Es scheint Freude zu bereiten (Interview mit Uwe Brückner)

erschien schon im BLITZ! Leipzig 2/12

Uwe Bruckner ist Mister Pecha Kucha, war Inhaber im Jazzinger Plauen, arbeitete in Spanien, Schweden und Österreich und nun hinter der Theke der Tante Manfred im Neuen Schauspiel Leipzig. Tanner traf ihn beim Crappa und lauschte:

BLITZ!: Salute Uwe. Du bist ja nicht nur die Tante Manfred, sondern auch the Master of Desaster bei Pecha Kucha. Was ist denn, in verständlichen und kurzen Worten Pecha Kucha?
Uwe Bruckner: Der Tante Manfred! Volly, du mußt beim Gendern ganz schön aufpassen! Aber das weißt du ja…
Pecha Kucha ist eine Vortragstechnik, welche, von zwei in Tokio lebenden und schaffenden Architekten im Februar 2003 erstmals öffentlich praktiziert wurde. Soweit, so langweilig – möchte man meinen. Aber die Regeln machen es interessant. Denn es geht darum, einen, thematisch freien, mündlichen Vortrag mit projizierten Bildern zu erstellen. Dabei ist die Anzahl der Bilder (Folien) auf 20 festgelegt, und die Projektionszeit pro Bild ist auf 20 Sekunden beschränkt. 20×20 eben.Das ergibt dann eine Vortragszeit von 6 Minuten und 40 Sekunden. Kommen dann an einem Abend zwischen 8-12 Vorträge bzw Bildergeschichten zusammen, ist Information, gepaart mit Unterhaltung und Spaß garantiert! Und Stimmengewirr, Geplauder – auf japanisch: Pecha Kucha. Mittlerweile werden „Pecha Kucha Nights“ übrigens in 462 Städten weltweit veranstaltet. Es scheint also Freude zu bereiten…
credits volly tanner
BLITZ!: Leipzig ist ja nicht Deine erste Bühne. Da war ja, meines Wissens, auch schon Plauen und Show. Erzähl mal bitte ein bißchen.
U.B.: Ja gern aber doch! Vor allem, weil Plauen und Show – also beides – nach wie vor ist! Im September 2006 haben da ein Haufen Durchgeknallter – und ich – den Verein „Ja Zu Kultur“ gegründet. Seither haben wir im Bereich Mikro- und Kleinkunst eine Menge probiert und gemacht. Und als überlebensfähig stellte sich das Format „Vogtland Late Night Show“ heraus, weil wir mit der Mixtur aus satirischem Blick auf das Welt- und Kommunalgeschehen, Sketchen, interessanten Showgästen und, last but not least, Livemusik von unserer Late Night Showband, wohl den Nerv der Leute getroffen haben.

BLITZ!: Die Lindenauer Spatzen schreien es gerade von den Dächern: Late Night im „Neuen Schauspiel“ und Du als Gastgeber. Dazu braucht es ja auch Gäste, Showgäste auf der Bühne – wer ist denn geplant und angefragt?
U.B.:  Diese Vögel…! Aber – ja, am 28.02.2012 soll es losgehen. Und auch hier soll das entscheidende Merkmal der Show die Showband sein. Und darauf darf man sich auch ruhig schon mal freuen…! Du hast allerdings völlig recht, es braucht auf jeden Fall auch interessante Menschen, die etwas zu erzählen, bzw. zu präsentieren haben – im günstigsten Fall beides…und die natürlich Spaß verstehen. Jetzt aber meine Showgast – Wunschliste zu promulgieren, würde, bei ihrer Fülle, vielleicht den Rahmen sprengen und so Manchen mitunter erschrecken.

BLITZ!: Im „NSL“ gibt es ja mittlerweile auch einen Förderverein. Wer engagiert sich denn da und wofür eigentlich?
U.B.: Das „Neue Schauspiel Leipzig“ ist ein Förderverein, der sich die Förderung und Verwirklichung junger, spannender, kritischer Projekte rund um die Theaterlandschaft auf die Fahne geschrieben hat und diese nun in den Wind hält. Vernetzung durch Zusammenarbeit mit der Fülle der Kulturinstitutionen der Stadt ist hierbei ausdrücklich vorgesehen und erwünscht. Der „Reggaehase Boooo“ ist ebenso ein Ergebnis dieser Arbeit wie die Aufführung des Theaterstückes „Die Polizei“.
Als im Förderverein „Neues Schauspiel Leipzig“ überaus engagierte Leute darf ich zuerst Markus Czygan nennen, der aus den Räumen in der Lützner Straße 29 innerhalb eines Jahres ein komplett ausgestattetes, charmantes Theater „gezaubert“ hat, und Tag für Tag unermüdlich im Einsatz ist. Desweiteren dürfen genannt werden: Robert Linke, Fabienne Mentzel von der Theatergruppe „Formlos“, Uwe Schütz, das Puppentheater „Eckstein“ um Raimund Jurack, Peter Dreckmann und Max Reeg. Und ich – ja ich hab dann genug mit sauber machen zu tun…
http://www.neues-schauspiel.leipzig.de <http://www.neues-schauspiel.leipzig.de&gt;

Text & Foto: Volly Tanner

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