Wo wohnt das Licht? (Interview mit Anke Hartmann)

erschien schon im FRIZZ Leipzig:

Schaut man sich die Abverkaufszahlen im Buchhandel wirklich einmal ernsthaft an, merkt man, dass die Rubrik Kinderbuch immer stark – jedoch in der Öffentlichkeit sehr still – gefragt ist. Anke Hartmann aus dem Leipziger Westen schreibt nicht nur Kindergeschichten, sondern illustriert auch noch, bringt heraus und vertreibt. Dazu gibt es von ihr auch noch Handmade-Art und ganz viel Interessantes – hier im FRIZZ-Gespräch mit Shevek Walden (Volly Tanner):

 

Guten Tag Frau Hartmann; ab Anfang Juli hängt in der Bibliothek Leipzig Süd (Steinstraße) eine Ausstellung zu Ihrem neuen Buch „Wo wohnt das Licht?“. Wie muss ich mir denn solch eine Ausstellung vorstellen? In Leipzig hängen ja allerorten Riesenschinken herum. Ist das bei Ihnen auch so?

Hallo Herr Walden, ja das ist richtig, ab 1.Juli bis Ende September wird eine Ausstellung mit meinen Bildern der letzten zwei Monate in dieser Bibliothek zu sehen sein. Zu betrachten und zu erforschen gibt es dann für die kleinen und großen Bibliotheksbesucher die Entstehung meines neuen Buches „Wo wohnt das Licht?“. Im gesamten Licht durchflutetem Treppenhaus, verteilt auf 18 Rahmen, kann man sich ein Bild von meiner Arbeitsweise, den verwendeten Materialien, den Zwischenschritten, dem Arbeitsumfang und natürlich dem Buch an sich machen.

by volly tanner

Wie sind Sie denn an diesen Ausstellungsort herangekommen? In so einer Bibliothek ist ja ein hervorragender Publikumsstrom zu erwarten. Da drängen sich doch bestimmt die Kinderbuchmacherinnen zuhauf hinein.

Ich wurde glücklicherweise direkt durch die Bibliothek angefragt ob ich diese erste Ausstellung dort machen möchte, und habe natürlich sofort zugesagt. In der „Walter Hofmann Bibliothek“ herrscht ein fabelhafter Publikumsstrom und sie hat eine riesige und wunderbar ausgestattete Kinder- und Familienbuch-Abteilung. Als ich zur Besichtigung der Räumlichkeiten dort war, war ich begeistert von der Architektur, der Auswahl und der warmen und freundlichen Atmosphäre.

 

Mittlerweile hatten Sie Ausstellungen in Berlin, in der Moritzbastei zu Leipzig, in Undergroundläden wie dem Konsoom und und und – dazu sind Sie Mutter, Partnerin und Kunsthandwerkerin. Ihre Produkte werden weltweit gekauft. Wie managen Sie Ihre Zeit, nicht nur die Lebens-Zeit, sondern vor allem die Produktions-Zeit?

Mehr schlecht als recht. Da ich eine kleine Tochter habe kann ich nur in der Betreuungszeit arbeiten. Außerhalb der Betreuungszeit Termine wahrzunehmen geht nur in Absprache mit meinem Partner. Das macht mich natürlich etwas unfreier als viele meiner Kollegen im gleichen Alter, führt aber auch dazu, dass man die Arbeitszeit die man hat, richtig ausfüllt und sich auf das Wesentliche konzentriert. Anstatt ewig hin und her zu überlegen wie man eine Arbeit angeht bin ich gezwungen sie einfach anzufangen, und damit fahre ich bisher recht gut.

 

An welchen Künstlern orientieren Sie sich in Ihrer Arbeit, Frau Hartmann – für viele Menschen ist ja Disney der einzige Kinderbuchmacher der Welt – und vielleicht noch Bofinger. Wer berührt Sie?

Da ich sowohl künstlerisch als auch als Mensch ja immer in Entwicklung begriffen bin, ändern sich meine Vorbilder natürlich von Zeit zu Zeit. Dennoch gibt es ein paar Ikonen von Dauer für mich. Allen voran natürlich Shaun Tan, dicht gefolgt von Lars Henkel, Mehrdad Zaeri Esfahani, Fleur van der Weel und meinem Lieblingsillustrator aus Kindertagen Johannes K.G. Niedlich.

 

Am 07.07.2012 stehen Sie auch mit Ihrem Stand beim großen Kunst- und Einwohnerfest des Leipziger Westens, auf dem WESTBESUCH. Was gibt es denn da von Ihnen zu ergattern?

Natürlich mein neues Buch, aber auch eine bunte Auswahl an anderen Büchern und Heften aus meiner Feder, sowie Originalbilder, von Hand bemalte Broschen, Buttons, Taschenspiegel und vieles Andere.

 

Und wie geht’s dann weiter? Schon neue Ideen im Köcher?

Das nächste Großprojekt wird wahrscheinlich die Illustration eines Kindergedichtbandes der Dresdner Autorin Kerstin Becker. Dann habe ich vor mich mehr mit dem Medium Skulptur zu befassen, von dem ich im Moment sehr begeistert bin. Ich habe auch schon einige neue Kinderbuchideen im Kopf, aber das hat noch Zeit.

 

Danke für das charmante Gespräch, Frau Hartmann.

Ich hab zu danken, gerne jederzeit wieder!

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