Alle Religionen sind doch schon abgekackt! (Volly Tanner interviewt STOPPOK)

erschien gerade im FRIZZ LEIPZIG NOVEMBER 12:

Das ist harte Arbeit! Über 30 Jahre Blues und Rock aus deutschen Landen, hoch unter runter die Autobahnen und Bühnen entlang, ganz nah an den Geschichten der lebenden Menschen. Stoppok eben.
Der, dem schon of ein „… Tom-Waits-Schmuddelstil …“ nachgeschrieben wird, kommt Anfang Dezember, am Samstag den 08., in den Leipziger ANKER, um Solo, ganz ohne seine Freunde, die Artgenossen, vom authentischen Rockkuchen zu reichen. FRIZZredakteur Shevek Walden (Volly Tanner) gab er schon im Vorfeld die Ehre:

Hallo Stoppok, Anfang Dezember sind Sie ja Solo im ANKER Leipzig zu Gast – heißt dies Sie kommen völlig allein auf die große Bühne oder haben Sie einige Ihrer Artgenossen dabei?
Ja, ich bin diesmal wieder OneManBandmäßig unterwegs. Mit vielen Saiteninstrumenten und meiner Rhythmus Box, die ich mit den Füssen bediene. Ich habe mir auch extra ein paar Kilos draufgeschafft, damit die Bühne gut ausgefüllt ist.

In Leipzig zählen Sie in der Musikergemeinde ja schon fast als Eingemeindeter. Das hat bestimmt auch mit Ihren schon frühen Reisen ins östlichdeutsche Tongebiet zu tun. Was sind aber Ihre persönlichen Sichten auf die hiesigen Kollegen? Mit wem haben Sie schon und wen kennen Sie gerne und warum von hier?
Ich hatte schon mit Andre Herzberg, mag Keimzeit und Kollege Wenzel, stand letztens eher zufällig mit Clueso auf der Bühne und habe immer Spaß, wenn ich Herrn Krumbiegel treffe. Von Holger Biege habe ich den Song Annabell gecovert und fand schon immer bemerkenswert, dass er 25 Jahre vor Xavier Naidoo den gleichen Sound gemacht hat – und besser, bzw. mit mehr Gefühl.
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Auch Sie haben, wie vor Kurzem Diane Weigmann, mit Freunden Ihr eigenes Label gegründet. D.I.Y. statt stromlinienförmige Massengeschmacksbedienung. Da brennt das Thema Urheberrecht ja bestimmt auch auf Ihren Abrechnungen lichterloh. Gibt es eine Stoppok-Meinung zur derzeitigen Diskussion – und würden Sie diese verraten, also uns, also jetzt?
Aber sicher doch! Schon bevor diese ganze Diskussion hochgekocht wurde, hatte ich mich immer wieder öffentlich zu dem Thema geäußert.
Ich habe definitiv kein Problem damit, wenn sich Leute meine Sachen unentgeltlich reinziehen, da ich noch bei meiner Mutter lebe und durch sie gut versorgt bin und ich sogar letztens noch 2 Millionen Euro von meiner afrikanischen Tante Honka Honka  geerbt hatte, also quasi aus dem Gröbsten raus bin, da ich auch nicht viel Geld ausgebe. Was ich aber nicht okay finde, wenn sich Leute die Sachen z.B. von Lady Gaga, Madonna, oder Robbi Williams ziehen, weil ich finde, die sollte man weiter unterstützen. Die hauen für ihren Popstar Style täglich soviel Geld raus, dass wir alle in der Verantwortung stehen, dass denen nicht die Kohle ausgeht. Wo kämen wir denn da hin, wenn es keine Popstars mehr gäbe, wo doch die Religionen schon alle abgekackt sind.

Ihre musikalische Karriere begann, laut Recherche, 1968 mit Ihrer ersten Gitarre. Das sind mittlerweile 44! Jahre. Was hält Sie körperlich und geistig zusammen? Solch eine lange Strecke durchzuspielen ist ja auch anstrengend und viele Ihrer Kollegen trugs ja auch schon aus dem Spiel.
Zum Einen, der richtige Umgang mit den Drogen, zum Anderen ein gesunder Mangel an Ehrgeiz, jedermanns Liebling sein zu wollen. Aber eigentlich in erster Linie die Musik selber und die tollen Konzerte, bei denen soviel Energie freigesetzt wird. Mein Dank geht an dieser Stelle ganz klar an mein tolles Publikum!

Den Namen Stoppok verbindet der interessierte Enthusiast vor allem mit dem Blues. Da kommen viele junge Menschen kaum noch mit, schließlich braucht der Blues ja auch ein bestimmtes Quentchen Altersschwermut. Oder sehe ich das zu negativ? Was kann Blues den heute in ihrer Adoleszenz verrückt werdenden Jungspunden geben?
Das, was er mir als verrückter Jungspund auch gegeben hatte. Der Blues ist nix anderes als eine leicht zu durchschauende musikalische Form, die dem Intellekt beim spielen nicht all zu viel abverlangt und bei dem sich der Spieler voll und ganz auf sein Gefühl konzentrieren kann, vorausgesetzt er kann. Funktioniert auch immer noch nach mehreren Bierchen. Hip Hop ist eigentlich ähnlich, hat nur mehr Text, also das Gefühl wird mehr über die gewählten
Worte und die Melodien transportiert.

Danke Stoppok, für Deine Antworten – und wir sehen uns auf jeden Fall im Anker zur Messe.

STOPPOK Solo & Live; 08.12.2012; ANKER Leipzig

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