Bakfiets, Wave-Guitar und wenig Spielzeug (über Axel Münster)

erschien schon im ZEITPUNKT KULTURMAGAZIN JANUAR 2011

Das Leben ist glücklicherweise keine Einbahnstraße. Und deshalb ist es interessant, hin und wieder die Richtung zu wechseln. Axel Münster, geboren in Köln und seit der Wende Leipziger mit Herz und Seele war Speditionskaufmann, erfolgreicher Werber und Makler, hat bei Opel gearbeitet und alle Sorten Jobs auf dem Bau inne gehabt. Nun ist er Tagespapa und scheint angekommen zu sein. Daneben nahm er mit 37 seinen ersten Gitarrenunterricht bei Volker Schwarze in der Musikwerkstatt Leipzig – ein Jahr intensiv und klassisch – und machte sich selbstständig im musikalischen Bereich. Auf seiner von Philipp Neumann (und das ist nicht irgendeiner!) gebauten Wave-Guitar zaubert Axel seinen fünf Tagespflegekids Melodien vor, quer durch die Weltregionen.

In Leipzig gibt es 473 Tagespflegepersonen, davon 37 Tagespapas (in Halle siehts extrem schlechter aus, da die Stadt an dieser Form der Betreuung kein Interesse hat). Doch ist der Beruf nicht geschützt und anerkannt. Axel selber hat aber sein Curriculum gemacht, zum Thema: „Wie Elternkommunikation die Stimmung in der Tagespflege beeinflussen kann“ und ein überzeugendes Konzept. So geht es jeden Tag raus an die frische Luft, bei Sonne, Schnee und Wolkenbruch – mit seinem niederländischen Bakfiets (einem Kinderwagenfahrrad, echt toll) kein Problem. Dazu gibt es eine fast spielzeugfreie Kindesentwicklung, jedoch wahnsinnig viel Musik und Bewegung. Das ist auch gut fürs Kindeswohl, schließlich sind Berge von Spielzeug nur in unserer Wertegemeinschaft vorzeigewürdig und schon allein dadurch zu hinterfragen.

rechte: volly tanner

Und wenn die kleinen Menschen und ihre Eltern Axel noch Kraft lassen, denn solch eine Arbeit ist manchmal auch ganz schön zehrend, spielt der Zauberfinger mit seinen Freunden als „Jazz@All“ zum Westbesuch auf und wünscht sich, beim grandiosen Tonelli´s-Guitar-Night-Hero Christian Röver noch einmal in die Saitenstreichlerausbildung gehen zu dürfen. „Denn der ist wirklich fantastisch.“

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