Wir machen weiterhin viel Krach (Interview mit Grungopalooza & The Heroine Whores Königin Tarcy Mirinda)

erschien schon im FRIZZ LEIPZIG:

Tarcy Mirinda, die Gitarre und Stimme der Leipziger Grunge-Heroinen von The Heroine Whores zu treffen ist immer ein Erlebnis. Nun organisiert sie im zweiten Jahr das GRUNGOPALOOZA. Was Fragen aufwirft, naturgegeben:

Hallo Tarcy Mirinda. Schön Sie mal wieder zu sehen. Sie organisieren auch dieses Jahr wieder das GRUNGOPALOOZA, diesmal im Bandhaus-Spinnereiumfeld. Machen Sie alles alleine? Hilft Ihnen irgendwer? Und wie?
Hallo Shevek! Es ist auch sehr schön, dich wieder zu sehen! Wir (The Heroine Whores) und die Bandcommunity Leipzig organisieren das Grungopalooza in diesem Jahr gemeinsam, was nahe liegt, da der Veranstaltungsort – das Bandhaus – Teil der Bandcommunity ist. Wir haben uns die Aufgaben und Erledigungen, die dafür anstehen, im Vorhinein aufgeteilt. Die Bandcommnity kümmert sich z.B. um einen Tontechniker und um das Catering usw. und ich kümmere mich um das Booking etc.- das hilft dabei, viel effektiver und umfassender bei der Planung und Umsetzung des Grungopaloozas vorgehen zu können. Es ist und bleibt dennoch eine Veranstaltung der Bandcommunity, auch darauf hatten wir uns bereits vor den konkreten Planungen geeinigt.

Was sind denn die Höhepunkte des Festivals? Ich hörte von einem äußerst weiblichen internationalen Act.
Alle Acts des diesjährigen Grungopaloozas sind Höhepunkte! Es ist wunderbar zu sehen, wie es sich entwickelt hat. Letztes Jahr spielten lediglich drei Bands, dieses Jahr sind es bereits fünf! Alle davon sind von mir persönlich ausgesucht worden, mit allen haben wir bereits zusammen Auftritte gespielt, außer mit der einen, ganz besonderen, die Du bereits erwähnt hast: die all-women Band „Valentiine“ aus Australien! Sie gehen dieses Jahr auf Europatournee – ihr Auftritt beim Grungopalooza ist der Auftakt dieser. Und natürlich ist es wieder eine Ehre, dass Volly Tanner am Grungopalooza teilnimmt! Wir freuen uns sehr auf ihn und „The Howl“ von Allen Ginsberg!
Im Allgemeinen ist das Grungopalooza etwas Besonderes, weil die ursprüngliche Rockmusik, die in den 90ern als Grunge bezeichnet wurde, die rein und einfach, voller Emotionen, Wutausbrüche, sowie Anklagen gegen die eigene und vorherige Generation war, hier wieder auf Anklang stößt. Das Grungopalooza ist kein künstlich erzeugtes Ereignis, sondern eine natürliche Zusammenkunft junger Bands, die demselben Genre entspringen. Dennoch besitzt jede von ihnen – durch ihren Mix unterschiedlicher musikalischer Einflüsse – einen unverwechselbaren, individuellen Sound, der authentisch ist. Ebenso könnte die besondere Verknüpfung dieser Musik und der Literatur von Allen Ginsberg im diesjährigen Line-Up nicht besser passen.

Und wie läufts mit den Heroine Whores so? Ihr seid ja derzeit nur noch zu zweit. Warum denn dies und machts trotzdem Krach?
Bei uns Huren läuft es super! Wir sind nur noch zu zweit, da wir uns im Mai von unserer Bassistin, in beidseitiger Zustimmung, getrennt haben. Danach holten wir eine zweite Gitarristin ins Boot, die jedoch nicht zu uns gepasst hat, das haben wir sehr schnell gemerkt. Zurzeit sind wir nicht auf der Suche nach einem dritten Bandmitglied. Sollte uns jedoch einmal der oder die Traumbassist/in oder Traumgitarrist/in über den Weg laufen, dann nehmen wir ihn/ sie gern in unserer Band auf. Zu zweit machen wir natürlich weiterhin sehr viel Krach und kommen sehr gut zurecht. Es ist immer wieder erstaunlich, wie kritisch man anfangs beäugt wird, das ändert sich meist, wenn man auf der Bühne steht und einfach zeigt, was man zu zweit erreichen kann und dass der Sound immer noch stimmt.

Jedes Wochenende spielt Ihr mittlerweile an einem anderen Ort. Wie ist denn das Tourfeeling? Das kann ja auch zu einer Droge werden.
(lacht.) Eine richtige Tour ist es zurzeit natürlich nicht, aber man kommt sich manchmal schon so vor. Es hat sich bei uns mittlerweile wirklich zu einer kleinen Bühnensucht entwickelt, die wir aber auch in den restlichen Monaten diesen Jahres zum Glück weiterhin befriedigen und sogar steigern können. In den nächsten Monaten haben wir wieder weniger Shows, dafür werden wir aber im November/  Dezember dann endlich auf unsere erste kleine Deutschlandtour gehen. Diese wird u.a. die Städte Hamburg, Berlin, Hannover und Frankfurt/Main umfassen.

Sie sind ja auch bekennende Veganerin – ein Thema, das mal gesondert beackert werden müsste. Sind Sie mit den Angeboten zufrieden in Leipzig? Wie ist die Veggie-Community unterwegs?
Ich bin zufrieden mit den Angeboten, vor allem die Vleischerei in Plagwitz und das Zest in Connewitz haben mein Herz erobert. Aber auch so scheint es in Leipzig immer hipper zu werden, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren, die nächsten Jahre werden zeigen, ob dieser Trend überlebt. Ich jedenfalls werde dabei bleiben.

Danke für Ihre Antworten und bis spätestens zum GRUNGOPALOOZA.

GRUNGOPALOOZA; 14.09.2012; Bandhaus der Bandcommunity; Saarländer Straße 17/ hinter der Spinnerei

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