Diese Blume bricht man nicht! (Portrait Minette)

diesen Beitrag gab es schon im NovemberBLITZ!:

Der grandios grantelnde Mark E. Smith, Kopf der Avantgarde-Kapelle The Fall, sagte einst in ein ihm hingehaltenes Mikrophon: „Nur weil eine Katze in einem Kohlenkeller geboren wurde, heißt das doch nicht zwangsläufig, dass sie ein Brikett ist.“


Minette Makunen ist da bestes Beispiel für den Wahrheitsgehalt dieser Weisheit. Minette – französisch für Katze oder Mietze – auf diesen Planeten gefallen im kleinen, verwunschenen Ex-Weber-Hauptstädtchen Thüringens, in Triebes, tummelt sich leuchtend und fantastisch auf vielen Gebieten, nur eben nicht in der „Ich finde alles doof und lasse mich dauerberieseln“-Zone.
Sie singt. Sie fotografiert. Sie designt.
Und diesseits Minettes Triebes ist nun Leipzig Freiheit.
Zusammen mit dem Griechen Kostas entstehen kleine musikalische Perlen, die im Internet an aufnahmebereite Herzen stoßen: „Damals, mit 14 Jahren begann ich eine Gesangsausbildung beim Opernsänger Volker Böge. Ganze fünf Jahre lernte ich richtig klassisch das Handwerk.“ Dazu gab es Auftritte bei Weihnachts- und Frühlingskonzerten, sie sang Arien, Kunstlieder und eigene Stücke.
„Ich höre auf einmal eine Melodie und dann beginne ich zu summen. Das schneide ich erstmal mit. Und dann beginne ich die Texte dazu zu schreiben und zu singen. Oft entwickele ich noch grobe Keyboardpassagen dazu und nehme das Ganze dann mit einem 7 Euro Mikrophon auf. Kostas schickt mir dazu die Instrumentals – ganz ohne Kommentar – er lässt mir da völlig freie Hand in Text und Interpretation.“
Mittlerweile war die junge Dame auch schon des Öfteren Model auf Veranstaltungsflyern, für das hiesige Darkflower, oder in Aue und Chemnitz. Dazu gab es vor kurzem auch eine einseitige Fotostrecke mit Minette Makunen in der Zillo. Sie fotografiert aber auch selber. Und bietet Shootings an. Menschenbilder – irgendwie barock, verspielt und farbenprächtig.
Und sie designt Klamotten. Unter dem Label Minnetes Atelier – Amen Fashion –  gibt es ebenfalls Einzigartiges: „Ich hatte einmal ein bestimmtes Kleid in meinem Kopf“ so beginnt Minette ihre Geschichte zu erzählen, die sie ins Modefach brachte „ … es war weiß und hatte lila Tüll an der Stelle des Rocks und an einem Träger. Da ich das Kleid praktisch real in meinem Kopf sah, musste es so aussehen und nicht anders. Ich klapperte also einen Laden nach dem anderen ab und dies nicht nur einen Tag lang. Irgendwann hatte ich die Nase voll, weil ich nirgendwo eines fand, dass auch nur annähernd meinen Vorstellungen entsprach. Also nähte ich es selbst.“
Solch einer kunterbunten Blume fegt natürlich auf der Wind des Neid´s und Unverständnis entgegen. Fast mag sie brechen, denkt man, doch ist da unwahrscheinliche Stärke in den Adern: „Ich bin schon auf einer seite gebrochen. Da sind so viele Wunden und Narben und Menschen streuen unbedacht noch Salz hinein. Es ist erstaunlich, wie viele Menschen schlimme Sachen sagen ohne sich Gedanken darüber zu machen, was das Ausgesprochene beim Gegenüber bewirkt.“ Und rebellisch, wie Jugend eben sein muss, schließt sie an: „Ich mache das alles aber weiter – ganz einfach, damit ich nicht nutzlos bin. Ich drücke mich selber aus und verlange von den Menschen wenigstens Respekt und Anerkennung dafür, für mein Herzblut, für mein Menschsein, mein Minette.“

Minette Makunen Vernissage „Minette´s Photography presents AMEN FASHION“; 09.02.2012; HelHEIM

http://minettesphotography.blogspot.com/

Text & Bild: Volly Tanner

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Eine Antwort zu Diese Blume bricht man nicht! (Portrait Minette)

  1. Florian schreibt:

    Welches ist das Plugin rechts ? Das will ich auch!

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