Von der Weltpresse zu den Hoffnungslosen (Arno Köster Portrait)

erschien schon in der Januarausgabe der 3Viertel

Arno Köster trinkt mit Udo Lindenberg Likör, mit Rolf Stahlhofen Wasser und erzählt den Amerikanern von „Hinterm Horizont“. Seine Post verschickt er aber bei den Hoffnungslosen in der Georg-Schwarz-Straßen-Post. Ein Spagat, der berührt – und Volly Tanner traf ihn:by cesare stercken 

Für Arno Köster ist das neue Jahr echt ein Kracher. So sitzt der Medienprofi, Journalist, Moderator und Fundraiser in Berlin permanent der Weltpresse gegenüber. Chinesen, Amerikaner, Südkoreaner – alle wollen mehr wissen, und Arno weiß eben Bescheid. Als Öffentlichkeitsmensch der Udo Lindenberg Stiftung und des Meisters PR-Berater und Freund geht es natürlich um das Lindenberg Musical „Hinterm Horizont“ und Arno, der ansonsten in Leipzig Lindenau wohnt, flattern dabei wunderbar die Herzkammern: „Am 13. Januar ist Premiere und wahrscheinlich werde ich weinen. Wenn man so hautnah über Jahre mitbekommen hat, wie aus einer kleinen Idee auf einmal eine deutsch-deutsche Liebesgeschichte mit geschichtlichem und persönlichem Hintergrund wird, dann ist man schon sehr aufgeregt. Ich habe zum ersten Mal gesehen, wie ein Musical gemacht wird, habe mit Udo & Gang viele Shows besucht. Aber so vom ersten Casting bis zur Premiere dabei zu sein, ist schon spannend, dafür liebe ich meinen Job, wenngleich das auch harte Arbeit ist.“

Anfang Februar geht es dann nach Südafrika, wo das von der Lindenberg Stiftung mitgetragene Hope Capetown Project sich gegen die Ausbreitung des AIDS-Virus auflehnt und mit Rolf Stahlhofen geht’s an die Weiterverbreitung des Grundgedankens, dass jeder Mensch auf der Welt ein Recht auf sauberes Wasser hat – da wird 2011 noch einiges angestoßen, vom „Messenger Of Truth“ aus Mannheim.

Dort, in Mannheim, ist auch Arno geboren worden, damals – doch heimisch ist er im Leipziger Westen: „Nach Plagwitz hat es mich am ersten Tag, als ich nach Leipzig kam, verschlagen, die Gegend hat mich gleich berührt. Am 6. Juni 1993 war das. Ich hatte mich vor dem Ratskeller Plagwitz mit dem damaligen Energy-Geschäftsführer Gerhard Pötzsch (heute für die SPD im Stadtrat) und dem Programmchef verabredet. Wir saßen draußen in diesem morbiden Charme, den Leipzig – und speziell Plagwitz/Lindenau – damals ausstrahlte. Das hat mich von sofort gepackt, ich mag sowas und dann bin ich 96, nach dem Ende bei Energy, gleich in die Alte Straße gezogen, wo lange mein Lebensmittelpunkt war.“ Und auf die Entwicklung bezogen, die 3Viertel-Land dann nahm, sagt der Weltgewandte: „Irgendwie war das mein Kiez, wenn die Gegend auch langsamer gewachsen ist, als der Süden zum Beispiel. Aber, als eine Entscheidung anstand und ich umziehen musste, bin ich trotzdem in der Nähe geblieben. In der Mitte – zwischen Lindenau und Plagwitz.“ Doch was macht diese Gegend so interessant für einen Dauerreisenden in Sachen Unterhaltung und Benefiz? „Ich liebe diesen Kiez für seine Vielseitigkeit. Du findest alle Arten von Menschen, aber doch eher einfach, nicht reich oder zu bürgerlich. In den letzten Jahren sind auch ein paar gute ausländische Angebote dazu gekommen, was mir hier sehr lange gefehlt hat. Wenn man aus Mannheim hierher gekommen ist, fehlte einem das Bunte. Dank einer lebendigen, wachsenden Kultur- und Kneipenszene, wird Plagwitz zunehmend interessant. Lindenau wird hoffentlich in ein paar Jahren von diesem Sog mitgezogen. In diese Richtung gehe ich seltener, mein zuständiges Postamt liegt in der Georg-Schwarz-Straße. Auf dem Weg dorthin begegnen mir eher die Hoffnungslosen. Aber genau dieser Gegensatz macht für mich das Leben zwischen Plagwitz und Lindenau so spannend.“

www.udo-lindenberg-stiftung.de

http://menschenamwasser.wordpress.com/

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