Der Selbstentfaltungsprozess der Julia König (Interview mit Julia König, geführt vom Volly Tanner)

erstverÖ im BLITZ! Thüringen:

Julia König jettet um die Welt, basst die Tanzböden staubfrei und kommt aus Jena. Was für eine Mischung, was für eine faszinierende Frau:

BLITZ!: Hallo Julia, ansonsten hinterm DJ-Pult, heut aber ganz normal hier bei der Weinschorle. Das freut. Du bist DJane für House, Techhouse und Techno Music. Was verdammt ist das denn? Für mich ist das alles Gebummse, erklärs doch bitte mal dem Oldshoolpunk in mir.
Julia König: Hey Volly, ich finde grundsätzlich ert einmal, dass ein Dj eine Art Entertainer ist, der mit Hilfe von Musik in Vinyl, CD oder Mp3-Format ein stundenlanges Klangerlebnis gestaltet. In etwa so wie ein Kursleiter im Sportstudio: Der Trainer machts sportlich vor und die Audience wird aktiv und machts nach. Am liebsten spiele ich eine Mischung aus warmen gefühlvollen Vokal-House-Klängen mit treibend-explodierenden Techno-Beats bei ca. 129 Beats pro Minute. Deshalb bin ich hauptsächlich Techhouse-Djane. Denn ich verbinde zumeist bestimmte Nuancen lieblicher House Music mit gewissen progressiven metall-klaren Elementen des Technos. Es ist für mich immer wieder wie eine Suche nach der Symbiose aus Yin und Yang, harten und weichen, klaren und verzerrten Eigenschaften.

BLITZ!: Du singst ja auch und schreibst selber Lieder – erfolgreich? Oder für die Weihnachtsfeier mit den Lieben?
J.K.: Also, definitiv nicht für die Weihnachtsfeier, aber auch nicht für Erfolg und Ruhm. Das Singen ist für mich etwas sehr persönliches indem ich mich viel freier und individueller ausdrücken kann als als Djane. Das Musik-produzieren ist für mich eine Art Selbstentfaltungsprozess, der dann erfolgreich ist, wenn ich tiefste Empfindungen ordentlich und anschaulich verpackt nach Außen bringen kann und andere damit berühre. Derzeit ist in dem Bereich einiges in Arbeit und ich bin selbst auf das Ergebnis Anfang nächsten Jahres gespannt.

BLITZ!: Du legst in Hamburg auf, in London, Rotterdam und Magdeburg. Permanent grenzenlos glücklicherweise. Wie lebt sichs auf den Tanzböden der Welt so? Wo holst Du dir Deine Stille ab?
J.K.: Es ist auf jeden Fall zum Teil ein Wechselbad der Gefühle zwischen Aufregung und manchmal auch Sorge, ob alles gut geht. Man geht auch permanent über die eigenen Belastungsgrenzen, denn das Reisen ist sehr stressig und auch immer wieder ein Sturz ins Unbekannte. Doch insgesamt bin ich einfach nur glücklich diese Ehre zu haben, so viel Neues und Beeindruckendes sehen zu dürfen.

BLITZ!: Leo scheint der Mann in Deinem Leben zu sein. Ein recht großer schlanker Hundemann. Ist unter den Menschen im DJ-Gewerbe die Auswahl für engere Beziehungen so schlecht?
J.K.: In meinem Fall hat das nichts mit dem Angebot zu tun, als vielmehr mit der nicht vorhandenen Nachfrage. Ich bin sehr glücklich mit meinem Leben so wie es jetzt ist. Ich glaube, derzeit ist mein Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit noch viel stärker als der Wunsch nach Bindung. Ich bekomme soviel Gutes von meiner Familie und meinen Freunden, dass ich einfach nichts misse. Und zum Kuscheln ist immer mein Nervenbündel Leo da.

BLITZ!: Wie hälst Du Dich fit? In den Nächten ist natürlicherweise Schweißhüpfen Dein Job – aber solch einen, wie Deinen Körper, bekommt man ja nicht geschenkt, das ist doch auch Arbeit.
J.K.: Klar, was ist schon geschenkt?! Ja, ohne meinen Sport als Ausgleich könnte ich die vielen stressigen Phasen und Reisen nicht bewältigen. Joggen, Rad fahren und allgemein Fitness geben mir die nötige Power und das Durchhaltevermögen für die langen Partynächte. Sport ist neben der Musik einfach ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, macht Spaß und hält fit!

BLITZ!: Wo können wir Dich zwischen dem 15.November & dem 15.Dezember livehaftig erleben?
J.K.: Genau in dieser Zeit wird man mich aus gutem Grund leider nirgendwo livehaftig erleben. Ich musste diese Periode nun komplett blocken, da ich für mein Studium an der Friedrich-Schiller-Universität eine sehr wichtige Deadline habe, um nächstes Jahr endlich mein Examen ablegen zu können. Im Oktober habe ich in so vielen tollen Venues gespielt, unter anderem auch in Lahore – Pakistan. Aber nun wurde es mal wieder Zeit einen Cut zumachen, um eine Zeitlang wieder „nur“ Studentin zu sein. Diese Breaks sind für mich sehr wichtig, da man sich nicht vollends gleichzeitig auf Musik und Studium konzentrieren kann und so auch lernt auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben und nicht abzuheben.

BLITZ!: Danke beste Julia und viel Spaß weiterhin.
J.K.: Your welcome! Es war mir eine Freude!

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Eine Antwort zu Der Selbstentfaltungsprozess der Julia König (Interview mit Julia König, geführt vom Volly Tanner)

  1. Marko schreibt:

    Hi Ich vermisse den Gefaellt mir Button? 😉

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