Extreme Drummers Universe (Interview Basti Schmidt)

dieser Beitrag erscheint gerade im FRIZZ LEIPZIG Aprill 11:

Sebastian Schmidt ist einer von den ganz Schnellen. Und Lauten. Am Schlagzeug. Daneben macht er hin und wieder den DJ KillaSeppel und verkauft Getränke im HelHEIM. Derzeit organisiert er jedoch das Erste Extreme Drummers Universe Festival mit. Darüber musste gesprochen werden, vor den Fliesen der Männererleichterungsräumlichkeit des Heims:

 basti by volly

Am 02.04. gibts in der Halle 5 in Connewitz das erste Extreme Drummers Universe Festival mit Workshops und Bands. Unter anderem wirst auch Du einen Workshop machen. Was zeigst Du den Interessierten? Was gibts zum Lernen?

 

Ich werde den Auftakt machen und das Publikum in die Welt des Extremedrummings führen d.h. ich zeige alle relevanten Varianten des Extremedrummings, wie z.b. Blastbeats, Skankbeats (ein schnellerer Polkarhythmus) und natürlich Doublebass. Dabei will ich Übungskonzepte und Techniken zeigen, die das Spielen bzw. das Erlernen recht einfach und anschaulich machen sollen.

In Dresden gibts schon ein erfolgreiches Drummerfestival – und zum Beispiel auch in Frankfurt/M.. Ihr hier in Leipzig spannt den Bogen zwischen Progressiv, Jazz und Metal – alles, nur kein Pop. Sind die Herangehensweisen zwischen Pop und Euch zu unterschiedlich – oder warum macht ihr das?

 

Alles nur kein Pop? Was ist denn eigentlich Pop? Die Grundidee hinter EDU ist ja den Variantenreichtum an extremen Drumkonzepten an den Mann/Frau zu bringen. Sprich, mit einem simplen 4/4 Takt ist es hier also nicht getan. Denn die wenigsten Schlagzeuger stehen in einer solchen extremen Materie, wie z.B. Polyrhythmik und Blastbeats ab 200 bpm und genau da wird es halt für uns interessant. Durch die gezielte Vernetzung auf der EDU-Seite mit vielen talentierten Schlagzeugern ist es möglich auch mal Fragen außerhalb einer eingeschworen Forengemeinde zu stellen und Antwort zu bekommen. Und als logische Weiterführung dieser Grundidee ist ein Festival mit entsprechenden Workshops natürlich absolut gerechtfertigt. Wir haben sozusagen als Festival ein Grundkonzept, was es bei anderen Drummerfestivals, wie z.B. dem Dresdner nicht gibt.

Abends gibt es dann vier Mal Band – worauf kann sich der Besucher freuen. Was ist das Besondere am Line Up des Festivals?

 

Es werden, bis auf meine Wenigkeit, alle Workshopdrummer mit ihren Bands vertreten sein, was ich persönlich sehr spannend finde, denn jeder hat einen völlig anderen Stil und bedient mit seinen Bands einen komplett anderes Genre auf die Bühne. So z.B. Clemens Frank – er wird mit seiner Band Unloved am Start sein, welche ja eher in den Progressiv-Bereich eingeordnet werden können und im krassen Gegensatz dazu steht der Christoph Weilbach mit Extincionist, die mit Brutal Death Metal daherkommen.

Interessanterweise wollte die Stadt vor Kurzem noch die Halle 5 sang- und klanglos schließen, dort, wo Ihr solch innovative Konzepte, wie das EDU ausbaldovert. Haben die Entscheidungsträger einfach keine Ahnung von ihrem Metier oder ist das böse Absicht, um die Jugend ins Konsumistische zu drücken. Was denkst Du?

 

Das ist doch fast jedes Jahr das Gleiche. Sozialstrukturen, die durch die Stadt Leipzig gefördert werden, müssen um ihren Erhalt bangen – dann kommt’s auf den Verein, Jugendclub oder was auch immer an. Hat der genügend Leute, die sich für den Erhalt einsetzen, sieht es meist gut aus – ich erinnere mich an Zeiten als das der Villa drohte – auch da wurde mal kräftig am Rad gedreht und siehe da, die Villa gibt es jetzt schon seit mehr als 20 Jahren! Und ob die nun Ahnung haben oder nicht,  darüber möchte ich keine Vermutungen anstellen wollen. Fakt ist nur, dass das liebe Geld, in der Kulturstadt Leipzig, immer in eine andere Richtung fließt, als dorthin, wo es benötigt wird.

Zurück zum Festival. Wie wollt Ihr eigentlich auch Nichtdrummer ansprechen? Zum Beispiel Gitarristen? Oder ganz einfach Konsumistenvolk?

 

Natürlich! Dafür bietet sich ja das Konzert ganz besonders an. Aber auch bei den Workshops erwarten wir viele „Nichtdrummer“. Erfahrungsgemäß interessieren sich recht viele Musiker auch für andere Bereiche. Beim Workshop von George Kollias (Schlagzeuger von Nile) waren fast die Hälfte der Anwesenden keine Schlagzeuger. Genauso kenne ich auch viele Nichtmusiker die sich gerne solche Sachen anschauen, einfach weil sie interessant sind. Wir hoffen natürlich auch, einige „Nichtdrummer“ zum EDU locken zu können, denn am Eintrittspreis sollte es nicht scheitern

Na, dann wünschen wir erstmal viel Erfolg 2011 beim EDU-Festival in der Halle 5.

Ja, vielen Dank für das Interview. Ich hoffe wir sehen uns dann in alter Frische am 2.4.2011 in der Halle 5.

www.myspace.com/extremedrummersuniverse

Text & Bild: Ray Voltez (Volly Tanner)

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