Wer Kultur machen will kann das machen! (Interview mit Mia Lippold)

erschien auch zuerst im BLITZ! Stadtmagazin:

In der Dresdener Straße 79, fast an der Ecke Wurzner Straße, mitten drin in Reudnitz leuchtet ein Knicklicht kulturell und standhaft. Ein Café, Engagierte und am 06.Juli eine Heldenkapelle – da braut sich etwas zusammen, neben der ewigen Nörgelei über den Leipziger Osten – da machen Menschen ihre eigene Welt lebendig, bunt und liebenswert. Mia Lippold, eine quirlig energiegeladene junge Frau aus dem Stadtteil erzählt BLITZ!redakteur Volly Tanner vom Machen:

BLITZ!: Hallo Mia. Du bist ja ganz schön vielfältig in Deinem Leben. Was sind denn die Eckpunkte, zwischen denen Du pendelst?
Mia Lippold: Hallo Volly! In meinem Leben… da gibt es eigentlich zwei große Felder – die Politik und die Musik. Ich arbeite seit drei Jahren als Geschäftsführerin bei den Grünen in Leipzig, studiere nebenbei Kommunikations- und Medienwissenschaften und Politikwissenschaften in den letzten Zügen und arbeite seit Kurzem für eine grüne Landtagsabgeordnete. Andererseits ist eine große Leidenschaft die Musik, die mich schon mein Leben lang begleitet. Früher hab ich vor allem Geige gespielt, bin neben den Beatles durch Klassik geprägt, irgendwann kam dann der Gesang dazu und die Gitarre. Musikalisch ist alles zwischen Jazz und Metal „meins“. Ich selbst bewege mich aber songwriter-mäßig zwischen Jazz, Akustik und Rock. Tja, und neben dem Privatleben kommt dann noch die Vereinsarbeit, die ich auch irgendwie als politisch-gesellschaftliches Engagement verstehe. Im Moment leite ich ein Theaterprojekt des circulus vitae e.V. an, und arbeite ehrenamtlich im Kulturcafé Knicklicht.
by volly tanner
BLITZ!: Und was machst Du im KNICKLICHT?
M.L.: Tja, was gerade gebraucht wird. Nein im Ernst – seit einiger Zeit habe ich die Pressearbeit übernommen, aber ich stehe auch mal selbst hinterm Tresen oder helfe Veranstaltungen zu initiieren oder zu organisieren. Zu tun gibt es  immer – zumal wir uns nach einer längeren Leerlaufphase grade erst wieder in einer kleinen Initiative Engagierter neu finden.

BLITZ!: Was ist denn das KNICKLICHT nun aber für ein Laden? Metal, Pop, Mainstream, Gothic? Erzähl mal.
M.L.: Das ist ganz breit gefächert und keinem Dogma unterworfen! Wir wollen einfach Kultur bei uns im Stadtteil haben und mögen es gern bunt, musikalisch wie allgemein künstlerisch. Zu uns kommen Singer-Songwriter und abgefahrene Jazzkonstellationen, Gothic-Autoren zur Lesung und Maler, die ausstellen, wir machen Filmabende und Diskussion zu relevanten Themen, und übertragen zwischendurch auch mal ein Fußballspiel – auch jetzt zur EM wieder. Von daher sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt! Im Moment haben wir Montag und Donnerstag ab 19 Uhr geöffnet, und natürlich zu allen extra Veranstaltungen!

BLITZ!: Am 06. Juli kommen LAND ÜBER ins KNICKLICHT – das ist ja eine Heldenband – ich sage nur Benni von LETZTE INSTANZ – wieviele Leute passen denn bei Euch rein? Nicht dass dreitausend Menschen draußen stehen müssen.
M.L.: Tjaaaa, also 70 Leute gehen schon rein in unseren kleinen aber feinen Laden – man muss sich einfach nur rechtzeitig Karten sichern. Wir freuen uns schon total auf das Konzert – Land Über machen einfach richtig geile Musik, sphärisch, besonders, allein die Kombination aus Sax und Cello! Und wir wissen auch, dass in der MB ein ziemlicher Andrang war, als Benni Cellini neulich als Gast bei Cox and the riot gespielt hat!

BLITZ!: Wie können sich Menschen/ Bürger/ Interessierte/ Lebendige denn im Leipziger Osten mit engagieren?
M.L.: Hm, gute Frage! Ich denke, da gibt es wahnsinnig viele Möglichkeiten. Das Betätigungsfeld ist riesig – für meinen Geschmack haben wir leider immer noch viel zu wenig ‚Kultur um die Ecke’ bei uns im Stadtteil – und da kann man sich einbringen. Wer zum Beispiel Ideen für coole Veranstaltungen hat, oder sagt, diese oder jene Band muss unbedingt mal bei uns spielen, kann einfach zu unserem Team stoßen und Vorschläge mitbringen – wir sind da ziemlich entspannt. Wer Kultur machen will, kann das machen. Ich glaube, dass Kunst und Kultur ein essentieller Bestandteil von Gesellschaft sind, und dass sie Menschen zusammen bringen können, man fängt an, sich auszutauschen.

BLITZ!: Danke Mia, und atme mal durch!!!!
M.L.: Danke auch!

<http://www.myspace.com/kulturcafeknicklicht&gt;

Text & Foto: Volly Tanner

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