Volly Tanner trifft André Streng: Das letzte Wort hat … … André Streng

erschien gerade im FRIZZ LEIPZIG:

 

Das letzte Wort in diesem Monat hat André Streng, stadtbekannt als Chef der Kultkneipe Flower Power. Gerade um 20 Kilo geschrumpft macht sich der Tausendsassa Gedanken über Leipzig – und die sind trotz Kraftprotz- und Partyimage gar nicht so lustig.

Herr Streng, vollenden Sie bitte den Satz: An Leipzig hat mich in letzter Zeit besonders aufgeregt, dass …

mich nichts mehr thematisch erreicht, was mit Stadtpolitik und Ausrichtung unserer „Metropole“ zu tun hat. Nach Olympia2012 und dem Niedergang der geflügelten Fußballträume bin ich nun dabei eben mein Glück im Privaten zu finden. Die Zeiten der Revolution in den Köpfen und im Tun, sind lange vorbei. Das Überleben ist anSTRENGend und ablenkungsreich genug – wir haben uns scheinbar einlullen lassen, von Kommerz und Kitsch und leben ja komfortabel in einem der reichsten Länder der Erde. Das eigene Alter der unbändigen Jugend und des Verändernwollens ist ja nun auch um einige Jahrzehnte höher und da sinkt die Bereitschaft und die Naivität, Großes zu fordern. Das Gefühl, als einer der frühen Demonstranten der Wende-Montags-Demos ja schon einiges gegeben zu haben, machte mich frühzeitig wohl unberechtigt satt – die tolle Blumenkraft – Aufgabe gab mir eine neue Richtung für den unbändigen Energiefluss in mir. An der Nikolaikirche versuchte ich ab Juni/Juli 1989 mit zarten 18 Jahren und eher in der 2. Reihe als anfänglicher Spaß-Punk-Revoluzzer dem Wunsch nach Veränderung Ausdruck zu verleihen.

André Streng, The Master of Flower Power Universum.

André Streng, The Master of Flower Power Universum.

Was muss sich ändern?

Gegen die Politikverdrossenheit ist in dieser Gesellschaft kein Kraut gewachsen, da der Spruch: „Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten“ ja nun von Jedem verstanden wird. Ich werde daher weiterhin mein Glück im Privaten suchen. Und meine Nische finden, egal, wie ich beschwindelt oder gedrängt werde.

Wie würden Sie Leipzig jemandem beschreiben, der die Stadt nicht kennt?

Zu meinen ausländischen Gästen sage ich immer folgende Lobpreisungen: Leipzig ist die Stadt, in der der Mauersturz friedlich erkämpft wurde und die, Dank der Nachwende-Anstrengungen, wieder zu einer der schönsten deutschen Städte mit einer lebendigen Kultur- und Studenten-Szene gereift ist.

Welcher Ort ist Ihnen der liebste in der Stadt?

Mein Ein und Alles ist natürlich der Blumenladen (das Flower Power; Anm. d. Red.) in der Riemannstraße und durch unsägliches Glück habe ich ein tolles Grundstück in Leipzig. In der Hängematte träumt es sich am schönsten. Ansonsten hab ich ganz besondere Schwingungen am Beuchaer Steinbruch mit der Insel mittendrin und am Kulki – meiner Jugendliebe als Grünauer Kind.

Wenn Sie in die Zukunft schauen, welche Pläne und Visionen haben Sie?

Gesund und munter bin ich nun nach einer kleinen Ausrichtung auf mich selbst. Ich lebe bewusst, um für meine Kinder alt werden zu können und die Flowerpower-Fahne noch lange hochhalten zu dürfen.

Worauf freuen Sie sich in der nächsten Zeit besonders?

Es frühlingt doch sehr und ich möchte mehr Zeit mit meiner Familie, meinen Freunden und meinem tollen Flower-Team verbringen. Aloha!

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