Von der verlorenen Mitte (das Elia van Scirouvsky Portrait)

erschien schon im PORT01 Leipzig

von Volly Tanner (Text & Bild)

„Leipzig ist klein und überschaubar, das kommt mir als kleinen Menschen entgegen.“ sagt Elia van Scirouvsky schmunzelnd im Vorraum der „Offenen Lesebühne“ im HelHEIM, während junge Schreibende sich ihre Auftrittsangst wegtrinken. Van Scirouvsky ist alter Hase, Erzgebirger – und darauf legt er Wert, eben nicht Erzgebirgler zu sein – und derzeit vielbeschäftigt im Literaturbetrieb. Seit er 1997 den Marienberger Kulturversuch mit aus der Taufe hob, spurtete er sich konsequent, über viele Bücher hinweg, bis zu seinem Ehrenamt als Zweiter Vorsitzender des VS (Verband der Schriftsteller) Landesverband Sachsen. „Mein letztes Buch „Zwischen Alpha und Omega und dem Flug der Seele“ ist schon eine Weile her, ein weiterer Gedichtband liegt zwar in der Schublade, aber ich habe es noch nicht geschafft alles zu sortieren und in Form zu bringen.“ erläutert der eindrucksvolle Lyriker und streicht sich dabei seine Bartzipfel spitz. „Es ist wohl der Nachteil, dass wenn man viel Arbeit zur Bereicherung des literarischen Lebens hinter den Kulissen leistet, dass das eigene Schreiben ein wenig auf der Strecke bleibt.“
Im Moment webt Elia die Fäden im Segment Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für den Leipziger Literarischen Herbst, der im Oktober im unserer Stadt für Furore sorgt, bearbeitet Infotexte der Autoren und Verlage auf ihre Sprache und Sinnhaftigkeit hin, organisiert und moderiert Europas älteste durchgehende Literaturreihe Der durstige Pegasus – der auch zum Literarischen Herbst mit bester Literatur von Elmar Schenkel, Franziska Wilhelm (ja, der Dame vom Schkeuditzer Kreuz) und Udo Tiffert aufreitet und arbeitet an einem Kurzgeschichtenprojekt.

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Auch als Troll gibt es van Scirouvsky – passend zu Größe und Herkunft – in einem Film von Christian von Aster und Antje Dahm – zusammen mit Patrik Baboumian, dem stärksten Mann Deutschlands 2011. Da fragt sich jeder Normalzeitabhängige wie so viel Pensum zu schaffen ist – und von Scirouvsky hebt ein bisschen den Vorhang: „Eine nicht unwesentliche Prägung habe ich durch den Buddhismus erfahren, mit dem ich mich längere Zeit beschäftigt habe – hier ist der Weg der Mitte der Leitfaden, also keine Extreme egal in welcher Richtung ausleben. Oft pendele ich aber zwischen Extremen: Askese und Arbeitseifer und Tanz auf dem Vulkan – die Mitte geht mir oft verloren.“
http://www.elia-van.de <http://www.elia-van.de/&gt;

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