Carmen Nebel Fans sind keine schlechteren Menschen (Interview mit dem Unheilig-Graf)

erschien als ErstVerÖ im FRIZZ LEIPZIG:

Die Lichter der Stadt leuchten im Juli am Völkerschlachtdenkmal. Unheilig und der Graf bespielen mit frischem Album geplant am 13.07.2012 den Koloss und nachgeplant, weil dauzugeplant ob der großen Nachfrage am 12.07.2012. Shevek Walden (Volly Tanner) bekam den Grafen ans Telekommunikationsgerät:

Was ist Unheilig eigentlich? Eine Band oder eine Firma?

Unheilig, das bin eigentlich ich – mit zwei Leuten im Hintetgrund. Wir machen das zusammen schon seit 12 Jahren und sind auf keinen Fall eine Firma. Das klingt mir viel zu maschinell. Ich, also DER GRAF, bin das Gesicht, die Band ist nur live dabei. Aber mein Keyboarder schreibt immermal an den Songs mit. Die Ideen kommen aber alle von mir – vorallem auch die Idee, dass alles richtig vernünftig und richtig groß zu machen. Wir haben zum Beispiel derzeit bei den Konzerten bis zu 1000 Kinder dabei – da brauchts richtig pädagogisch ausgebildete Leute, die im Kinderland Musik machen, mit den Kidds basteln und Sport machen. Dann gibt’s ja auch einen Familienbereich bei den Konzerten – und über 65jährige kommen auch kostenlos rein. Da brauchts nur eine Mail an uns im Vorfeld. Mit dem jetzigen Erfolg von Unheilig ist alles möglich geworden. Früher gab es Probleme, zum Beispiel mit dem Rollibereich – für Rollstuhlfahrer – da stellten sich manche Veranstalter auf die Hinterbeine. Das ist jetzt alles möglich. Stell Dir vor, Du bist ein Achtjähriger und kommst mit Deiner ganzen Familie zu einem Unheiligkonzert und alles stimmt – das ist ein fürs ganze Leben bleibendes Erlebnis!

Unheilig – also Sie – schaffen es mit einfachen Worten zu berühren, Herzen zu erreichen und zwar von wirklich vielen Menschen. Berührt Sie dabei selber die Kritik von Szenedogmatikern überhaupt noch oder ists da eher: was scherts die Eiche, wenn sich das Schwein dran schubbert?

Oh ja, Kritik berührt mich. Das war schon eigenartig, mit dem riesigen Erfolg 2010 schossen sich auf einmal alle auf mich ein. Hmm, ich trete auf, wo die Leute mich sehen und hören möchten und ich bin unumstößlich der Meinung, dass Menschen, die sich zum Beispiel Carmen Nebel anschauen, nicht schlechtere Menschen sind als Gothics. Wir behandeln alle Menschen gleich, da kann man nichts falsch machen. Musik ist für alle Menschen da, ich reglementiere doch die Menschen nicht. Aber natürlich stelle ich mich persönlich noch in Frage.
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Deine Message ist Hoffnung und „Das eigene Leben selbst gestalten!“. Da kommt man schnell in die Rolle des geistigen Vaters, einer Orientierungsgröße und die Verantwortung nimmt zu.

Ach weißt Du Shevek, ich mache einfach Musik und erkläre mir damit mein eigenes Leben. Manchmal wundere ich mich aber schon, wieviele Menschen ich berühre. Ich bin wirklich nicht sehr belesen. Als Kind las ich „Der kleine Nick“ und als Erwachsener Steven King. Da muss ich schon sagen, ja, ich habe eine begrenzte Sprache. Aber diese einfachen klaren Worte erreichen ja mein Publikum. Und ja, die Verantwortung ist mir bewusst. Aber ein geistiger Vater – puuuuh, das will ich ganz bestimmt nicht sein. Ich bin ein ganz normaler Typ, der Lieder schreibt. Ohne große Botschaft. Ohne großen Masterplan. Ich tue nur, was mich glücklich macht und versuche möglichst niemandem zu schaden dabei. Diese Glorifizierung ist mir eher peinlich.

Das Album „Lichter der Stadt“ klingt wie aus einem Guss – nur „Eisenmann“ bricht völlig heraus. Gab es denn gerade für dieses Lied einen besonderen Anlass? Oder ist´s nur ein Stampf- und Tanzbodenknaller?

Eisenmann ist Unheilig, wie vor 12 Jahren, aber mit den heutigen Mitteln. Das ganze Album ist ja wie ein Tagebuch meiner letzten zwei Jahre – da fühlte ich mich manchmal wie ein Junge, der in die Großstadt kommt. Und Eisenmann – das entstand aus dem Wunsch, manchmal eine eiserne Rüstung zu haben, an der alle Kritik abprallt, die mich unverletzbar macht. Das Stück ist so groß, so rammsteinig, so brachial, schwer und breit, wie ich es haben wollte. Weißt Du, ich mag Rammstein, mein Musikgeschmack gebündelt ergibt ja schlußendlich meine Lieder – ich mag auch Grönemeyer, Accept, Xavier Naidoo, A-ha, U2 und Goldplay – eigentlich höre ich alles außer Marschmusik – also, ich meine Marschmusik, wie damals in Aachen, diese Umzüge jedes Wochenende von Schützenvereinen und sowas. Das andere, dass ist alles Filmmusik, Ennio Morricone und so …
Ich bin ein richtiger DVDjunkie – aber mittlerweile sehe ich nur noch selten die guten, großen Filme. Wenn ich nicht arbeite, Shevek, dann bin ich doch lieber mit meiner Familie zusammen …

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