner traf Alin Pelikowsky im Helheim zum Austausch:

Frau Pelikowsky, vollenden Sie bitte diesen Satz: An Leipzig hat mich in letzter Zeit besonders aufgeregt, dass …
… man bei manchen Leipzigern noch immer den Außenseiter-Status hat, sobald man das böse „V-Wort“ benutzt: vegan. Ich meine: „Hey Leute, ich esse halt kein Fleisch, Eier, Honig und trinke keine Milch. Ja und? Heißt das jetzt automatisch, dass ich zum Lachen in den Keller gehen muss oder Spaß mir generell verboten ist? „Du schminkst dich? Du trinkst Alkohol? Das ist doch nicht vegan!“ – Doch das ist es, wenn man darauf achtet was man einkauft. Ich möchte einfach nicht, dass Andere wegen meinem Genuss oder Vergnügen leiden müssen. Das ist alles.

Alin - mit gutem Beispiel gegen die Betäubten. Vegan, freundlich, mitmenschlich.

Alin – mit gutem Beispiel gegen die Betäubten. Vegan, freundlich, mitmenschlich.

Was muss sich ändern?
Dass mehr Menschen Offenheit und Interesse gegenüber Lebensweisen zeigen, die nicht ihrer eigenen entsprechen. Bei unserer Privatinitivative „V Change Makers“ merken wir sehr stark, wie das Interesse an der veganen Lebensweise wächst. Mit einer umfassenderen Weltsicht würden Gastronomen dann auch von selbst feststellen, dass die Nachfrage nach veganen Alternativen zusehends wächst. Auch in den Supermärkten rüsten immer mehr Ketten mit veganen Produkten nach – nur die Gastronomie hinkt da im Moment noch hinterher. So ist es leider nach wie vor nicht möglich, abseits von vegan/vegetarischen Restaurants, einen Kaffee zu trinken oder Essen zu gehen. Alternativen wie Soja-Milch oder zumindest ein veganes Gericht auf der Karte wird in konventionellen Cafés/Restaurants einfach noch nicht angeboten.

Wie würden Sie Leipzig beschreiben, für den, der die Stadt nicht kennt?
Eine weltoffene Stadt, in der man die Vorzüge einer Metropole genießen kann und die den Wohlfühlfaktor einer kleinen sympathischen Stadt hat.

Welcher Ort ist Ihnen der liebste in der Stadt?
Eindeutig Connewitz. Das Imbiss- und Restaurantangebot ist überwältigend. Dort kann ich so leben, wie ich es möchte und werde nicht komisch angeschaut, wenn ich nach Sojamilch zum Kaffee frage und bekomme sie sogar. Dort gibt es die veganen Produkte die ich mag und ich muss nicht die Läden abklappern, um mal eine Scheibe Pflanzen-Käse zu essen. Denn ja: Den Geschmack von Fleisch/Käse/Milch mochte ich – die üblichen Zutaten, nämlich tote Tiere, nicht. Deshalb greife ich dann auf ähnlich schmeckende, vegane Alternativen zurück.

Wenn Sie in die Zukunft schauen, welche Pläne und Visionen haben Sie?
Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der ein respektvolles und mitfühlendes Miteinander möglich ist. Mit „V Change Makers“ arbeiten wir darauf hin und zeigen, dass man sein Leben in vollen Zügen genießen kann, ohne dass andere deswegen zu kurz kommen müssen. Derzeit haben wir die Aktion „Vegan: Ich hab’s getan“ am Laufen, bei der Menschen erzählen können, wie und warum sie sich entschieden haben vegan zu leben. Über hundert Berichte der verschiedensten Menschen zeigen einen spannenden Querschnitt durch die Gesellschaft. So berichten Autoren, Köche, Rapper und auch „das Mädchen von Nebenan“ von ihren persönlichen Erfahrungen.

Worauf freuen Sie sich in der nächsten Zeit besonders?
Ich freue mich vor allem auf die tollen Aktionen, die wir mit „V Change Makers“ umsetzen können. Dazu gehören gemeinsame Projekte mit dem Schriftsteller Marsili Cronberg, dessen aktuelles Buch „Fantasia“ zu meinen Lieblingsbüchern gehört und bei dem ich mich deshalb ganz besonders auf die Zusammenarbeit freue. Zudem planen wir eine Kosmetik-Kampagne in der wir dekorative, vegane Kosmetik verschiedener Hersteller vorstellen möchten. So können wir weiterhin beweisen, dass sich die vegane Lebensweise in nur einem Punkt von dem „gewohnten“ Leben unterscheidet: Dem Bewusstsein mit dem man Einkaufen geht. Und dass man sich nicht mehr von der glitzernden Fassade der Werbewelt blenden lassen muss.

http://www.vchangemakers.de

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