Tanners Interview mit der Malerin und Sängerin Anne Milayne: Profi ist man eigentlich nie, oder?

erschien schon in der Leipziger Internetzeitung:

Vielseitigkeit ist faszinierend in der Kunst. Wenn neben den Gesang noch andere Interessen zur Meisterschaft geraten steht dem allumfassenden Erfolg eigentlich nur noch Neid und Dussligkeit anderer Protagonisten entgegen. Anne Milayne jedenfalls wirft ihren Schuh in den Ring. Und dies auch noch äußerst charmant – zum Beispiel am 18.; 19. und 20. Mai 2013 auf dem Eutritzscher MONOPOL-Gelände. Tanner kennt sie schon eine Weile und fragt deshalb einfach mal los:

Demnächst ist ja wieder „Kunst:offen in Sachsen“ in Leipzig und anderswo. Du selber wirst eine von insgesamt zwölf Künstlerinnen sein, die im unhippen Eutritzsch, im Kunstgelände Haferkornstraße 15 – besser bekannt als MONOPOL Leipzig – Kunst darreichen. Seit wann bist Du denn auf dem Gelände – und warum bist Du gerade dort gelandet?

Nun, auf dem Gelände bin ich – wenn man das so sagen kann – erst ganz frisch. Ich muss also sogar noch eine kleine Einzugsfeierei geben. Gefunden habe ich die MONOPOL Community über die Musik, die ich mache. An einem Abend des diesjährigen kalten Winters hatte ich mal wieder einen Auftritt als Sängerin im Leipziger Raum. Während ich auf das Zeichen zum Auftritt wartete, unterhielt ich mich mit dem dort auflegenden DJ über Kunst & Co und meine derzeitige Ateliersuche. Tja, und wenn man Leute kennt, die Leute kennen, die Leute kennen … Die Welt erwies sich mal wieder als Dorf. Der DJ kannte einen freischaffenden Künstler auf dem MONOPOL Gelände und wusste, dass dort Räumlichkeiten für die Kreativen existieren, sowie auch immer noch geschaffen werden. So setzte ich alsbald danach das erste Mal meinen Fuß ins MONOPOL – und war begeistert: viele kreative Köpfe und Hände, die zusammen etwas in der Kunstszene erreichen wollen, viel Raum, Platz, Ideen etc. etc. Ich machte Nägel mit Köpfen, und mietete mein neues Atelier an. Es war genau das, was ich mir gewünscht hatte: ein für den schmalen Studentenbeutel gut erschwingbares aber großes und helles Atelier mit Blick auf einen lebendig bunten Hof, ganz in meiner Wohnnähe, sodass man auch mal schnell spontan hinradeln kann. Noch dazu existiert auf MONOPOL ein kreatives Miteinander-Agieren, was mir sehr viel bedeutet – denn auch wenn Künstler seinen eigenen Raum, seine eigene Stille braucht – trotzdem braucht er ebenso Gemeinschaft, gemeinsames Handeln für gemeinsame Ziele.

Anne schaut in eine künstlerische Zukunft/ dokumentiert von John Alex.

Anne schaut in eine künstlerische Zukunft/ dokumentiert von John Alex.

Das kulturinteressierte Konsumistenvolk kennt Dich vor allem als Interpretin von Deutschpopsongs. Was treibt Dich denn eigentlich in den Malereiklüngel. Man hat ja das Gefühl, dass mittlerweile alle außer Mutti malen – und manchmal sogar die – Spiralen.

Ja, das stimmt. Ich mache und singe als Anne Milayne selbst eigene Songs, liebe die Musik. Doch genauso ist es mit der Kunst. Schon als Kind machte ich beides – Musik und Kunst. Es liegt wohl auch einiges in den Genen. Singen, Musik machen, malen, zeichnen, Dinge kreieren, manchmal auch Theater spielen – meine Eltern und Schwester sind da mindestens genauso kreativ wie meine Wenigkeit.

In der Malerei kann ich mich allerdings auch von einer anderen Seite zeigen, was in einem öffentlichen Auftritt so nicht möglich ist. Sie zeigt eine weitere Facette, ein weiteres Ich, was schon immer zu mir dazugehört hat. Malerei fordert zur Ruhe auf, Nachdenken, möchte provozieren, die Dinge der Welt und den Menschen selbst kritisch reflektieren … Aber auf eine andere Weise als die Musik es tut. Ich möchte fast meinen, sie ist stiller, ernsthafter, tiefgründiger, fordert vor allem den Kunstbetrachter viel mehr heraus. Sie verbirgt in ihrem Resultat noch weit mehr den Facettenreichtum der Künstlerpersönlichkeit.

Arbeitest Du in der Bildenden Kunst auch unter Deinem Sängerinnennamen Anne Milayne?

Ja. Jedoch erst seit kurzem, da ich unter dem Künstlernamen Anne Milayne ja auch erst seit 2012 die Welt bevölkere …

Was können wir denn zu dem Event „KUNST:offen in Sachsen“ von Dir zu sehen bekommen?

Nun, mit Worten Kunst auszudrücken war schon immer eine schwierige Sache … Ich versuche es zu umreißen mit den Worten abstrakte Malerei, gemischt mit Gegenständlichkeit und Realismus, aber auch expressiven und vielleicht sogar dadaistisch anmutenden Elementen … Es sind Arbeiten aus meinem Studium dabei und solche, die aus anderen Umständen heraus entstanden sind. Großformatig, kleinformatig, mehrgeteilt, Öl, Acryl … Kurzum, die Palette ist bunt. Einen angedeuteten visuellen Vorgeschmack könnt ihr auch jetzt schon auf meiner Homepage entdecken: www.anne-milayne.de.

Und wie geht’s danach weiter? Irgendwie muss mensch ja auch leben und all die Bedürfnisse befriedigen, die uns so suggeriert werden. Stehst Du schon mit der Malerei im Profilager? Willst Du da eigentlich hin? Hat es überhaupt Sinn da hinzuwollen?

Ich male oder besser gesagt, mache Kunst, weil ich ein inneres Bedürfnis dazu habe. Etwas treibt mich dazu. Dinge kreisen mir im Kopf herum, zum Teil bewusst, zum Teil unbewusst. Sie drängen mit aller Macht heraus, und dafür möchte ich ihnen Raum geben. Ich stehe noch relativ am Anfang der Umsetzung dieser Dinge, was schlicht und ergreifend an den mangelnden zeitlichen Kapazitäten der vergangenen Jahre durch Studium und diversen Nebenjobs lag. Ob ich Profi bin? Keine Ahnung, wer weiß das schon. Man ist eigentlich nie Profi, oder? Denn würde das nicht heißen, man ist stehengeblieben in seiner Suche nach Antworten? Die Kunst ist ein Weg, eine Suche, die nie aufhört – und den gehe ich einfach.

Wer ist denn noch so Interessantes am Werkeln in der Haferkornstraße 15 in Eutritzsch?

Wir sind insgesamt 12 Künstlerinnen und Künstler, die ihre Ateliers öffnen: von Malerei, Grafik, Fotografie, Video, Keramik bis hin zu Skulptur und Plastik ist alles dabei. Die meisten arbeiten hier auf dem Gelände. Wir haben aber auch befreundete Künstler/-innen eingeladen, um die Sache für Besucher so interessant wie möglich zu gestalten. Im Übrigen – meine Wenigkeit ist im Obergeschoss des Hauses 5 zu finden. Und weitere aktuelle Informationen über die Künstler gibt es auch auf unserer MONOPOL Homepage zu entdecken: www.monopol-leipzig.de. Oder auch unter selbigem Namen auf der non plus ultra Plattform Facebook.

Na, ich komme ganz bestimmt vorbei – und hoffentlich all die ganzen anderen Trüffelsucher ebenfalls, die Mainstreamer können ja gern die ausgetretenen Pfade in der Spinnerei belaufen.

Also wir freuen uns auf jeden Fall und hoffen auf zahlreiche neugierige Trüffelsucher in unseren MONOPOL Ausstellungsräumlichkeiten, wie Du so schön gesagt hast!

Weitere Informationen:

www.monopol-leipzig.de

www.anne-milayne.de

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