Gegen den H&Mlook Eigenes setzen (Portrait Syl Reinhardt UNIFORMEDESIGN)

dieser Artikel ist der derzeit letzte Beitrag meinerseits für 3VIERTEL

Die Leipziger Jungdesingerin Syl Reinhhardt stattet internationale Tanztheaterproduktionen aus und hat einen Grund dafür. Volly Tanner fragte nach:

 syl by vt

Uniformität – dessen muss man sich einfach bewusst sein – ist Zeichen eines zutiefst menschlichen Bedürfnisses. Das Aufgehobensein in der Masse, das Dazugehören zu einer Kultur, das Sichabgrenzen von anderen. Mensch ist so.

Die Leipziger Modedesignerin Syl Reinhardt hat aus dieser Einsicht eine Firma entwickelt, die sich seit einigen Jahren fest am Markt etabliert. Nun gab es sogar einen Ausflug für „UniformeD“, eine faszinierende Begegnung mit der Tanztheaterwelt im Lofft, im 3viertel-Land.

Yoshiko Waki und Rolf Baumgart brachten und bringen ZIG LEIBER / OI DIVISION auf die Bühnen und Syl zog die Protagonisten des Stückes an. In vier mit emsiger Arbeit gefüllten Wochen kreierte die junge Dame den Außenputz der Charaktere, inklusive Subkultursymboliken und Siebdruck. „Die Zusammenarbeit mit den Tänzern war ne tolle Erfahrung –sich auf die einzelnen Persönlichkeiten, die mit ihren Charakteren auf der Bühne stehen, einzulassen, das war extrem bereichernd. Jede Figur war eine neue Entdeckung, dieses Tanzbekleidung mit Streetwear und Elementen der Uniform zu kombinieren.“ Aufgabe war auch – und dies stellte vor besondere Herausforderung – Kleidung zu entwickeln, in der getanzt werden kann, die robust und verschleißarm ist. „Die Sachen mussten einfach echt was aushalten. Zug und feste Griffe. Die sollten nicht gleich in Fetzen gehen.“

Die japanische Ausnahmetänzerin Yoshiko Waki war auch voll des Lobes: „Das war ganz toll. Dirk Förster von Lofft hat mir von Syl erzählt und ich bin gleich zu ihr, in den Laden gegangen. Es war ein wahrer Glücksfall.“ Und weiter sagt sie: „Von Syl lernte ich eine ganze Menge. Ich suchte Kostüme für OI DIVISION, die die Luft von Leipzig symbolisiert und aktuell ist. Als ich die wundervollen Kleider von ihr im Laden gesehen hatte, wusste ich genau, dass sie die Richtige ist. Syls Kostüme waren künstlerisch sehr, sehr fein abgestimmt zu jeder Figur aus dem Stück, dennoch – wir konnten voll darin tanzen, also gleichzeitig waren sie perfekt funktionell.“

syl by vt

Das geht natürlich runter wie Öl. Und ist Ansporn und Motivation für die Jungdesignerin. „Sonst mache ich Einzelstücke. Natürlich ist es schwierig, sich gegen das starke Branding des H&Mlooks durchzusetzen. Aber die Leute wollen immer mehr Unikate – auch aus ethischen Gründen. Die wollen wissen, wo die Kleidung hergestellt wird und mitentscheiden.“

Ein Weg zum Erfolg ist der „UniformD“-Stand bei den 3viertel-Land-Westbesuchen auf der hiesigen Karl-Heine-Straße – ein anderer die Vernetzung, zum Beispiel im „Kreatives Leipzig e.V.“, der die unterschiedlichsten kreativen Gewerke miteinander ins Gespräch bringt  – und Syl hat dort auch ganz feste Vorstellungen: „Meine Sachen sind ja auch eine Mischung aus Musik und Mode. Wunsch ist es, neue Felder zu öffnen. Raus aus dem Eigenbrötler-Dasein der Einzelnen.“

www.uniformedesign.de

www.sylviart.de

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