Hier ist es definitiv wunderbar. (Interview mit Caroline Bergter)

erschien schon in der Leipziger Internetzeitung:

Es gibt Subkulturen, die sind so „sub“, dass mensch bei Nennung des Genres an völlig Falsches denkt. Oder an viel zu wenig …
Figurentheater ist solch ein Metier. Und im WESTFLÜGEL im Leipziger Westen werden all seine Spielarten ausgereizt. Derzeit im Stück „Songs for Alice“ aber eben auch während der laufenden Spielzeit. Caroline Bergter saß, auch um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, gleich einer Kaninchenjägerin, beim Westpaket – dem Stadtteilfest des Leipziger Westens – und lauerte Tanner auf. Der nutzte natürlich seine Chance, schließlich ist die berauschende junge Dame die PR/ÖA-Verantwortliche des Westflügels – und rothaarig ist sie auch:

Hallo Caroline. Wundervoll, Dich hier zum Tee zu treffen. Fehlt nur noch der Hutmacher. Fast wie bei Alice. Und da sind wir schon beim Thema: Am 29.09.11 feiertet Ihr im WESTFLÜGEL Premiere von „Songs for Alice“. Weitere Aufführungen folgen. Worum geht’s?
Inspiriert ist das gute Stück von Lewis Carrols allseits bekannten „Alice im Wunderland“. Fernab von Disneyfizierung und CGI-Effekten hat das Figurentheater Wilde & Vogel gemeinsam mit dem Musiker Johannes Frisch und Regisseur Hendrik Mannes ein Songprogramm auf die Beine gestellt, welches diesen gewissen Hauch von Wahnsinn umweht. Das weiße Kaninchen – in diesem Fall eher ein wirklich räudiger Hase – nimmt uns mit ins Wunderland und lässt uns unter anderem auf die fesche Herzogin, den sagenumwobenen Jabberwocky, das vorlaute Zwillingspaar Diedeldei und Diedeldum, die tatsächlich rauchende Raupe, dem ausgestorbenen Dodo, die schnurrend-elegante Grinsekatze und Eierkopf Humpty Dumpty treffen. Dabei wird es mal richtig laut knallen, aber auch die leisen Töne werden mit Geige, E-Gitarre, Kontrabass und Rhythmusmaschinen angeschlagen. Dazu Songs mit echtem Gassenhauerpotenzial. Wie Regisseur Mannes so schön sagte: Es wird unsäglich.

Du selber bist die Außenkommunikatorin im Hause WESTFLÜGEL. Wie bist Du denn an den Job gekommen? Da muss mensch doch eigentlich Jahrzehnte an den richtigen Tischen Sekt trinken, um solch ein Angebot zu bekommen.
Recht hast du! Es ist wirklich wundervoll hier arbeiten zu dürfen. Manchmal ist eben auch noch entscheidend, WAS man getrunken hat.

Euer Haus ist ja spezialisiert auf Figurentheater. Was muss sich der „Unwissende“ darunter vorstellen. Kasperle, der dem Krofanten mit der Keule auf den Kopf klopft, wirds ja wohl nicht sein?
Oh doch, natürlich! Also nein, so vom ehrwürdigen Kasperle zu sprechen…
In der beginnenden Spielzeit vom Lindenfels Westflügel beweisen Neville Tranter und Christoph Bochdansky wie Punch bin Laden – Punch ist eine englische Version des Kasperles – in Afghanistan für Wirbel sorgt und es durchaus derb, urkomisch und definitiv nicht kinderfreundlich zugehen kann, wenn wir vom Kasperletheater sprechen.
Aber ja, klar, das ist nur eine von vielen Spielweisen des Figurentheaters. Es muss nicht immer eine Handpuppe sein, sondern auch Marionetten, Masken, irgendetwas. Diese Figuren stammen aus sehr alten Verfahrensweisen. Dadurch entstehen immer wieder ganz neue Formen und Eindrücke. Es gibt zudem fließende Übergänge zu anderen Künsten – Musik, Tanz, Gesang, Kunst und Schauspielerei. Die Fantasie des Publikums ist entscheidend, seine Bereitschaft sich einzulassen und so entsteht eine ganz besondere Verbindung zwischen Spieler und Publikum. Deshalb sagen wir immer gern: diesen Zauber versteht man erst, wenn man ihn einmal selbst erlebt hat!
by volly tanner
Gibts in der neuen Spielzeit Specials? Kommt Jim Whiting’s Bimbo Town wieder?
Der WinterSpielPlan 2011/12 ist ein einziges Special! Am 19. und 20. laden wir zur extralangen Kaspernacht mit den schon erwähnten weltbekannten Spielern Neville Tranter und Christoph Bochdansky. Am 17. Dezember bieten wir dann etwas ganz Besonderes, denn wir öffnen den Ballsaal zur späten Stunde um 23 Uhr für eine Aufführung der „Eisprinzessin“ von Johanna Pätzold. Da werden wir es uns mit Decken und warmen Getränken richtig gemütlich machen und die Atmosphäre des Hauses auf uns wirken lassen.
Zur Buchmesse im kommenden März ist momentan eine außergewöhnliche Ballnacht geplant…
Ansonsten heißt es, immer die Augen und Ohren offen zu halten, denn man weiß ja nie, wo einem die nächsten Neuigkeiten vom Westflügel über den ungewöhnlichen Weg laufen könnten.

Der WESTFLÜGEL flattert sehr eigenständig im Stadtteil Lindenau. Viele denken aber immer noch dies wäre Plagwitz. Wie fühlt Ihr euch hier? Ist Lindenau ein gutes Pflaster fürs Metier?
Ob Lindenau oder Plagwitz ist uns ganz gleich, unser Publikum kommt genau wie unsere Künstler von überall her angereist. In der Hähnelstraße gleich neben der Karl-Heine ist es definitiv wunderbar.

Zum Ende unseres kleinen Gesprächs müssen natürlich noch ein paar persönliche Daten an die Öffentlichkeit gezerrt werden: wie siehts aus mit der Liebe? Männer, Frauen, Kinder, Haustiere, absonderliche Hobbies, Spargelschälweltmeisterschaften, Briefmarkensammelwut?
Pfui, da sind grad Insekten in meinem Tee gelandet..

Danke für den Tee, Caroline.

„Songs for Alice“ Weitere Aufführungen im WESTFLÜGEL: 01.10./ 02.10./ 06.10./ 07.10./ 08.10.
http://www.westfluegel.de <http://www.westfluegel.de/&gt;

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