Tanner traf für: Das letzte Wort … … Sebastian Krumbiegel

erschien schon im FRIZZ Leipzig:

 

Das letzte Wort in diesem Monat hat Sebastian Krumbiegel. Der Pianist und Sänger saugt mit klassischen Wurzeln aus dem Kulturbottich der Stadt, trägt Auszeichnungen, wie das Bundesverdienstkreuz oder den Gellert-Preis spazieren und raucht trotzdem öffentlich Zigaretten. Der Vielreisende und Vielgereiste bastelt derzeit wieder an einer Soloscheibe, schließlich kann man nicht immer adlig sein und reist diese vorstellend durch die Republik. Dabei hat er Charme. Und nimmt sich selber gottseidank nicht ganz so ernst.

Herr Krumbiegel, vollenden Sie bitte diesen Satz: An Leipzig hat mich in letzter Zeit besonders aufgeregt, dass…

… es draußen wieder dunkler und kälter wird. Das schlägt mir aufs Gemüt – das haben sie doch in Madrid, Rom oder Athen auch viel besser im Griff – das sollten wir dringend ändern! Die Südländer hatten aber auch länger Zeit sichs so schön warm einzurichten, das sehr ich ein. Wir hatten ja bis vor Kurzem hier das finstere – und dadurch auch weit kältere – Mittelalter.

Was muss sich ändern?
Das Klima – aber höchstwahrscheinlich wird ja durch den Klimawandel sowieso alles besser – dann haben wir in Zukunft vielleicht sogar das Meer vor der Haustür und kommen dadurch auf dem Seeweg überall hin. Obwohl – wir bauen ja fleißig am Kanal. Feine Sache, da paddeln wir demnächst bis zum Meer. Und wenn die Wärme kommt können wir auf dem Baustellensand fläzen und lecker Drinks nehmen. Stelle ich mir schön vor, etwas abgehangener, Mittags Siesta abends Tanz unter freiem Himmel, ganzjährig schwitzen.

Nicht aus AKTE X, sondern aus Herzenswärme: Sebastian Krumbiegel.

Nicht aus AKTE X, sondern aus Herzenswärme: Sebastian Krumbiegel.


Wie würden Sie Leipzig beschreiben, für den, der die Stadt nicht kennt?
Kulturstadt, Bürgerstadt, Handelsstadt, Messestadt. Kulturvölkerstadt sogar. Leipzig ist weltoffen – hier geht was. Hier wird gestritten und miteinander gearbeitet. Hochkultur und Freie Szene, Plagwitz, Connewitz, Lindenau, Spinnerei, Westwerk, Literatur, Malerei, Musik, von Klassik bis Metal, freundliche Menschen, grüne Parks – außer natürlich im Winter, da sind es weiße (und eben glücklicherweise nicht mehr kohlenstaubgraue) Parks – schöne Frauen, Radfahrer und Spaziergänger, Liebende und Bummelnde, Lachende und Lächelnde. Es gibt natürlich auch negative Attribute, aber die entfallen mir meistens, wenn ich meine Lieblingsstadt beschreiben soll.

Welcher Ort ist Ihnen der liebste in der Stadt?
Leipzig ist grün, ich mag die Parks und natürlich mag ich die Seen im Süden. Und ich mag die Kneipenszene – meine Lieblingskneipe zur Zeit ist der Pilot und gleich schräg gegenüber Sakura, ein sehr gutes japanisches Restaurant. Außerdem mag ich das Neue Schauspiel Leipzig und seine Macher – sehr kuscheliges Etablissement! Die wagen was und tuns einfach so ohne große Entwicklungspläne und Strategien, sehr sympathisch.

Wenn Sie in die Zukunft schauen, welche Pläne und Visionen haben Sie?
Ich glaube, Leipzig hat das Zeug dazu, sich auch international gut zu profilieren. Wir sollten über den Tellerrand schauen und uns mit Städten wie Barcelona oder Mailand vergleichen. Ich weiß, das klingt leicht größenwahnsinnig, aber das können wir uns leisten, weil wir dabei ja immer schön charmant bleiben.

Worauf freuen Sie sich in der nächsten Zeit besonders?
Auf den Frühling in meiner Lieblingsstadt.

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