Volly Tanner trifft June Coco: Es gibt hochkarätige Leute hier!

erschien schon im BLITZ!:

 

Populärmusik muss nicht des Teufels sein, liebe Leipziger. Und damit dies auch zu allen durchdringt hat die zauberhafte Musette June Cocó eine bachfreie Reihe in die Villa Rosental gezwirbelt. BLITZ!-Redakteur Volly Tanner traf sie und fragte nach:

BLITZ!: Am 24.04., beste June Cocó, gibt es den zweiten Gang Deiner Konzertreihe „June Cocó & Friends“ in der Villa Rosental. Dafür ist der Ausnahmecellist Christoph Schenker mit Dir am Musikern. Ich weiß ja wer das ist (und bete ihn an) – aber für all die Unwissenden und Ungläubigen – einfach mal in Deinen Worten: Wer ist Christoph Schenker?

J.C.: Christoph ist ein Cellist, und als solcher Ausnahmemusiker. Er überschreitet musikalische Grenzen und fühlt sich in verschiedenen Genres wohl.

Man kennt Ihn vor allem aus den Projekten wie Annamateur, Friend’n’Fellow oder aus dem Programm der Academixer und er spielt eigene Titel. Einen Teil seines aktuellen Soloalbums „Cellosophy“, auf dem ich mitwirken durfte, wird man unter anderem am 24.4. zu hören bekommen. Wir werden auch gemeinsam Titel von mir spielen, die deutsch getextet sind und nicht auf meinem aktuellen Album erscheinen werden. Das hat sich während der Proben so ergeben. Ich freue mich sehr darauf!

BLITZ!: Und im Mai dann Richie Beirach. Wow. New York New York. Ein weiterer Held. Wie kommst Du an solche Größen heran? Die triffst du doch nicht beim Einkaufen gehen. Erzähl mal.

J.C.: Nach nun mehr als fünf Jahren in Leipzig und musikalischem Schaffen lernt man sich eben kennen. Nicht beim Einkaufen, sondern meist über die Musik, Bekannte der Freunde, die selbst Musiker sind. Es ist so schön, sich austauschen zu können, sich inspirieren und experimentieren zu können. Ich wollte dieses Glück, dass ich habe, mit der Konzertreihe in der Villa Rosental auf die Bühne bringen.

Christoph hatte mich wegen seines Albums gefragt, Richie Beirach kenne ich durch einen gemeinsamen Freund und natürlich auch über die Hochschule, an der er Professor für Jazzklavier ist. Nach Jahren ist eine Freundschaft entstanden, die auch musikalisch gewachsen ist. Seit einiger Zeit arbeiten wir an neuen Songs, er hat mir immer wieder Song-Fragmente gegeben und ich habe Texte geschrieben. Im Mai wird man diese zum ersten Mal zu hören bekommen und natürlich auch Jazz-Tunes…

Es gibt so viele gute Leute hier! Der Popularmusik-Bereich erfährt leider im Gegensatz zur Klassik eine viel geringere Wertschätzung. Es gibt hochkarätige Leute, das wird meine Konzertreihe vor allem mit den kommenden Terminen zeigen.

Frau Cocó stilecht.

Frau Cocó stilecht.

BLITZ!: Auf Deiner Homepage gibt es einen Link: Album vorbestellen. Das impliziert ja, dass es ein neues Album geben wird, welches vorbestellbar ist. Wo kommts denn heraus und was ist darauf?

J.C.: Ja – das Album kann man bereits vorbestellen! Momentan wird viel gebastelt und aufgenommen… Als „June“ ist mein Wunschtermin für den Release Ende Juni. Ich möchte aber keine vage Prognose geben, weil ich mittlerweile gelernt habe, dass vor allem gut Ding Weile braucht.

Mein erstes (!) Album wird englischsprachig sein und ein französischsprachiger Titel. Wann – ihr werdet es ganz sicher mitbekommen!

BLITZ!: Du tritts auch regelmäßig in der Mephistobar (Sonntags ab 21 Uhr) und im Steigenberger Hotel Leipzig, aber auch in Fraureuth zum Beispiel oder in Schwabach auf. Mit einem wahrhaft engem Terminplan. Kannst Du mittlerweile von Deiner Musik leben?

J.C.: Ja – und das ist ein Geschenk. Ich spiele, werde gehört und engagiert. Nach Jahren summiert sich das. Nur ist Hintergrund-Musik oder Auftragsmusik von Konzerten strikt zu trennen!

Es ist etwas komplett Anderes ein Konzert zu spielen oder beispielsweise in einer Bar Hintergrundmusik zu machen. Manchmal wird auch daraus ein konzertantes Moment, aber wenn die Erwartungshaltung der Leute darin besteht, dass ich leise im Hintergrund spiele, damit sie sich dabei entspannt unterhalten können, ist das doch etwas komplett anderes. Der äußere Rahmen bestimmt dann die Musik und auch die Art, wie ich spiele.

Ich liebe beides, habe ein großes Repertoire an Titeln, mein Ziel und Wunsch ist es aber, mir mehr Zeit zum Musik schreiben eigener Titel und Konzerte spielen zu nehmen. Jahrelang ist mir vor lauter „Umrahmen, Löffelmuggen und Partymuggen“ keine Zeit und Muse mehr für, so absurd das klingt vielleicht klingt, „Musik“, mein Album, meine Band geblieben. Seit 2013 gelingt mir das besser.

BLITZ!: Gibt es neben Musik und Eleganz eigentlich noch andere Interessen im Leben der June Cocó? Ein Kleingarten? Ein Fußballverein? Haustiere? Briefmarkensammeln?

J.C.: Haha…merci. Während dieses eisigen Winters war ich ab und an Gast im Gondwanaland. Ich habe eine Jahreskarte für den Zoo und wohne in der Nähe.

Für ein paar Stunden hat man da tropisches Klima. Ich liebe Natur und Sport, dabei kann ich entspannen. Zweimal in der Woche Balletttraining – das gibt mir Energie. Aber neulich ist mir aufgefallen, dass ich nie Zeit habe und immer das Gefühl, etwas nicht zu schaffen. Das wird wohl so bleiben. Mein Hobby ist mein Beruf. Ich liebe, was ich tue.

Nur ist es schwer abzuschalten, und auch manchmal anstrengend, wenn man sich erklären muss. Nur weil es leicht aussieht, heißt es nicht, dass es nicht mit „Arbeit“ und „Disziplin“ verbunden ist – ganz im Gegenteil.

BLITZ!: Du bist ja keine hiergeborene, eher eine eingewanderte Acocóustic-Popperle. Wie treibts eine Jazz-Musette aus der südlichen Hemisphäre ins Messestadtgetümmel – und vor allem was ist der Grund zu Bleiben?

J.C.: Das Musikstudium an der HMT und diese schöne Stadt. Ich habe vor Leipzig schon in München und Berlin gewohnt. Berlin ist nach wie vor ein Reiz, aber Leipzig ist so eine tolle Stadt und für mich ein guter Ausgangspunkt. Manchmal zieht es mich allerdings in die Ferne… Das wird man auch auf meinem Album hören.

BLITZ!: Danke, beste June, für Deine Antworten – und Dir und Deinen Freunden wundervolle Abende.

J.C.: Merci. I´sch danke Dir, lieber Volly!

Mehr Infos zu June Cocó:

http://junecoco.de/

Text: Volly Tanner; Foto: Hagen Wolf

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