Das letzte Wort hat … … Alex Huth (Volly Tanner trifft …)

erschien schon im FRIZZ LEIPZIG 01/13:

Das letzte Wort im neuen Jahr, im Monat Januar, hat Alex Huth. Der KIKA-Moderator, MDR Sachsen-Anhalt Reporter, Sprecher und Kinderlieder-Autor entschleunigt aktiv und nutzt diese Zeit für seine Familie. Gut so. Und er ist Leipziger.

Herr Huth, vollenden Sie bitte diesen Satz: An Leipzig hat mich in letzter Zeit besonders aufgeregt, dass…
… 2012 eigentlich Leipzigs Olympiajahr sein sollte, sich aber kaum noch jemand daran erinnert, welchen Rausch die Nachricht ausgelöst hat, Candidate-City zu sein. … der Weihnachtsmarkt in Heimeligkeit, Harmonie, Andacht und Empathie blühen wollte, aber doch in Lärm, Kitsch, Kommerz und Suff verwelkt ist. … es am Stadion schon für die Regionalliga zu wenig Parkplätze gibt und ich will noch zu Lebzeiten sehen, wie Bayern München in Leipzig die Meisterschaft verspielt. … wir zwar in den letzten Jahren eine ordentliche Seenplatte bekommen haben, die nächsten halbwegs anständigen Berge aber immer noch zu weit weg sind. … das für’s Meer auch gilt. … Leipzig angeblich Bedarf für eine weitere Shopping-Mall im Zentrum hat, sich aber das Naturkundemuseum nicht mehr leisten kann. … das allwinterliche Schlagloch-Bingo auch diese Saison wieder eine Schippe draufgelegt hat. … das so ziemlich jede Baustelle genügend Potenzial für eine Langzeitstudie mitbringt.

Was muss sich ändern?
Leipzig braucht noch mehr breite Brust und Eigeninitiative. Das Bewusstsein, in einer stolzen, geschichtsträchtigen, lebendigen und interessanten Stadt mit Esprit, Charme, Kultur, Charakter und Potenzial zu leben, darf in den Köpfen ruhig noch ein wenig präsenter sein. Der Pulsschlag lauter, die Gedanken befreiter, der Rücken gerader, die Zunge spitzer, das Lächeln breiter, der Blick strahlender – das wünsche ich mir. Ach ja, dazu noch Berge und Meer.

by PR/AH

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Wie würden Sie Leipzig beschreiben, für den, der die Stadt nicht kennt?
Leipzig ist das Schloss, in dem ich residiere. Der Turm, von dem ich Ausschau halte. Der Kamin, an dem ich mich wärme. Der Park, in dem ich spaziere. Der See, in dem ich bade. Die Kapelle, in der ich entschleunige. Die Bibliothek, in der ich versinke. Die Küche, in der ich abschmecke. Der Tisch, an dem ich schlemme. Das Bett, in dem ich liebe. Der Busch, in dem ich mich verstecke. Die Realität, an der ich mich reibe. Die Zukunft, von der ich träume. Die Stadt, in der ich leben möchte. Der Ort, an dem ich zu Hause bin.

Welcher Ort ist Ihnen der liebste in der Stadt?
Mein zu Hause.

Wenn Sie in die Zukunft schauen, welche Pläne und Visionen haben Sie?
Als Zukunfts-Dispatcher fehlte mir schon immer die strategische Intelligenz. Das könnte leicht als Unambitioniertheit missverstanden werden, ist aber lediglich eine kreative Art, spontan auf Gegebenheiten zu reagieren. Pläne, die man nicht macht, können nicht durchkreuzt, inexistente Erwartungen nicht enttäuscht werden. Die Vision mein Leben betreffend hat Peter Fox mit „Haus am See“ so treffend beschrieben, dass es keiner weiterer Worte bedarf. Genial banal!

Worauf freuen Sie sich in der nächsten Zeit besonders?
Auf Schlittschuhlaufen im Bretschneiderpark, Skifahren im Zittauer Gebirge, den ersten T-Shirt-Tag im Frühling, das nächste gute Buch, ein herausragendes Essen, ein Lächeln zum Kaffee, Gespräche mit Essenz, positive Überraschungen, Keane in Concert, meinen zehnten Hochzeitstag und all die Dinge, die ich nicht vorherzusagen in der Lage bin.

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